Wenn die Ranzengarde der Eggäsli-Zunft beim Männertanzwettbewerb die Bühne erobert, gibt es kein Halten mehr. Foto: Hans Herrmann

Wenn die Ranzengarde lossurft, wird die Bühne zum Hexenkessel: Die Traditionsveranstaltung der Eggäsli-Zunft aus Fützen hat Kultstatus.

Mit echtem Kultstatus gehört der Männertanzwettbewerb der Eggäsli-Zunft Fützen zu einem der absoluten Höhepunkte der regionalen Fastnacht.

 

Wenn am Rosenmontag, 16. Februar, 20.11 Uhr, in der Fützener Buchberghalle der Vorhang fällt, gibt es auf der Bühne und im Publikum kein Halten mehr. Einmal so richtig aus der Reihe tanzen und die Bretter der Welt erobern, ist bei den Teilnehmern die Herausforderung.

Sobald die Männerbeine bei ideenreichen Choreografien das Kommando übernehmen, brennt die Luft, und in der Halle ist echter Ausnahmezustand angesagt. Diese Veranstaltung machte sich in über zwei Jahrzehnten einen überregionalen Namen und lockt die Besucher in Scharen.

Die reich mit Bewegungskunst ausgestatteten Männergruppen nehmen bei diesem Spektakel das Heft in die Hand und beweisen nicht nur den Frauen manch unvergleichbaren Hüftschwung.

Besondere Reize

Dass so ein haariges Männerbein ganz besondere Reize ausüben kann, findet in unterschiedlichen Formen seine Bestätigung. Voller Stolz wird der kleinere, aber auch etwas größere Bauchansatz dem Publikum zur Schau gestellt und manche behaarte Brust gerät völlig außer Atem.

Es sind die Guggenmusiken, die beim Männertanzwettbewerb der Eggäsli-Zunft für weitere Stimmung sorgen. Foto: Hans Herrmann

Kein Sexismus, sondern der pure Tanzklamauk, gepaart mit erstaunlich sportlichen Leistungen, beherrscht von der ersten Minute die Bühne. Bis hin zu etwas seltsamer Akrobatik liefern die unterschiedlichen Gruppen ihren individuellen Auftritt ab.

Seit der Premiere ist das eigene Ensemble der Eggäsli-Zunft – die Ranzengarde – mittendrin. Meistens einige Kilogramm schwerer, sind sie ein Garant für eine unvergessene Körpersprache. Wenn sie über die Bühne surfen, verwandelt sich der Saal in einen Hexenkessel. Aber auch der einheimische Herdäpfelkär aus Fützen steht ihnen mit viel Extravaganz nicht im Geringsten nach.

Als Stammgäste gehören die Horrschties aus Waldhaus mit ihren zirkusreifen Nummern zu den jährlichen Höhepunkten. Die Naturburschen aus dem Schwarzwald konnten sich schon oft als Sieger feiern lassen. Die Biberjohli aus Watterdingen mischen in diesem Jahr das Feld weiter auf. Ihren mit Spannung erwarteten Auftritt werden die Stampfi Geischt Nöggenschwiel aus dem Kreis Waldshut in der Halle feiern. Dazu wird mit einer weiteren Gruppe aus dem Hegau gerechnet.

Schräge Töne

Dieses Tanzspektakel wird in den Pausen mit Auftritten verschiedener Guggenmusiken weiter aufgemischt. Die Bittelbrunner Glockästupfer, die Gugge-Mucke Aldingen sowie X-plosiv Singen bringen mit schrägen Fastnachtstönen die Besucher aus dem Häuschen.

Als Conférencier ganz eigener Art führt der altgediente Eggäsli-Narrenvater Stefan Schmid seit 2010 mit seinem beispielhaften Humor durch den Abend. Im Fützener Volksmund nur „Bueli“ genannt, läuft er als echtes Unikum bei dieser Veranstaltung zur Hochform auf.

Die gesamte Eggäsli-Zunft präsentiert sich von ihrer besten Seite und lässt mit ihrem vielseitigen Service nichts anbrennen. Dazu gehören die XXXL-Bar sowie ein schmackhaftes Angebot an Essen und Getränken. Mit stimmungsvoller DJ-Musik wird in der Halle weiter eingeheizt.

Im Zeichen der Eidechse

Die Eggäsli-Zunft Fützen wurde 1973 offiziell gegründet. Der Begriff Eggäsli stammt aus dem Schweizerdeutschen und bedeutet Eidechse. Im Jahr 2000 wurde in der Zunft das neue Häs vorgestellt, welches komplett in Eigenarbeit hergestellt wird. In den Hauptfarben Rot, Grün und Gelb werden etwa 6000 Filzfleckle verarbeitet. Der Schwanz der Eggäsli ist als markantes Kennzeichen circa 180 Zentimeter lang.

Kurz-Info: Der Verein zählt mehr als 100 aktive Mitglieder, darunter etwa 30 Kinder sowie 13 Zunfträte. Der Narrenruf lautet „Eggäsli – Narro“.