Fenja Stallecker (links,T TSV Calw) und Ann-Kathrin Motteler (TSV Dennach) nach der Siegerehrung der letztjährigen deutschen Meisterschaft. Gibt’s ein Wiedersehen beim Final Four in Stuttgart? Foto: Sven Heuer

Drei Faustball-Teams aus der Region steigen am Sonntag in die Bundesliga-Hallenrunde der Frauen ein – mit unterschiedlichen Ambitionen.

Am Sonntag ab 11 Uhr wird wieder Bundesliga-Faustball gespielt. Und wie: In der Walter-Lindner-Halle empfangen die Calwer Frauen gleich mal den TSV Dennach und den TV Segnitz zum Triell der in den letzten Jahren herausragenden Teams. Der TV Unterhaugstett tritt zur gleichen Zeit im Stuttgarter Norden gegen den TV Stammheim und TV Käfertal an.

 

Den Anhängern stellen sich Fragen: Bleibt es bei der Dominanz des Spitzentrios im Süden? Kann ein Verfolger – TSV Pfungstadt, TV Käfertal oder TSV Ötisheim – in die Phalanx der ganz Großen eindringen? Wie schlagen sich die Bundesliga-Stammgäste TV Unterhaugstett und TSV Ötisheim im Klassenkampf mit den Aufsteigern aus Stuttgart und Schweinfurt? Am 1. Februar, dem letzten Spieltag der regulären Runde, sind alle schlauer. Dann steht fest, wer die zwei Tickets der Südstaffel für das Final-Four-Turnier in der Stuttgarter Scharrena gezogen hat.

TSV Calw National-Schlagfrau Henriette Schell braucht nach Verletzungen eine Pause und reißt eine große Lücke in die Ambitionen des TSV Calw. Außerdem fehlen Laura Nonnenmann (Karriereende), Ida Hollmann (zurück beim TV Brettorf) und Julia Maier (nach Dennach). Neu im Team ist Patricia Lebherz vom TV Unterhaugstett. Als Trainer wurde Rolf Schlotter (Spvgg Weil der Stadt) gewonnen, der neue Impulse in den ausgedünnten Kader bringen wird. „Wir sind motiviert und freuen uns, dass es losgeht“, berichtet TSV-Kapitänin Leonie Pfrommer. Mit Spaß und Kampfgeist wollen die Löwinnen den Umbruch kompensieren, doch ob es nach dem erfolgreichen Jahr – Silber in der Halle und Bronze im Feld 2025 – erneut für eine DM-Teilnahme reicht? Fenja Stallecker bewies zuletzt ihre Qualitäten auch als Hauptangreiferin, Zuspielerin Nadine Maisenbacher verleiht dem Team Stabilität. Über die Qualitäten von Leo Pfrommer und Samantha Lubik gibt es keinen Zweifel. Prognose: Die Final Four sind nur erreichbar, wenn wirklich alles passt.

TSV Dennach Das zweite Faustball-Schwergewicht im Nordschwarzwald, der TSV Dennach, verabschiedete die Handbruch-geplagte Abwehrspielerin Martina Bortolotto, die durch Julia Maier vom TSV Calw ersetzt wird. Auch Schlagfrau Pia Neuefeind wird nicht mehr aufgeboten, doch das sollte die herausragend besetzte Mannschaft mit zahlreichen Nationalspielerinnen und Weltmeisterinnen ausgleichen können. Trainer bleibt der Waldrennacher Angreifer und Ur-Dennacher Michael Ochner. Als Spielertrainerin behält Anna-Lisa Aldinger stets den Überblick: „Unsere Vorbereitung verlief gut. Wir haben das Vorbereitungsturnier in Gärtringen gewonnen, fleißig trainiert und viel ausprobiert.“ Saisonziel der Pink Ladies ist die DM-Teilnahme in der Scharrena – als Titelverteidigerinnen. Im Vorjahr gelang der Sieg nach längerer Durststrecke vor heimischem Publikum in einem spannenden Finale gegen Calw. Prognose: Top-Anwärter des Südens aufs Final-Four-Turnier.

TV Unterhaugstett Siebter in der vorletzten Hallenrunde, Siebter im Vorjahr: Der TV Unterhaugstett schrammte in der Halle zweimal am Abstieg vorbei. Diesmal soll das rettende Ufer möglichst schon früher erreicht werden. Das Gesicht der Mannschaft hat sich geändert. Julia Sauerbrunn übergibt die Kapitänsbinde an ihre jüngere Schwester Vera. Die vielseitige Patricia Lebherz wechselte zum TSV Calw. Die Verantwortung als Trainer obliegt Bernd Wenzdorfer, einem Faustballkenner und Vater von Angreiferin Joleen Wenzdorfer. Zudem betreut Bernd Bodler die Mannschaft im Training. Auf dem Spielfeld soll Maren Treuheit, vom ASV Veitsbronn gekommen, ihre Erfahrung einbringen. Susi Klitzke, die bereits in der Feldrunde zum Wiederaufstieg des TVU beigetragen hatte, rückt aus der Jugend nach. Angreiferin Vera Sauerbrunn: „Wir freuen uns auf die neue Saison. Ziel ist, dass wir uns in der neuen Konstellation finden und natürlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“ Prognose: Ein erneuter Nicht-Abstiegsplatz wäre ein großer Erfolg.