Die Schlagmänner Raphael Schlattinger vom TSV Calw (links) und Gabriel Heck vom TV Stammheim Foto: Sven Heuer

„Löwen“ feiern Derbysieg gegen Waldrennach und verlieren im Topspiel beim TV Stammheim. So ist die Lage.

Mit zwei Spielen am letzten Samstag und Sonntag ging die Bundesliga-Hinrunde für den TSV Calw zuende.

 

TSV Calw – TV Waldrennach 5:1 (7:11, 11:7, 11:6, 11:6, 11:3, 11:2). Wenn die beiden Mannschaften aus der Region aufeinandertreffen, herrscht Stimmung. Auch am letzten Samstag war die Walter-Lindner-Sporthalle in Calw gut gefüllt. Vierter gegen Fünfter der Südstaffel, das bedeutete auch den Kampf um ein Ticket ins Viertelfinale zur deutschen Meisterschaft – und das sicherten sich die Calwer nach einer weitgehend souveränen Vorstellung.

Schlattinger stellt sein Visier ein

Zunächst aber musste Schlagmann Raphael Schlattinger sein Visier richtig einstellen. Mehrere Angabenfehler im ersten Satz und gelungene Stoppbälle von Luca Egger, der neben Bryan Killinger den Angriff der Waldis bildete, brachten das Gästeteam in Führung.

Dann stellten sich die Calwer auf die kurzen Angaben ein und drehten die Begegnung gegen letztlich chancenlose „Waldis“. Mit dem 5:1 waren die Calwer Weichen auf Play-off gestellt, während die TVW-Männer nun in den Play-downs gegen den Abstieg kämpfen müssen.

Philipp Kübler vom TSV Calw fasste zusammen: „Wir hatten mit einer anderen Aufstellung im Angriff des Gegners gerechnet und kamen mit Luca Eggers super Kurzbällen anfangs nicht zurecht. Dann haben wir unsere Stärken ausgespielt und sicher gewonnen.“

TV Stammheim – TSV Calw 5:3 (11:8, 4:11, 11:4, 11:8, 2:11, 8:11, 11:7, 11:9). Ein Spitzenspiel, das diesem Tribut alle Ehre machte, erlebten die Zuschauer in der Sporthalle Stuttgart-Stammheim am Sonntag.

Die Calwer hätten mit einem Sieg noch in die Top-3 des Südens vordringen und damit im Viertelfinale (30.1. und 7.2.) dem starken TV Brettorf aus dem Weg gehen können. Das wollten aber auch die Stammheimer mit aller Macht verhindern.

Hochklassiges Duell

So entstand ein schwer umkämpftes, kurzweiliges und hochklassiges Duell – vor allem der beiden Hauptangreifer Gabriel Heck (Stammheim) und Raphael Schlattinger.

Beide Abwehrreihen hatten viel zu tun und auch Calws Zweitangreifer setzte sich vor allem beim Blocken gegen den abgezockten World-Games-Sieger „Gabi“ Heck in Szene.

Einen 1:3-Rückstand holten die Calwer auf, danach zog der herausragende Schlagmann Heck das Spiel auf die Seite des Heimteams, assistiert vom bestens aufgelegten Zuspieler Felix Klassen.

Im achten Satz gaben Kleinigkeiten den Ausschlag zugunsten des Favoriten, der einen wichtigen Sieg bejubelte und die Tabellenspitze vor dem TSV Pfungstadt, TV 1880 Käfertal und TSV Calw übernahm. Diese vier Mannschaften kämpfen nun im Viertelfinale mit Hin- und Rückspielen (30.1./7.2.) über Kreuz gegen die Top-4 des Nordens. Calw bekommt es höchstwahrscheinlich mit Spitzenreiter TV Brettorf zu tun und hat zunächst Heimrecht.

Thomas Stoll, Trainer TSV Calw: „Das war ein starkes Spiel von beiden Mannschaften, auch wenn wir noch nicht 100 Prozent erreicht haben. Wenn wir die gegen Brettorf bringen, ist sogar das Erreichen der Endrunde möglich.“