Muss Die Narrenzunft Altheim führt mit ihrem Mogglafresser-Täfelsbub an der Spitze den Umzug an. Foto: Morlok

Über 800 Hästräger nahmen am Fasnetsumzug in Altheim teil und verbreiteten gute Stimmung im Dorf.

In Alda fliegen derzeit die Krabba wieder im närrischen Tiefflug durch den Flecken. Unter die schwarzen Krähenvögel hatte sich am Samstag jede Menge anderes Getier, vom Tiger bis zum Elefanten, gemischt, die sich alle auf den bunten Umzug bei trockenem Fasnetswetter freuten. Die Sonne strahlte mit den Altheimer Krabba zwar nicht um die Wette, doch die zumeist toll kostümierten Zuschauer ließen sich davon nicht beirren und überboten sich gegenseitig beim Verbreiten von guter Laune. Viele hundert Besucher standen allein die Bahnhofstraße entlang und freuten sich auf Gruppen, Gugga-Musiken und Traditionsfiguren, die sich zum Umzug angemeldet hatten.

Wort-Rundumschlag

Am Vormittag hatte die Altheimer Narrenzunft zum Zunftmeisterempfang eingeladen, und die früherer Horber Gräfin Ida von Toggenburg, Carmina Brenner, holte zu einer ihrer berühmt berüchtigten Wort-Rundumschläge aus. „Siehst du einen Mettstetter in der Steinach ertrinken, dann tu ihm tapfer freundlich winken und lass ihn einfach weiter sinken“, holte sie beispielsweise zum närrischen Seitenhieb gen Grünmettstetten aus.

Höhepunkt des Tages war aber der Umzug. Wie jedes Jahr führte die Umzugsstrecke die Bachstraße und über die Bahnhofstraße direkt ins Epizentrum des Frohsinns, in Richtung Rathaus / Dorfplatz. Dort stand in diesem Jahr wieder Ehrenzunftmeister Rainer Singer im schicken Bier-Dress und erstmals Ansager-Praktikantin Jule Beck.

Second-Hand-Fasnetsmode

Als Moderatoren-Duo begrüßten sie die Narrenprominenz und die entmachtete Ortsvorsteherin Sylvia Becht, und sie machten ihren Job wieder lässig und souverän. Unterstützung bekam er von Magda Becht, die Wissenswertes über die Gruppen und die Tradition der teilnehmenden Zünfte in der Bachstraße den Besuchern näherbrachten.

Apropos Dress. Beim Blick in die Zuschauermenge zeigte sich wieder einmal, dass die schwäbische Weisheit „Jo nix wegschmeissa, ma kanns sicher noch gebrauchen“ nach wie vor nichts an Gültigkeit eingebüßt hat. Klamotten aus Opas Mottenkisten wurden zum vielbeachteten Kostüm, und so mancher Seidenballon-Trainingsanzug aus den 1980er-Jahren erlebte eine Renaissance.

Der Umzug selbst wurde wieder vom Altheimer Narrensamen angeführt. Ihnen folgten die Zunftmeister, die zusammen mit ihrer Fasnetsfreundin Tusnelda, die sich mit ihrer Maske, die ein lachendes und ein weinenden Gesicht zeigt und nur in heimischen Gefilden unter die Leute traut, den Hingucker überhaupt ist.

Die schiere Farbenvielfalt

Begleitet wurden sie standesgemäß von einer Abordnung der Fronleute und der Mogglafresser. Vor allem lokale Akzente setzten die Ladys der Gruppe „fischers Nachtkrabba“ die in diesem Jahr ganz in Schwarz unterwegs waren und die Musikkapelle, die in ihren grün, schwarz und gelb gehaltenen Paradeuniformen für Wohlklang sorgten. Musik ist sowieso das Salz in der Umzugssuppe und die Lomba-Kapell aus Empfingen wurden freudig begrüßt.

Unter den über 800 Hästrägern sah man bekannte Masken, wie beispielsweise die „Dornstetter Drillhansele“. Sie zogen die Blicke der Besucher mit ihrem bunten Flickenhäs ebenso an wie die Bergheimer Flegga-Kaschper. Natürlich durften wilde Hexengruppen, die unterschiedlichsten Umzugswagen sowie Gruppen aus nah und fern nicht fehlen.

Es war ein fröhlicher, ausgelassener Umzug, der auch in diesem Jahr die Altheimer Fasnet bereicherte und keine Wünsche offenließ. An vielen Quartieren entlang der Umzugsstrecken und oben in der Halle wurde noch bis in den späten Nachmittag weitergefeiert, und nicht nur die kleinen Bonbonsammler kamen an diesem Tag auf ihre Kosten. „Keinem zum Leid, jedem zur Freud“, dieser alte Fasnetswunsch, wurde im Reich der Alda‘mer Krabba am Samstagmittag Wirklichkeit.