40 Tage Verzicht: Die Fastenzeit bis Ostern kann man ganz unterschiedlich und individuell gestalten. Fastenleiterin Anke Kühn aus Horgen gibt Tipps und Anregungen.
Handyfasten, Energiefasten, Basenfasten, Fasten nach Buchinger – die Möglichkeiten des Fastens sind vielfältig und individuell. Das körperliche Fasten, also der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel, oder radikal auf Lebensmittel, erfreut sich seit vielen Jahren großer Beliebtheit.
„Denn so eine kleine Auszeit bietet auch neue Perspektiven“, weiß Fastenleiterin Anke Kühn aus Horgen, die alljährlich die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern für sich nutzt, und im Interview über Vorteile, Möglichkeiten und neue Perspektiven spricht.
Altes loslassen
„Fasten ist mehr als nicht essen. Es bietet Raum und Möglichkeit, Altes loszulassen in Körper, Geist und Seele. Dadurch entsteht die Möglichkeit, vieles neu zu betrachten und auszurichten. Der Körper bekommt neue Kraft und Energie, der Geist wird klarer und kann auf neue Ziele ausgerichtet werden“, sagt sie. Man könne sich beim Fasten auch aus alten Mustern befreien und diese neu überdenken.
Doch oft falle der Verzicht auf Gewohntes eben nicht leicht. Das kenne sie von sich, aber auch von ihren Fastenkursen, die sie regelmäßig anbietet nur zu gut.
Basenfasten zum Einstieg
Ihr Tipp für Einsteiger ist das Basenfasten. „Der Vorteil ist, dass man essen kann“, sagt sie. Drei Mahlzeiten am Tag sind erlaubt. Obst, Gemüse, Nüsse, Salat, Gewürze und Kräuter sind hierbei „erlaubt“.
„Dass man essen darf, das hilft vielen“, so Anke Kühn. Eine Schwierigkeit sei auch oft, dass wenn einer aus der Familie faste, die anderen Angst hätten, dass derjenige verhungern könnte.
Vorteil des Basenfastens sei, dass die Familie nicht außen vor bleibe. „Man kann entsprechend kochen und die anderen, die nicht fasten, können die Mahlzeiten entsprechend für sich ergänzen“, so ihr Tipp.
Gruppe anschließen
Beim Basenfasten müsse man den Körper auch nicht zu Beginn komplett entleeren und anschließend wieder langsam aufbauen, sondern der Übergang sei leichter.
„Manchmal hilft es auch, sich einer Fastengruppe anzuschließen. Man ist nicht allein und kann sich austauschen“, regt Anke Kühn an.
Mittlerweile gebe es aber zudem eine Menge Literatur zum Thema und auch Fastenbegleiter in Buchform, die einen mit Tipps, Anregungen, entsprechenden Rezepten und mehr durch die Zeit führen.
Heilfasten erfordert mehr Disziplin
„Die Fastenzeit lässt einen erfahren, wie befreiend es sein kann, sich von Altem zu lösen. Rein körperlich entsteht eine Leichtigkeit durch das Reduzieren des Gewichtes. Man wird frei, neue Dinge auszuprobieren und in den Alltag zu integrieren, beispielsweise neue Essgewohnheiten, andere oder unbekannte Nahrungsmittel kennenzulernen, oder eine Morgenroutine zu entwickeln. Und es lohnt sich, das einfach mal auszuprobieren“, ermuntert Anke Kühn.
Heilfasten erfordere mehr Disziplin und auch entsprechende Vorbereitung. „Man muss den Körper zunächst mit Glaubersalz entleeren, damit er sich auf den Fastenstoffwechsel einstellen kann“, erklärt die Fastenleiterin.
Unterbrechung schwierig
Eine Unterbrechung des Fastens sei dann auch schwierig. „Man muss den Körper erst wieder aufbauen, sonst bekommt man Probleme, wenn man zwischendurch etwas isst“, weiß sie.
„Fasten ist so vielfältig, dass hier jeder etwas für sich findet. Es lohnt sich, sich mit dem Thema mal zu beschäftigen“, ergänzt sie.