Glückselig startete die Narrenzunft Freudenstadt mit der Hästaufe in die Fasnetssaison. Die ist heuer lang, sie endet erst am 5. März.
Trotz zeitweisen Regens verfolgten viele Zuschauer den Start der Fasnet in Freudenstadt am Dreikönigstag. Nach dem langen Sommerschlaf trugen ein Bergmännle, ein Belzebua, ein Bärenfänger und eine Hexe einen Sarg ins Rund der Musikmuschel. Darin schlummerte eine Hexe.
Derweil wurden die Masken der neuen Täuflinge gut sichtbar für die Zuschauer an einem Gestell aufgehängt. Zünftig liefen die Hexa-Heuler auf dem oberen Marktplatz ein. Wie üblich heizten die Freudenstädter Guggamusiker in Bestform kräftig ein.
Zunftmeister Derk Wittnebel begrüßte eine gespannte Zuschauerschar. Die Narrenzunft Freudenstadt stehe für eine glückselige Fasnet, „wirklich jedem zur Freud und koinem zur Qual“.
Wieder zum Leben erweckt
Ihren großen Auftritt hatte Hexenmutter Kathrin Joos-Mockler, als sie mit einem Staubwedel die Maske der Hexe im Sarg vom Staub befreite. Mit den Worten „Ich lag hier drin gar viele Wocha, doch i spür neues Leba in meine Knochen“, entstieg die Hexe nach einem dreifachen „Narri-Narro“ der schwarzen Holzkiste.
Nun kamen die Masken der Traditionsfigur Bergmännle, der Belzebube, der Bärenfänger und Bären dran. Die Hexa-Heuler legten wieder kräftig los. Titel wie „An Angel“ oder „Still Waiting“ kamen gut an. Die Guggamusiker hatten sechs neue Täuflinge dabei. Aktuell zählt die Guggamusik 65 aktive Mitglieder, so Timo Gaiser, der musikalische Leiter.
Taufbrühe hat es in sich
Beim Brauchtumstanz wirbelten dann die Besen nur so über den regennassen Boden. Derweil wurde die Taufbrühe im großen Kessel zusammengemixt. Das Gebräu hatte es in sich. Tapfer nahmen die Täuflinge einen kräftigen Schluck davon, um mit vollem Stolz danach die jeweilige Maske aufzusetzen. Bei der Hästaufe wurde Hexenmutter Joos-Mockler von Elfi Gutekunst unterstützt.
Neben dem Narrensamen Hanna wurden folgende Mitglieder getauft: Rafael Blum, Alessia Blum, Chrisi Mottler, Jacqueline Raible, Emily Dürr, Malte Oostendorp, Nick Henne, Nicklas Otte, Jenny Hanfstein und Alkan Vural. Von den Hexa-Heulern wurden Carmen Graf, Fabienne Benz, Mika Ziefle, Stephan Graf, Jannik Ziefle und Rolf Weigold getauft, bevor aus voller Kehle das Freudenstädter Narrenlied gesungen wurde.
Aktuell hat die Narrenzunft, die derzeit einen guten Zulauf hat, 260 Mitglieder, davon 160 Aktive. Bei 20 Ausfahrten ist dieses Jahr viel Kondition gefragt. Am 15. Februar findet die Kinderfasnet in der Turn- und Festhalle statt. Am 21. Februar steht dort der Brauchtumsabend an. Der große Umzug in Freudenstadt ist am 22. Februar ab 14 Uhr. Am Schmotzigen Donnerstag, 27. Februar, wird das Rathaus gestürmt.
„Nach dem Aschermittwoch regiert dann wieder die Vernunft“, so Zunftmeister Derk Wittnebel.