Die „Schindluder“ gehören zum Narrenbund Neuhausen auf den Fildern und begeisterten nicht nur mit ihrem schelmischen Gesichtsausdruck, sondern hatten auch den weitesten Weg auf sich genommen, um beim Dauchinger Nachtumzug dabei zu sein. Foto: Gertrud Hauser

Am Wochenende machten Hexen und weitere Narren Dauchingen zu einer Hochburg der Narretei. Schon bei der Partynacht am Freitagabend füllte sich die Festhalle mit Hexenzünften nah und fern.

Bei der Partynacht am Freitagabend füllte sich die Festhalle mit Hexenzünften aus nah und fern, die von der Zunftmutter Silke Mühlbach von den Dauchinger Neckartäle Waldhexen herzlich begrüßt wurden.

 

Sie freute sich darüber , dass 17 Zünfte zu dieser siebten Partynacht gekommen waren. Darunter die Lehrhexen aus Niedereschach und die Schabelhexen aus Bad Dürrheim.

Beide Zünfte zeigten imposant ihre Hexentänze auf der Bühne, gerade die Lehrhexen mit ihren langen Mähnen führten ausdrucksstark ihr Hexendasein vor, dies in voller Montur und Schemen begeisterten sie das närrische Publikum mit artistischen Einlagen. Dieses ließ die Lehrhexen nicht ohne Zugabe von der Bühne gehen.

Imposante Hexentänze

Nach den Darbietungen auf der Bühne heizte DJ Karl Schlagerfeld mit heißer Musik den Narren mächtig ein, und es wurde getanzt und geschunkelt. Einfach eine gute Stimmung an diesem Abend. Da ja Valentinstag war, überraschte der zweite Vorsitzende Daniel Meusch die arbeitenden Damen an der Theke und in der Küche mit einer Rose.

Die Funkenhexen aus Spaichingen. Foto: Gertrud Hauser

Am Samstagmorgen herrschte in der Dauchinger Vorderenstraße ein emsiges Treiben, die örtlichen Vereine bauten ihre Besenwirtschaften bei eisigen Temperaturen trotz Sonnenscheins auf. Die Dauchinger Feuerwehr, der Musikverein und der FC luden am späten Nachmittag und den ganzen Abend bis in die Nacht hinein, zu Speis und Trank ein. Die Neckartäle Waldhexen hatten wieder ihr Partyzelt aufgebaut, und in der Festhalle konnten sich die Narren vor und nach dem Umzug nicht nur von der Kälte draußen aufwärmen, sondern wurden bestens von den Waldhexen bewirtet.

Zahlreiche Zünfte durfte die Zunftmutter Silke Mühlbach beim Zunftmeisterempfang begrüßen. Darunter befanden sich viele Zünfte, die zum Stamm des Dauchinger Nachtumzugs gehören, darunter die Bauchenberg-Hexen die in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiern können.

Schwenninger Zünfte

Im Übrigen war Schwenningen mit ihren zahlreichen Zünften in Dauchingen gut vertreten, so waren unter anderem die Schwenninger Bären nach ein paar Jahren der Abstinenz wieder zum Nachtumzug gekommen. Die Zunft hat 200 Mitglieder darunter 90 Aktive, auch die Flammenteufel und alle Hexenzünfte aus Schwenningen kommen immer wieder gerne zum Nachtumzug nach Dauchingen.

Gerne stießen die Zunftmeisterin Silke Mühlbach, der zweite Vorsitzende Daniel Meusch und Andreas Lorenz mit den Vertretern der „Waldgsindel“ aus Marbach und den „Büchele Kräuterhexen“ aus Tuttlingen mit deren mitgebrachten Kräuterlikör an. Foto: Gertrud Hauser

Die Haldenzunft aus Mühlhausen konnte Silke Mühlbach herzlich begrüßen. Deren Zunftmeister ließ einen spaßigen Spruch los: „Die Haldehexe aus Mühlhausen auch in ihrem 30. Jahr durch Dauchingen sausen“.

Den wohl weitesten Weg hatten die „Schindluder“ des Narrenbundes Neuhausen auf den Fildern, eines von 15 Zünften, die in diesem Bund beheimatet sind und sich mit ihren frechen Gesichtern von den übrigen anwesenden Zünften abhoben, machten mit ihren Ratschen auch mächtig Krach in den Straßen.

Rote Nebelschwaden

Mit einem übergroßen Hexenwagen kamen die Funkenhexen aus Spaichingen mit einer großen Anzahl von Hexen zum ersten Mal zum Nachtumzug. Mit ihren roten Nebelschwaden brachten sie die unheimliche Stimmung einer Hexennacht zur Geltung. Eine ganz junge Zunft mischte in diesem Jahr mit: die Schleifenbach-Hexen aus Blumberg. Sie besticht mit ihren naturbelassenen grimmig ausschauenden Schemen und dem großen Hut. Derzeit sind es neun Aktive in der seit zwei Jahren bestehenden Hexenzunft.

Junge Zunft aus Blumberg

Um 19 Uhr war es dann soweit, und der nächtliche Umzug startete, angeführt von der Dauchinger Musikkapelle mit ihrem Dirigenten Gabor Fehervari, natürlich mit dem Hexenmarsch.

Die Lehrhexen Niedereschach auf der Bühne bei der Partynacht. Foto: Gertrud Hauser

44 Gruppen haben sich zu diesem nächtlichen Spektakel angesagt und begeisterten Tausende von Zuschauern, die sich an der Umzugsstrecke eingefunden hatten. Darunter viele Hexenzünfte, aber auch Teufel, Drollis, Geister und weitere Narren zogen durch die Straßen.

Wobei auch mancher Schabernack mit den Zuschauerinnen und Zuschauern getrieben wurde, so wie die Bauchenberg-Hexen, die so manche Junge Maid in ihren Hexenwagen zogen, dies doch alles im Rahmen der Unterhaltung – so kamen sie dann strohbedeckt wieder da heraus.

Es war wieder ein Nachtumzug, der nicht nur Tausende von Menschen aus der ganzen Umgebung nach Dauchingen zog, sondern bei dem alle Narren, gleich welchen Alters, ihren großen Spaß hatten.