TSV-Kapitän Raphael Schlattinger (links) und Brettorfs Anführer Hauke Spille  Foto: Roland Wurster

Nichts wird’s mit der Teilnahme am Final-4 um die deutsche Meisterschaft in Stuttgart für den Faustball-Bundesligisten TSV Calw. Der TV Brettorf macht’s

TV Brettorf – TSV Calw 5:0 (11:9, 11:8, 11:8, 12:10, 11:7 – Entscheidungssatz 11:8). Mit zwei Chancen im Gepäck und einigen Fans im Gefolge waren die „Löwen“ in den Landkreis Oldenburg gefahren. Der Vierte nach der regulären Runde in der Südstaffel hatte mit einem Heimsieg (5:4) in der Walter-Lindner-Sporthalle vorgelegt und setzte den Favoriten aus Brettorf unter Druck.

 

Ziel beider Teams war die SCHARRena in Stuttgart, wo am 28. Februar die Halbfinalspiele und am 1. März die Medaillenspiele stattfinden.

Im Rückspiel in der mit 400 Zuschauern proppenvollen, lärmenden „Hölle Nord“, der Sporthalle im kleinen Dötlinger Teilort, entwickelte sich gleich ein feuriges Duell um jeden Ball.

TSV mit der Paradeaufstellung

Die Calwer, mit ihrer Paradeaufstellung Raphael Schlattinger und Markus Kraut (Angriff), Nick Stoll (Mitte), Philipp Kübler und Leandro Schmidberger, hielten gegen das von WM-Star Johannes Jungclaussen angeführte Spitzenteam selbstbewusst dagegen.

Doch unter dem hohen Hallendach nutzten die Brettorfer Regisseure Hauke Spille und Tom Hartung aus der Abwehr ihre Hallenkenntnisse und fütterten Malte Hollmann und Johannes Jungclaussen mit feinen Zuspielen.

„Es war ein großer Vorteil, diese Halle mit dem schwierig zu spielenden Boden genau zu kennen“, meinte TSV-Hauptangreifer Raphael Schlattinger später.

Wie schon im Hinspiel hatte der TVB das Glück in der Endphase des ersten Durchgangs und ging in Führung. Die folgenden Sätze glichen sich: Die Calwer hielten mit und tapfer dagegen, doch die Brettorfer waren jeweils in der „Crunchtime“ einen Tick nervenstärker, selbstbewusster.

Brettorf souverän

Als auch ein Satzball der Calwer im vierten Satz vergeben war und Brettorf souverän mit 5:0 gewonnen hatte, musste die finale Entscheidung in einem Verlängerungssatz fallen.

Der TSV Calw führte mit 3:0 Bällen, lag beim Seitenwechsel aber 4:6 hinten, um erneut mit drei Ballgewinnen in Serie in Führung zu gehen. Doch erneut blieben die Brettorfer eiskalt, drehten die Begegnung und damit die Final-4-Entscheidung zu ihren Gunsten.

Das sagt Raphael Schlattinger

Raphael Schlattinger geknickt: „Das überdeutliche Ergebnis täuscht völlig über den Spielverlauf hinweg. Es ist bitter, aber im Entscheidungssatz waren es eigentlich nur zwei Situationen, die dem TV Brettorf zum Sieg verholfen haben.“

Die Finalteilnehmer stehen fest

Gemeint sind ein verstelltes Zuspiel auf Calwer Seite und dann, als ein brachialer Schuss von Brettorfs Johannes Jungclaussen eigentlich ins Aus geflogen wäre, Calws Abwehr-Ass Philipp Kübler dem Geschoss aber nicht mehr ausweichen konnte: berührt, also Punkt für Brettorf. Die Halle war ein Tollhaus, die Calwer Spieler und Fans blieben bitter enttäuscht zurück.

Im Final 4 trifft der Titelverteidiger TSV Pfungstadt auf den TV Stammheim aus Stuttgart und der TV Brettorf auf die Mannheimer vom TV 1880 Käfertal. Bei den Frauen machen der Ahlhorner SV, VfL Kellinghusen, TV Segnitz und Titelverteidiger TSV Dennach die Medaillen unter sich aus.