Die Faustballfrauen des TSV Calw qualifizieren sich doch noch für ein ganz spezielles Event. Auch der TV Unterhaugstett feiert.
Einen Krimi à la Alfred Hitchcock erlebten die Zuschauer beim letzten Bundesliga-Spieltag in der Walter-Lindner-Sporthalle – inklusive Happy-end für den TSV Calw. Die „Löwinnen“ gewannen in einem dramatischen Duell gegen den TSV Pfungstadt den letzten freien Startplatz für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft in Neuenbürg (15./16. Februar).
TSV Dennach – TSV Staffelstein 3:0 (11:5, 11:4, 11:2); TSV Calw – Dennach 0:3 (7:11, 12:14, 10:12); Staffelstein – Calw 0:3 (2:11, 6:11, 9:11). Ohne die seit Wochen verletzt ausfallende Kapitänin Leonie Pfrommer und Schlagfrau Henriette Schell, aber mit einer glänzend aufgelegten Fenja Stallecker als einzige echte Angreiferin, schlug sich das Team am Samstag in Calw beachtlich gegen die überlegenen Dennacherinnen, vergab aber vier Satzbälle.
Spitzenposition gesichert
Die zwei Spitzenteams besiegten jeweils die chancenlosen Gäste aus dem fränkischen Bad Staffelstein sicher. Die „Pink Ladies“ aus Dennach hatten damit die DM-Teilnahme und Tabellenspitze sicher.
TSV Pfungstadt – ASV Veitsbronn 3:0 (11:5, 11:4, 11:5); Veitsbronn – TSV Calw 0:3 (6:11, 5:11, 5:11); Calw – Pfungstadt 3:2 (10:12, 8:11, 12:10, 11:7, 11:5). Enger hätte die Entscheidung um Platz 3 in der Bundesliga-Südstaffel, am Sonntag erneut in Calw, wirklich nicht sein können.
Zunächst ließ sowohl der TSV Calw, als auch der TSV Pfungstadt den Absteiger ASV Veitsbronn locker abblitzen. Julia Maier durfte dabei in der Calwer Abwehr ein erfolgreiches Bundesliga-Debüt feiern, auch Elisa Becht gab ihr Comeback in der ersten Mannschaft.
Simple Rechnung
Anschließend hielt die Tabelle vor dem letzten Spiel der regulären Bundesligarunde eine simple Rechnung parat: Gewinnt Calw auch nur einen Satz gegen die Hessinnen, so dürfen sie an der DM teilnehmen und vervollständigen das Starterfeld mit Gastgeber TSV Dennach, TV Segnitz sowie den Nordteams aus Schneverdingen, Ahlhorn und Wangersen. Bei einem 0:3 hingegen hätten die Gäste aus Pfungstadt gejubelt, Calw wäre raus gewesen.
„Wie die Feuerwehr“
„Wir haben losgelegt wie die Feuerwehr“, berichtete Pfungstadt-Kapitänin Kim Trautmann später. „Und wir hatten den Matchball zum 3:0 – doch genau in diesem Moment hat Calw angefangen zu spielen und harte Gegenwehr geboten.“ Tatsächlich taten sich die Löwinnen, bei denen Henriette Schell nun erstmals wieder neben Fenja Stallecker vorn stand, schwer. „Wir wussten, dass es eine Herausforderung wird“, berichtete Calws verletzte Leonie Pfrommer als Zuschauerin.
Jubel und Enttäuschung
Nach dem 0:2-Rückstand war klar, der nächste Durchgang entscheidet über Jubel und Enttäuschung, über DM-Teilnahme oder abruptes Saisonende. Die Löwinnen lagen bereits mit 6:9 Bällen zurück, wehrten bei 9:10 den Matchball des Gegners ab und hatten am Ende die stärkeren Nerven. Mit dem 12:10 war die Entscheidung gefallen und letztlich gingen auch die folgenden Sätze zum 3:2-Sieg an die jubelnden Calwerinnen.
Kim Trautmann ganz fair
„Wir waren natürlich enttäuscht, aber wir sind auch stolz auf die Leistung, die wir in den ersten Sätzen gezeigt haben. Es sollte einfach nicht sein, und dann ist es auch okay, wie es jetzt ist“, meinte Pfungstadts unglückliche Kapitänin Kim Trautmann fair.
TSV Staffelstein – TSV Ötisheim 0:3 (8:11, 9:11, 10:12); TV Unterhaugstett – Staffelstein 3:1 (11:6, 10:12, 12:10, 11:8); Ötisheim – Unterhaugstett 3:1 (11:9, 11:6, 4:11, 11:8). Nicht nur die Calwerinnen waren am Sonntagnachmittag in bester Feierlaune – sondern auch die Frauen des TV Unterhaugstett, die sich den Klassenerhalt sicherten.