Der Stopp der Gigabitförderung des Bundes trifft zehn Kommunen im Zollernalbkreis hart und unerwartet. Foto: Anspach

Der Stopp der Gigabitförderung des Bundes kam für die Kommunen im Zollernalbkreis völlig überraschend. Gleich elf Kommunen sind betroffen.

Zollernalbkreis - Der Stopp der Gigabitförderung des Bundes kommt für die Kommunen im Zollernalbkreis unerwartet. Mit Albstadt, Bitz, Haigerloch, Hausen am Tann, Hechingen, Meßstetten, Obernheim, Ratshausen, Rosenfeld, Schömberg sind zehn Gemeinden betroffen

Der Glasfaserausbau steht auf drei Säulen: dem privatwirtschaftlichen Ausbau durch Unternehmen, dem geförderten Ausbau durch die Städte und Gemeinden sowie der Ausbau durch die OEW Breitband, ebenfalls gefördert. Im ersten Quartal 2022 hat die OEW Breitband ein Markterkundungsverfahren für den Zollernalbkreis durchgeführt. "Anhand der Ausbauankündigungen der Telekommunikationsunternehmen wurde ein Konzept für einen nahezu flächendeckenden Breitbandausbau erstellt", erklärt Andrea Gobbo, Leiterin des Amtes für Digitalisierung. Überall dort wo eine Unterversorgung (weniger als 100 Megabits pro Sekunde) vorliegt und kein privatwirtschaftlicher Ausbau angekündigt wurde, wollten die Kommunen und die OEW Breitband einen geförderten Ausbau vornehmen.

Hohe Investitionen

"Es handelt sich um ein Gesamtinvestitionsvolumen von 343 Millionen Euro", so Landrat Günther-Martin Pauli. Die Förderquote des Bundes lag bei 50 Prozent und die Kofinanzierung durch das Land Baden-Württemberg bei 40 Prozent. Die restlichen zehn Prozent tragen die Kommunen oder die OEW Breitband.

"Der Förderstopp hat nun fatale Folgen", so Pauli. So sei für viele Kommunen unklar, ob und wie der Breitbandausbau zukünftig fortgeführt werden könne. In ländlichen Regionen – in denen der Ausbau für private Unternehmen unattraktiv ist – bringteder Förderstopp den Breitbandausbau zum Stillstand. Die Kommunen könnten sich ohne Unterstützung diesen nicht leisten.

Angefangenes zu Ende bringen

Durch den Stopp sei zudem die bisherige Arbeit von mehreren Monaten, Markterkundungsverfahren, Kostenschätzungen, Vorbereitung der Förderanträge und Planungen, hinfällig. "Alle diese Punkte müssen erneut gemacht werden, sobald das neue Förderprogramm gestartet ist", erläutert Gobbo.

Die klare Forderung lautet daher: "Wir müssen dringend das Angefangene zu Ende bringen. Hierfür ist die Wiederaufnahme des Förderprogramms zwingend und umgehend notwendig", betonen Pauli und Gobbo.

Backbone

Die Basis für den Gigabit-Ausbau ist das Backbone-Netz, das die Städte und Gemeinden. Hierzu laufen die Baumaßnahmen für eine Trasse von 90 Kilometern Länge im Landkreis auf Hochtouren. 2021 wurden 41,2 Kilometer gebaut. Bis zum Ende des 1. Quartals 2023 werden voraussichtlich weitere 48,3 Kilometer folgen. Der Backbone-Ausbau ist vom Land gefördert und von dem Förderstopp nicht betroffen.