Andreas Fath setzt auf Aufklärungsarbeit, um nachhaltige Veränderungen anzustoßen. Fester Bestandteil der Forschungsprojekte ist deshalb auch immer die Einbindung von Unterstützern und Partnerfirmen (hier bei Hans Grohe im indischen Pune). Foto: H2Org

Elbe, Donau, Rhein, jetzt hat der verrückte schwimmende Professor aus Furtwangen eine neue Mission. Andreas Fath macht sich auf zu neuen Ufern – und die sind weit weg.

Als „schwimmender Professor“ ist Andreas Fath von der Hochschule Furtwangen (HFU) international bekannt. In spektakulären Forschungsprojekten verbindet er Extremsport mit Wissenschaft.

 

Er durchschwamm bereits den Rhein, den Tennessee River, die Donau und zuletzt die Elbe von der Quellung bis zur Mündung, um auf die Gefährdung von Gewässern durch die Verschmutzung mit Mikroplastik hinzuweisen.

Ein Umweltbildungsprojekt

Nun ist Fath in dem neuen internationalen Projekt „Blue Source Indien“ unterwegs: Diesmal forscht der Chemieprofessor am Ganges.

Bei dem außergewöhnlichen Umweltbildungsprojekt wurden bei einer Expedition zum Quellgebiet des Flusses im Himalaya bereits erste Wasserproben entnommen, die nun auf Mikroplastik und andere Verschmutzungen untersucht werden.

Der Ganges ist ein heiliger Fluss – und gilt gleichzeitig als einer der schmutzigsten Flüsse der Welt. Deshalb muss es diesmal für Professor Fath auch bei symbolischen Schwimmaktionen bleiben, die für Ende Januar geplant sind.

Der Ganges transportiert jedes Jahr weit über 100 000 Tonnen Plastik in den Golf von Bengalen, auf seinem rund 2500 Kilometer langen Weg bis zum Meer nimmt er die Abfälle von Tausenden Dörfern und Städten mit. Deshalb sind Andreas Fath beim Projekt „Blue Source Indien“ die Workshops und Bildungsangebote besonders wichtig, die er und sein Team für lokale Gemeinschaften entlang des Flusslaufs anbieten.

Mehr als nur Wissen

„All unsere Projekte verbinden wir mit Bildungsinitiativen, die Aufmerksamkeit für die Plastikverschmutzung in sensiblen Ökosystemen schaffen und langfristige Veränderungen anstoßen sollen“, so Fath. Da seine Projekte auch immer darauf abzielen, durch Wissenschaftskommunikation nicht nur vor Ort über das wichtige Thema Wasser aufzuklären, wird ein begleitender Film die Botschaft weltweit in die Öffentlichkeit bringen. „Darin werden wir nicht nur die wissenschaftlichen Aspekte beleuchten, sondern auch die Rolle des Flusses für die Menschen im Land wiedergeben“, berichtet Michel Mues, der an der HFU promoviert und das Projekt begleitet.

Andreas Fath hat Wasser zu seinem Lebensthema gemacht. Nicht nur in seiner Forschungsarbeit, sondern auch mit seiner gemeinnützigen Organisation „H2Org“ engagiert sich der Extremschwimmer unermüdlich für Gewässerschutz.

Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.