Markus Kraut vom TSV Calw stellte sich am Block dem körperlich überlegenen Schweinfurter Oliver Bauer. Foto: Roland Wurster

Der Faustball-Bundesligist behält in einem hektischen Duell mit dem TV SW-Oberndorf einen kühlen Kopf und rückt in die Top-4 der Tabelle vor.

Mit einem 5:3-Sieg nach keineswegs schönem Spiel, aber intensivem Abnutzungskampf drückt der TSV Calw dem unbequemen TV SW-Oberndorf die Rote Laterne in die Hand. Der Bundesliga-Dino aus Schweinfurt ist nun akut abstiegsgefährdet, während die Hessestädter den TV Waldrennach vom begehrten vierten Rang verdrängen.

 

TSV Calw – TV SW-Oberndorf 5:3 (8:11, 11:8, 7:11, 11:4, 11:8, 11:6, 5:11, 11:8). Zunächst stieg der Gast stark in die Partie ein. „Gegen die Schweinfurter wissen wir jedes Mal, was auf uns zukommt – und dennoch wurde es von Beginn an wieder hektisch“, berichtete Calws Abwehrspieler Leandro Schmidberger später.

Blockaktionen sorgen für Aufregung

Tatsächlich kam sein Team, mit Raphael Schlattinger und Markus Kraut (Angriff), Philipp Kübler (Mitte) und Schmidberger/Marco Stoll in der Defensive, zunächst nicht mit den Franken zurecht. Oliver Bauer und Raphael Schlattinger neutralisierten sich mit ihren Angaben. Zahlreiche Blockaktionen sorgten für Aufregung. Zur Mitte des Satzes setzte sich der TVO, gelenkt vom Weltklasse-Spielmacher Fabian Sagstetter, ab und ging in Führung.

Das Gegenteil passiert

Im zweiten Durchgang drehte Calw einen 2:3-Ballrückstand in ein 6:3 – besser: die Oberndorfer brachten sich mit vier Angabenfehlern um die Möglichkeit, auch diesen Satz für sich zu entscheiden.

Bis 8:8 kamen sie noch heran, dann drehten Markus Kraut und Raphael Schlattinger auf. Sicherheit gab der 1:1-Satzausgleich den Calwern aber nicht. Im Gegenteil: 1:7 lagen sie im dritten Satz zurück, kamen bis 7:9 heran, doch der Gast ging mit 2:1 Sätzen in Führung.

Die obligatorische 10-Minuten-Pause (immer nach drei gespielten Sätzen) nutzten die Calwer, um sich zu sortieren und den Reset-Knopf zu drücken. Denn nun waren sie das spielbestimmende Team, gewannen die drei folgenden Durchgänge klar.

Brechstange ausgepackt

Kurz vor der zweiten Pause, zum Ende des sechsten Satzes, versuchte es Bauer einmal mehr mit der Brechstange gegen Schlattinger, doch dabei brach die Verletzung des Hünen wieder auf. Mit der 4:2-Satzführung im Rücken schien der TSV Calw klar auf der Siegerstraße, doch der für Bauer eingewechselte Hauptangreifer Nico Bitsch und die starke Oberndorfer Defensive hielten das Spiel offen. Die Hypothek eines 0:5-Rückstands konnten die Calwer nicht mehr gutmachen.

Das sagt der Trainer

Im achten Satz die spannendste Phase der Begegnung. Calws Schmidberger rettete zwei Mal spektakulär und das Offensivduo Schlattinger/Kraut punktete nun souverän. Einen 6:2-Vorsprung ließen sie sich nicht mehr nehmen.

Thomas Stoll, Trainer TSV Calw: „Das war unser insgesamt schlechtestes Spiel der Saison, aber gegen diesen Gegner gewinnst du niemals einen Schönheitspreis. Wir haben davon profitiert, dass Oberndorf vorn nur selten durchkam und einige Angabenfehler hatte.“