Ein besonderer Blickfang ist in der Mineralienausstellung im Turmquartier unter 150 Ausstellungsstücken die riesige Druse mit ihren funkelnden Amethysten. Foto: Hans Schabert

Altbürgermeister besichtigen die Mineralienausstellung im Pforzheimer Turmquartier. Auch in der Bergwerksstadt Neubulach gibt es eine solche Präsentation und noch mehr.

Das Mineralienmuseum in der Alten Bergvogtei in Neubulach ist weithin bekannt. Anlässlich der 750-Jahr-Feier wurde die Ausstellung 2025 neu gestaltet. Dies ließ sich die Stadt 100 000 Euro kosten. Im Schwarzwälder Boten war zur Wiedereröffnung über die ersten Eindrücke zu lesen: „‚Ich lebe zwischen Kristallen und alten Stollen‘, erzählt Steintroll Kristallinchen gleich zur Begrüßung. Sie und der Knappe Kilian führen die Besucher durchs Museum. Und wie bei jedem richtigen Ausflug in den Bergbau geht es erst einmal durch einen dunklen Tunnel“. Zum gleichen Metier zählt die Ausstellung im Turmquartier der Sparkasse Pforzheim Calw in der Goldstadt, die jüngst die Wandergruppe der Ruhestands-Bürgermeister aus Enzkreis und angrenzenden Nordschwarzwald-Gemeinden besuchten.

 
Ein Teil der wandernden Altbürgermeister stellte sich im frühlingshaft erblühenden Pforzheimer Stadtgarten zu einem Foto zusammen (von links): Willi Rutschmann, Reiner Herrmann, Bernd Kielburger, Wandergruppen-Organisator Frank Kreeb, Dietmar Greif und Volker Winkel. Foto: Hans Schabert

Dieser gehören auch der einst in Neuweiler tätige Autor dieses Beitrags sowie der frühere Rathauschef von Oberreichenbach, Dietmar Greif, an. Als einstige ehrenamtliche Führungskräfte der Schwarzwaldwasserversorgung und Mitglieder der Regionalverbandsversammlung hatten sie teils auch Entscheidungen für den Nachbarkreis mit zu treffen und sind dadurch den früheren dortigen Kollegen besonders verbunden. Durchs Grün der Goldstadt von der Mündung der Würm in die Nagold, immer dieser entlang durch den Stadtgarten bis zum Zusammenfluss mit der Enz, führte jüngst ihr Weg. Im Turmquartier der Sparkasse gab es einen freundlichen Empfang. Eine Führung für die Ex-Schultes hatte Direktor Stephan Günthner aus Sprollenhaus vorbereiten lassen.

Infos zur Verwertung der Bodenfunde

Der Chef-Organisator der Wanderer, Frank Kreeb aus Engelsbrand, war am Ende so fasziniert von den durch die Natur geschaffenen, teils bizarr, teils kunstvoll wirkenden Ausstellungsstücken, dass er am Ende seine Dankesworte ergänzte: „Da komme ich bald wieder zusammen mit meinem Enkel.“ Seine und auch anderer Begeisterung galt nicht nur der Optik des Ausgestellten. Auf Informationssäulen und Tafeln ist nämlich vielerlei über die Entstehung und die sich im Lauf der Geschichte wandelnden Verarbeitungs- und Verwertungsarten der Bodenfunde bis in die Gegenwart zu erfahren. Kleine Schilder geben für jedes präsentierte Mineral dessen chemische Zusammensetzung sowie den Herkunftsort an.

Riesige Drusen aus Brasilien

Ganz besondere Hingucker sind zwei riesige Drusen aus Brasilien, aus denen Amethysten funkeln. Unter rund 150 Exponaten sind auch viele aus der näheren Umgebung, die oft mit gleichartigen irgendwo aus dem Schwarzwald, aus Deutschland oder der weiten Welt gezeigt werden. So liegt bei zwei unterschiedlich zusammengesetzten Azurit-Stücken aus Neubulach ein solches aus Griechenland. „Azurblau aus Neubulach war bis nach Italien bekannt“, ist ein paar Schritte weiter zu lesen.

Themenpfad und Besucherbergwerk

Schwarzer und Brauner Glaskopf aus Neuenbürg, Stinkquarz aus Dietlingen oder Eisenerze aus der Grube Käfersteige bei Pforzheim-Würm sind zu finden. Vielfältig ist auch die auf Familien abgestimmte Ausstellung in Neubulach in der nach einem Brand 1505 neu errichteten, vermutlich im 13. Jahrhundert entstandenen Bergvogtei. Zwei Dinge hat die Bergwerksstadt an den Nagoldzuflüssen Teinach, Dürrbach und Ziegelbach der Goldstadt sogar voraus: den Themenpfad „Kilians Erzweg“ und das vom Verein „Stollengemeinschaft der historischen Bergwerke Neubulach“ betriebene Besucherbergwerk Hella-Glück-Stollen. Von April bis September werden dort die medizinisch anerkannten Heilstollenkuren angeboten. Start ist dieses Jahr am 7. April und eine Anmeldung erforderlich. Näheres ist über die Homepage www.neubulach.de der Bergwerksstadt zu erfahren.