Ein unterhaltsamer Abend mit den Fasnetwiebern: Klatsch und Tratsch gab es mit den Frauen aus dem Schollegässle. Foto: Kaletta

Mit viel Witz und Charme und treffsicheren Pointen boten die Fasnetwieber im vollbesetzten Pfarrsaal in Bad Dürrheim ein Programm, das kein Auge trocken ließ.

Frech, witzig, kurzweilig und unterhaltsam präsentierten die Fasnetwieber ihr dreistündiges Programm im vollbesetzen Pfarrsaal. Schon über eine halbe Stunde vor Saalöffnung hatte sich eine lange Reihe gut gelaunter und lustig kostümierter Frauen gebildet, die sich auf den Abend freuten.

 

Punkt 19 Uhr ging es mit dem Einzug aller Akteurinnen los, doch eine Minute zuvor stürmte ein junges, flippig gekleidetes Pärchen in den Saal. Er mit langen, strähnigen Haaren, einem Jogginganzug, einem frechen Käppi und seine Begleiterin mit blonder Löwenmähne und ähnlichem Outfit. „Das ist ja unser Bürgermeister mit seiner Frau Angelika!“, war es dann überraschend zu hören.

Als sich nach gesanglicher Begrüßung der Bühnenvorhang öffnete, wurde mit aufwendiger Dekoration der Blick mit dem „City-Management“ in die Innenstadt frei. „Wir zeigen, was wir hier alles haben und nicht mehr haben!“, verkündeten die Frauen. Kein Café mehr, nur noch eine Apotheke, keine Gaststätte, wo es richtige Schnitzel gibt… aber immerhin noch eine Bäckerei, eine Metzgerei, ein Reformhaus und eine Döner-Bude.

Bürgermeister und Pfarrer eröffnen Karaoke-Bar

Und ganz neu: Eine Karaoke-Bar, die vom Bürgermeister und von Pfarrer Markus von Chamier eröffnet wurde. Leider mit falscher Programmierung, worüber Tränen gelacht wurden: Jonathan Bergötz musste den Song „Du hast mich tausendmal belogen“ von Andrea Berg trällern, für den Pfarrer ertönte „Rote Lippen soll man küssen!“.

Beim Plausch mit der Frisörin schwärmte Herr Schätzle von seiner bevorstehenden Romreise. Diese riet ihm dringend davon ab, denn in Rom würden die Touristen betrogen. Nach seiner Reise jedoch schwärmte Herr Schätzle von Rom, sogar der Papst habe mit ihm gesprochen, ihm mitleidig über den Kopf gestreichelt und gefragt, welcher Dilettant ihm diese scheußliche Frisur verpasst habe.

Auf der Suche nach „heißen Höschen“

Etwas fürs Auge boten die „B-Dreamies“. In tollen Kostümen wirbelten sieben junge Damen über die Bühne. Maria, die Pfarrhaushälterin, berichtete über die lustigen Versprecher ihres Chefs während den Predigten.

Drei Damen machten sich in der Innenstadt vergeblich auf die Suche nach „Heißen Höschen“ und zeigten stolz ihre selbstgenähten und gestrickten Exemplare. Viel zu berichten über Erlebnisse und Missgeschicke im Straßenverkehr, beim Kochen und bei Arztbesuchen anderer hatten die vier Wieber vom Schollegässle. Und wenn kurz der Gesprächsstoff ausging, wurde ein „Schnäpsle“ heruntergekippt.

Ein Tanz der Meisterklasse in schimmernden Kleidern

Mit einer Glanznummer im wahrsten Sinne des Wortes begeisterten die „Ladykracher“. In grün-gold schimmernden Kleidern, eine grüne Feder auf roter Perücke präsentierten sie einen Tanz der Meisterklasse. Ganz dunkel und farblos latschte die blinde Maulwurfdame Martha aus dem Kurpark daher, suchte in der Innenstadt nach Essbarem und nach einem passenden Maulwurfmann. In Lederhosen, karierten Hemden und Trachthut berichteten die fünf Tramps von der Baar über nicht alltägliche Alltagsgeschichten, die den Mitmenschen im Laufe des Jahres passierten.

Mit frechen, spritzigen Witzen führte Gerda Friedrich durch das Programm. Geschunkelt und getanzt wurden zur Musik von Helmut Doser, der ein vielseitiges Repertoire auf Lager hatte.