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Fasten Verzicht auf Plastik und Glückshormone

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Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Dabei wird auf die verschiedensten Luxusgüter verzichtet. Foto: Pixabay

Region - Bonbons und Fasnets-Küchle, Berliner und Gummibärchen - mit dem Aschermittwoch geht die Schlemmer-Zeit zu Ende. Zumindest offiziell, denn die Fastenzeit wird heute längst nicht mehr so streng genommen, wie in früheren Zeiten.

"Ursprünglich wurde tatsächlich 40 Tage lang nichts gegessen", nennt Pfarrer Martin Schwer aus Oberndorf, was für viele heute nicht mehr vorstellbar ist. "Nur am Sonntag brach man mit dem Fasten." Daher beginne diese Zeit auch an einem Mittwoch, dem der Sonntag nicht mehr allzu fern sei.

Mit der Zeit wurde die strenge Regelung stark aufgeweicht, man verzichtete irgendwann nur noch auf bestimmte Lebensmittel, darunter Fleisch von warmblütigen Tieren. "Weil Hühner warmblütig sind, aß man deren Eier auch nicht und die haben sich bis Ostern gestaut", erklärt Schwer. "Dann wurden sie verschenkt, womit das Osterei erfunden war. Es ist noch dazu ein Symbol für das Leben und die Fruchtbarkeit." So entwickelten sich die Traditionen weiter.

Auch Zeit kann gefastet werden

Die Protestanten haben zum Beispiel lange nichts von der Fastenzeit gehalten. "Luther hat den Fastenden misstraut, weil viel gemogelt wurde, zum Beispiel mit Fleisch in Maultaschen." Inzwischen werde das Fasten auch bei den evangelischen Christen wieder höher gehalten. "Die Aufrufe zu sieben-Wochen-ohne kommen auch von der evangelischen Kirche", sagt Schwer.

Der ursprüngliche Gedanke hinter dem Fasten sei die innerliche, spürbare Vorbereitung auf Ostern, in sehr frühen Zeiten mit dem Advent auch auf Weihnachten. 40 Tage seien das, weil die 40 als Zeiteinheit in der Bibel oft als Rahmen einer Lebensetappe vorkomme. "Jesus ging auch 40 Tage lang in die Wüste und fastete." Ein Symbol für Umkehr und Neubeginn. "Damit steht die Asche des Aschermittwoch eigentlich auch für Leben, das Alte wird verbrannt und etwas Neues beginnt."

Der Sinn der Fastenzeit bestehe also darin, sich zu besinnen und bewusster zu leben. "Die Tradition hat sich verändert, der Grund bleibt der gleiche. Sie muss jedoch immer in die Zeit passen", erklärt der Pfarrer. "Früher, als in der Fastenzeit nichts gegessen wurde, trank man Schwarzbier. Damit konnte man sich kalorientechnisch besser über Wasser halten. Heute wird dagegen auf Schwarzbier verzichtet, weil es inzwischen als Luxusgut gilt." Auch gebe es heute viele Vegetarier, damit sei der Verzicht auf Fleisch nichts besonderes mehr und es müsse eine andere Fasten-Idee her.

Das Verzichten müsse in die aktuelle Lebenswelt passen und die Menschen fordern. "Sei es nun, indem man auf Süßes verzichtet, auf das Auto oder das Handy ein paar Wochen lang weglegt." Eine andere ihm bekannte Möglichkeit sei das Zeitfasten. "Man nimmt sich Zeit für Freunde und Familienmitglieder, denen man sonst zu wenig Zeit schenkt."

Süßigkeiten fasten am beliebtesten

Die modernen Fasten-Trends lassen kaum etwas aus. Auf Facebook finden sich Gruppen zum Verzicht auf Süßigkeiten oder zur veganen Lebensweise. Während die einen auf ihr Smarthphone verzichten oder nur noch Wasser trinken, gehen die anderen nicht mehr Shoppen oder tun aktiv etwas für die Umwelt. Ohne Auto, Müll oder Verschwendung zu leben sind Möglichkeiten. Sogar zu Dopamin-Fasten spucken die gängigen Suchmaschinen so einiges aus. Dabei verzichtet der Fastende auf alles, was Spaß macht. Nach den sieben Wochen habe man dafür wieder umso mehr Freude am Leben und auch an Kleinigkeiten, die einen zum Lächeln bringen. Kein Essen, kein Smartphone, keine Musik, kein Sport – nicht einmal Augenkontakt ist beim Dopamin-Fasten in den 40 Tagen erlaubt. 

Wer zu weniger radikalen Fasten-Trends tendiert, interessiert sich vielleicht für eine aktuelle Umfrage der DAK. 1001 Personen wurden zwischen dem 6. und 10. Februar nach ihren Fasten-Gewohnheiten gefragt, Mehrfachantworten waren möglich. Das Ergebnis: 44 Prozent der Befragten haben schon oft gefastet, für 23 Prozent kommt das gar nicht in Frage. 11 Prozent haben sich noch nie in 40 Tagen Verzicht geübt, könnten sich das aber einmal vorstellen. 

Beim Fasten würden die Befragten am ehesten auf Folgendes verzichten: 67 Prozent entschieden sich für den Verzicht auf Süßigkeiten, 65 Prozent wollen auf Alkohol verzichten. Fleisch essen würden 47 Prozent der Befragten sein lassen, 38 Prozent greifen nicht zur Zigarette und bei 37 Prozent bleibt der Fernseher aus. Auf Internet oder Computer wollen nur 29 Prozent verzichten, 19 Prozent würden das Auto in der Garage stehen lassen. 

Wir haben uns per Instagram-Umfrage auch einmal umgehört, worauf unsere Leser in der Fastenzeit verzichten. "Auf Alkohol und Süßigkeiten", "Plastik" oder auf "Alle Getränke mit Zucker", lauten einige Antworten. Oder auch ganz humorvoll: "Auf Fasten".  

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