Tolle Kulisse für die Narren, hier den Frohsinn Donaueschingen entlang der Umzugsstrecke mit zahlreichen Besuchern. Foto: Roger Müller

Ohne bissige Mottowagen wäre der große Umzug durch die Donaueschinger Innenstadt nur halb so witzig – und das wissen die Narren nur zu gut. Sieben Wagen waren es in diesem Jahr.

Den Auftakt machte das geplante Kurzzeithotel, das durch ein kreatives Wortspiel kurzerhand zum „Stundenhotel“ wurde – wobei das Wort „Stunden“ sicherheitshalber durchgestrichen war. Na, wer da wohl auf dumme Gedanken kommt? Natürlich durfte auch das legendäre Verkehrskonzept nicht fehlen – schließlich sorgt es vor allem an den närrischen Tagen für mehr Verwirrung als eine Polonaise rückwärts.

 

Paraderolle als Erik Pauly

Alexander Bertsch brillierte in seiner Paraderolle als Erik Pauly, während er vor dem blauen Rathaus thronte. Sein Wagen, verziert mit einem blauen Band, stellte die Verkehrsführung dar – oder war es doch eher ein visuelles Labyrinth, das den Nerv der Bevölkerung trifft? Allmendshofen hat sich längst den Status eines „kleinen gallischen Dorfes“ à la Asterix und Obelix erkämpft und ist aus dem Stadtgeschehen nicht mehr wegzudenken.

30 Jahre Hans-Heini-Narro

Die „Almishofener“ ehrten auf ihrem Wagen das 30-jährige Jubiläum der Hans-Heini Narro, stilecht mit einem mittelalterlichen Markt vor dem nachgebauten roten Rathaus – eine Zeitreise mit jeder Menge Schalk im Nacken. Die DJK widmete ihren Wagen dem Amt für öffentliche Ordnung, das in letzter Zeit mehr Personalwechsel als ein Karussell hatte. Bürokratieabbau? Fehlanzeige! Das Motto hätte auch lauten können: „Wechsel dich, wer kann!“ Die Kirchenbankrutscher hatten ein besonderes Highlight auf dem Kieker, die geplanten Sandkästen auf dem Hengstplatz.

Der Mottowagen der Brauerei, ganz getreu dem Indianermotto „Wir kamen in Frieden – und so soll es bleiben“ mit Diane Rothweiler als echte Squaw im Schiff, ein Reliquie von vor 25 Jahren. Foto: Roger Müller

Beim Zunftball wurde bereits spekuliert, ob diese nicht als XXL-Katzenklo oder als Spielfeld für den brandneuen Steckenpferd-Polo-Verein dienen könnten. Man stelle sich das Spektakel vor, edle Reiter, stolze Steckenpferde und ein fröhlich staubender Sandkasten! Und dann wäre da noch die Fürstenberg Brauerei, vor 25 Jahren wagten sie sich zum ersten Mal auf den Cannstatter Wasen und sorgten im Schwabenländle für Aufsehen.

Fest verwurzelt

Ihr Motto damals „Wir kamen in Frieden!“ – und inzwischen sind sie dort so fest verwurzelt, wie eine Bierbank nach einer feuchtfröhlichen Nacht. Mit dabei das originale Fürstenberg-Schiff, das vor 25 Jahren eigens für diesen Anlass gebaut wurde.