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Faszination Sport Laufen fast bis zur Erschöpfung

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Ein bisschen Posen gehört dazu: Nach zwei Kilometern Schwimmen, 90 Kilometern auf dem Fahrrad und einem abschließenden Halbmarathon läuft Dominik Sowieja beim Ironman 70.3 in Vichy ins Ziel. Foto: Sowieja

Es geht aufwärts – in kleinen Schritten. Eigentlich ist ein Halbmarathon für Dominik Sowieja kein Problem. Die 21 Kilometer schafft der 26-Jährige normalerweise locker – auch nachdem er zuvor bereits zwei Kilometer geschwommen und 90 Kilometer Fahrrad gefahren ist.

Dominik Sowieja ist Triathlet. Die vergangenen Monate waren die vielleicht härtesten in seinem Lebens. Im Oktober wurde er beim Training in den USA von einem Pick-up-Truck angefahren. Ein Lenden- und ein Brustwirbel waren gebrochen.

Drei Monate später, Anfang Januar: Dominik Sowieja kämpft sich zurück, Folgeschäden sind bis auf eine komprimierte Bandscheibe zum Glück keine geblieben. Den Alltag kann er schon wieder bewältigen. Der 26-Jährige hat nach seinem Studium der Robotik und Automation einen Job als Softwareentwickler angefangen.

Eigentlich hatte Sowieja von einer Sport-Reise mit großen Wettkämpfen und der Quali für die Ironman 70.3-WM geträumt. Doch mehr als ein ausgedehnter Spaziergang oder gemütliches Radfahren auf der "Rolle" – dem Heimtrainer – sind für ihn zu diesem Zeitpunkt nicht drin. "Die größten Probleme habe ich noch mit der Koordination", sagt er. An dieser arbeitet er täglich. Dazu hat Sowieja den Skilanglauf für sich entdeckt. "Das ist schonender für die Wirbelsäule", sagt er und lacht. Mit dem Lauftraining hat er auch wieder begonnen.

Der 26-Jährige ist ein echter Kämpfer. Der Ehrgeiz ist auch nach dem Unfall nie verflogen. Der Kalender für die Saison ist bereits ausgearbeitet. Am 29. April findet in Alsdorf die Duathlon-DM statt. Diese hat sich Sowieja als Ziel gesetzt. Dort hat er vor zwei Jahren einen seiner größten Erfolge eingefahren. 2016 wurde der Hochemminger in Alsdorf deutscher Meister im Duathlon. Dazu kam die deutsche Meisterschaft sowie die Europameisterschaft über die Triathlon-Mitteldistanz. Es war das erfolgreichste Jahr seiner noch jungen Karriere.

Das erstaunliche: Erst fünf Jahre zuvor hatte Dominik Sowieja an seinem ersten Triathlon teilgenommen, 2010 mit dem Training bei Tria-Schramberg begonnen. Seither ging seine Karriere schnell bergauf. 2017 war sein erstes Jahr bei den Profis. Beim Ironman 70.3 in Vichy wurde Sowieja Fünfter, sein bestes Saisonergebnis. Außerdem gelang ihm mit seinem Team von der Neckarsulmer Sport Union der Klassenerhalt in der 1. Bundesliga. "Das erste Profi-Jahr war eine super Erfahrung für mich. Endlich mal im gleichen Feld wie die großen Jungs zu starten und den direkten Vergleich zu haben." Natürlich hat er sich den Ausgang anders vorgestellt, als für mehrere Monate ans Bett gefesselt zu sein. Doch der Blick geht inzwischen nur noch nach vorne: "Nächstes Jahr will ich dann wieder voll angreifen und mich für die Ironman 70.3-WM qualifizieren." In diesem Jahr möchte er seinen Körper wieder auf Höchstleistungen vorbereiten, um langfristig an die Weltspitze vorzustoßen

Sein übliches Trainingspensum steht in etwa bei 20 Stunden in der Woche. Die Einheiten sind in die drei Disziplinen aufgeteilt. Dazu kommen Krafttraining und Stabilisationsübungen. Sowiejas Lieblings- und auch beste Disziplin ist das Laufen. Dadurch kam er damals überhaupt erst zum Triathlon. "Früher war Fußball für mich das Größte. Auch da ist schon immer aufgefallen, dass ich ein guter Läufer bin", blickt der 26-Jährige zurück. Dann machten im Wachstumsprobleme im Knie zu schaffen. Den Großteil der Spiele musste er aussetzen. Ein Arzt hatte ihm als Ausgleich das Laufen empfohlen. Die ersten Volksläufe folgten.

Auch Radfahren und Schwimmen mochte der Hochemminger schon immer. "Ich bin immer mit dem Rad zur Schule gefahren. Mit dem ersten Rennrad und den ersten Pässen in Südtirol war mein Fieber geweckt", erinnert er sich. Ins Schwimmbecken brachte in sein Großvater. "Als kleines Kind sind wir, wenn wir bei den Großeltern zu Besuch waren, vor dem Frühstück ins Freibad und einen Kilometer geschwommen. Das hat schon geprägt." Die Grundsteine waren also früh gelegt. Dazu kommt Sowiejas enormer Ehrgeiz. Der Weg zum Triathlon war frei.

Ohne die nötige Portion Ehrgeiz kann man diese Sportart vergessen. Man muss sich quälen können – anders geht es nicht. "Ich liebe es einfach, aktiv zu sein", schwärmt Sowieja. Er bezeichnet die Sportart als seine ständige Suche nach neuen Grenzen. "Und damit diese verschoben werden können, muss man sich quälen", sagt er lachend. Es ist wie eine Sucht: "Es ist einfach immer wieder ein verdammt gutes Gefühl, alles aus seinem Körper herausgeholt zu haben, was geht", sagt er. "Der Triathlon-Virus hat mich infiziert."

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Cornelia Spitz

Fax: 07721 9187-60

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