Der Weltraum, unendliche Weiten – das fasziniert auch in St. Georgen. Jörg Zimmermann schaut gerne in den nächtlichen Sternenhimmel. Und hierzu lädt er Interessierte in diesem Jahr gleich mehrfach ein.
Wir schreiben das Jahr 2023. Durchaus ein Besonderes. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das aktuelle „Wissenschaftsjahr“ unter das Motto „Unser Universum“ gestellt. Das reizt den 52-jährigen Jörg Zimmermann, der als Lehrer am Thomas-Strittmatter-Gymnasium arbeitet, um mit seiner Leidenschaft fürs Sterneschauen nun verstärkt an die Öffentlichkeit zu gehen. Interessierte lädt er zu verschiedenen Terminen im Jahresverlauf ein. Los geht es schon diese Woche – wenn das Wetter mitmacht.
Die Teilnahme
Interessenten sollen sich per E-Mail unter sternwarte-peterzell@mailbox.org anmelden und erfahren dann, ob und wann ein Beobachtungsabend in dieser Woche noch möglich ist. Beginn wäre um 20.30 Uhr. Eine Anmeldung ist außerdem notwendig, weil die Räumlichkeiten in Zimmermanns Sternwarte in Peterzell begrenzt sind. Letzte Details, eventuell auch eine kurzfristige wetterbedingte Verschiebung, gehen dann per E-Mail an die Angemeldeten. Er geht von zehn bis zwölf Teilnehmern pro Abend aus, rechnet aber mit einem größeren Interesse, weshalb er übers Jahr verteilt weitere solcher Beobachtungsabende anbieten möchte. Die Teilnahme ist kostenlos. Es steht aber laut Zimmermann eine Spendenkasse bereit. Die Spenden kämen der Klosterweiher-Entschlammung zugute.
Die Beobachtungszeit erstreckt sich auf rund zwei Stunden. Und in dieser Zeit können sich die Teilnehmer auf einiges gefasst machen. Zimmermanns Zwölf-Zoll-Newton-Teleskop bildet viele Lichtjahre entfernte Galaxien detailreich ab, umso mehr die Planeten unseres Sonnensystems.
Eine Sternwarte im eigenen Garten errichtet
Seit dem Jahr 2021 besitzt er im Garten an seinem Haus in Peterzell eine kleine Sternwarte. Das Dach der Hütte lässt sich wegschieben und gibt dem Teleskop freie Sicht aufs Universum. Wie teuer sein neuestes Teleskop war, möchte Zimmermann nicht an die große Glocke hängen. Aber das sei ähnlich wie bei anderen Hobbys, wenn sich beispielsweise ein begeisterter Radfahrer zwei oder drei höherwertige Räder anschaffe.
Ob die Familie seine Begeisterung teilt? Seiner Frau ist er dankbar für die Offenheit, dass er seinem Hobby in dieser Form nachgehen kann. Bei besonderen Himmelsereignissen schaue sie auch mal durchs Teleskop. Eher interessiert sei seine 13-jährige Tochter.
„Das liegt ganz tief verwurzelt in uns Menschen“
Was macht die Faszination des Weltraums aus? „Ich glaube, die Unvorstellbarkeit, was es da so alles gibt, die Entfernungen, die Größe der Objekte, das reizt sicherlich“, so Zimmermann. Er spricht von einer „Grundneugier“, die sich beim Menschen einstelle, „wenn er da hochguckt und sich fragt, was ist das eigentlich. Das liegt ganz tief verwurzelt in uns Menschen.“
Das dieses Interesse viele St. Georgener teilen, hat er auch in einer von ihm gegründeten Astronomiegruppe auf einem Social-Media-Kanal festgestellt mit derzeit rund 70 Mitgliedern. Dieses „Grundinteresse“ bemerkte er auch bei Jugendlichen. So versucht er, im Bildungszentrum eine Projektgruppe für Schüler zu gründen. Dabei gehe es um die Fotografie von Himmelskörpern. Die Ergebnisse sollen am Tag der Astronomie am 28. Oktober präsentiert werden.
Weitere Termine
Über die weiteren Beobachtungsabende möchte Zimmermann kurzfristig informieren, da sie eine klare Sicht erforderten und deshalb wetterabhängig seien. Vorgesehen sei Ende April außerdem ein Teleskoptreffen. Alle, die ein Teleskop hätten, besonders diejenigen, die es schon längere Zeit nicht mehr nutzten, seien willkommen. Aber auch andere, die einfach schauen möchten. Für die Grundschüler in Peterzell nimmt er sich am Forschertag der Schule am 13. Juni Zeit und erklärt und zeigt Himmelsphänomene. In der Planung hat er auch eine Veranstaltung am Astronomietag am 28. Oktober in St. Georgen mit Vorträgen, einer Ausstellung und bei passendem Wetter auch Himmelsbeobachtungen. So gebe es an diesem Tag eine partielle Mondfinsternis.
Initiiert vom Schwarzwaldverein wird Zimmermann am 17. November am Vereinsheim Lindenbüble einen Blick in den Nachthimmel werfen und Sternbilder zeigen, wobei das auch vom Wetter abhänge.
Günstige Orte
Als günstige Standorte in St. Georgen mit wenig Lichtverschmutzung, also wenigen künstlichen Lichtquellen, empfiehlt Zimmermann für Sternenbeobachtungen die Lange Gasse im Ortsteil Brigach und den Bereich Kesselberg in Oberkirnach.