Die Schlüssel des Tuninger Rathauses sind jetzt in Narrenhand. Kindernarrenbaum im Garten des Familienzentrums aufgestellt.
Der komplette schmotzige Donnerstag gehörte den Tuninger Narren, denn bereits früh morgens strömten die Narren aus, um die Kinder aus dem Kindergarten und der Schule zu befreien.
Mit einer großen Abordnung stürmten die Tännlegeister ins Familienzentrum, im ersten Schritt begleiteten sie die Kinder beim Aufstellen des eigenen Kindernarrenbaumes im Garten. Hier wurden sie zudem mit einer Geldspende von 150 Euro bedacht, um Spielzeug kaufen zu können.
Spende für Spielzeug
Nach getaner Arbeit hieß es dann, jedoch Sprüche aufsagen und das hatten viele Kinder im Vorfeld kräftig geübt. Der Narrenchef Thomas Hütter staunte nicht schlecht, als ein Kind ihm einen großen Vers in der Landessprache des Kindes auftrug und er dies aus Respekt mit Bonbons belohnte. Ob er dies jedoch tatsächlich auch verstanden hat, das bleibt ein Geheimnis, das abschließende Olé deutete jedoch auf Spanisch hin.
Die zweite Narrengruppe war unterwegs zum Waldkindergarten, auch dort wurden sie freudig von den Kindern erwartet. Die Lehrer der Grundschule hatten etliche Aufgaben zu bewältigen mit der Ergebnis, dass dies zu viel für sie war und die Kinder vom Unterricht befreit wurden.
Unter den Klängen des Musikvereins wurde am Nachmittag Bürgermeister Ralf Pahlow samt seiner Belegschaft aus dem Rathaus abgeführt, und musikalisch zog der Tross zur Festhalle, wo bereits die Kinderfastnacht in vollem Gange war.
Hier musste er sich vor dem Ankläger Uwe Bioni rechtfertigen denn etliche Verfehlungen wurden übers Jahr notiert. „Wer kontrolliert die Einhaltung der Katzenschutzverordnung, und warum muss man eine Friedhofssatzung mit 24 Paragraphen aufstellen?“ Da versuchte der Schultes noch, sich zu rechtfertigen, aber dass es jetzt eine Auswahl von acht verschiedenen Bestattungsmöglichkeiten gibt, da war selbst Pahlow überrascht.
Pahlow ist überrascht
Alles Argumentieren und auch das Bestechen der Kinder mit einem großen Korb Bonbons half nichts, letztlich ging der Rathausschlüssel an die Narren, und diese versprachen eine außergewöhnlich gute Verwaltungsarbeit in den nächsten Tagen.
Für die Kinder gab es zahlreiche Spiele, aber auch die Jugendjazztanzgruppe lieferte einen klasse Tanz auf der Bühne. Fast schon wie beim Kölner Karneval wurden jede Menge Süßigkeiten in die Kinderschar geworfen, und sichtlich alle hatten ihren Spaß dabei. Fast lückenlos ging der Kindernachmittag in die dritte Auflage des Hemglonkers über. Bis spät in die Nacht wurde kräftig gefeiert.
Änderung für 2026
Für’s nächste Jahr möchte Thomas Hütter eine Änderung des Fastnachtabends erreichen, denn die Kosten und der Aufwand für die Hallenveranstalung stehe in keinem Verhältnis zum Ertrag, so Hütter. Und das Jahr drauf soll es aus Anlass des 33-jährigen Bestehens etwas ganz Großes geben. Unterm Strich zeigten sich die Narren bestens zufrieden mit dem Fastnachtstart. Und man hat noch einiges vor.
Am Sonntag, 2. März, sind die Tännlegeister beim großen Umzug in Schwenningen (Beginn 14 Uhr) und am Montag, 3. März, (Beginn ebenfalls um 14 Uhr) beim Bad Dürrheimer Umzug mit voller Mannschaft dabei.