Zum ersten Mal spielten die Eschagraba-Tröder bei der Hästaufe in Loßburg. Foto: Lothar Schwark

Die Masken sind abgestaubt, die Täuflinge getauft und die Fasnetssaison hat begonnen – für die Narrenzunft Loßburg eine ganz besondere. Sie feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen und zeigte gleich beim Auftakt, wie feierwütig die Loßburger sind.

Mit dem traditionellen Maskenabstauben und der Hästaufe startete die Narrenzunft Loßburg in die Fasnetssaison 2025. Und das ist diesmal eine ganz besondere. Die im Jahr 2000 gegründete Narrenzunft feiert ihr 25-jähriges Bestehen.

 

Zahlreiche Zuschauer wollten sich dieses Ereignis auf dem Rathausplatz nicht entgehen lassen. Das Wetter spielte weitgehend mit – wenn auch mit heftigem Wind. Die Wolken fegten regelrecht über den Horizont, während sich die Narrenschar auf dem Boden austobte.

Erstmals spielten in Loßburg die Eschagraba-Tröder aus Alpirsbach-Rötenbach auf. Die Zuhörer durften Guggamusik vom Feinsten genießen. Die schicken Kostüme waren ein Blickfang.

Mit entstaubter Maske mischten sich die Loßburger Narren unter die Zuschauer. Foto: Lothar Schwark

Vorsitzende Marlen Schmid freute sich über die große Besucherschar. Während des Maskenabstaubens und der Hästaufe wurde sie von Hexenmeister Michael Merz und Geistermeister Sascha Rauter unterstützt.

Sarg gefüllt mit Masken

Dann war es soweit. Mit würdigen Schritten und noch ohne Maske stieg die Narrenschar zum Titel „Sonne“ von „Rammstein“ die Stufen vom unteren Kinzighaus zum Rathausplatz hoch. Ganz vorne trug eine Abordnung den mit Masken gefüllten Sarg. Offiziell wurden danach die Masken abgestaubt. Freude pur herrschte bei vielen Narren, die ihr geliebtes Schmuckstück wieder in den Händen halten durften. Schlossberghexen und Kinziggeistern wurde wieder Leben eingehaucht.

Knoblauch, Eier, Sardellen

Den Täuflingen dagegen war nur zu gut bewusst, dass die Taufbrühe der Loßburger Narren weit bis über die Landesgrenzen hinaus gefürchtet ist. In Windeseile gaben zwölf Kinder vom Narrensamen die Zutaten in den eisernen Eimer. Sein verrosteter Vorgänger hatte im Vorjahr den Geist aufgegeben.

Da muss jeder durch, der Teil der Narrenzunft werden will: Die Hästaufe ist in Loßburg zum Kult geworden. Foto: Lothar Schwark

Die Zutatenliste war grauslich. Die Mixtur bestand unter anderem aus Knoblauch, Zwiebeln, Sardellen, Mehl, Knoblauchöl, Kaffee, Bohnensuppe und rohen Eiern. Mit einem Elektrorührer wurde die Masse kräftig vermischt. Ein herber Duft waberte über den Rathausplatz.

Die Hexen präsentierten eine Pyramide. Foto: Lothar Schwark

Die Täuflinge hielten tapfer durch, als sie mit der Taufbrühe übergossen wurden. Die Kunst bestand nun darin, diesen Gestank und die klebrige Masse 24 Stunden zu überstehen. Wer zu früh duscht, der muss die Prozedur nochmals ertragen.

111 Narren haben sich in den vergangenen 25 Jahren in Loßburg taufen lassen. In diesem Jahr wurden Franziska Giesel, Laura Wößner, Saskia Wößner, Tim Calmbach, Sebastian Jauch und Philipp Jauch zur Schlossberghexe getauft. Für den Narrensamen gab eine humanere Version.

Fasnet endet am 4. März

Höhepunkt des Nachmittags wurde der gefeierte Hexentanz mit zahlreichen Pyramiden. Bis in die Nacht wurde im Kinzighaus gefeiert.

Die Saison, die dieses Jahr erst an Aschermittwoch, 5. März, endet, fordert den Narren alles ab. Nahezu jedes Wochenende sind sie bei Ausfahrten dabei. Der erste Höhepunkt ist am 11. Januar der Hexenball in Loßburg. Die Kinderfasnet steht am 2. Februar an, hoch her geht es dann am Schmotzigen Donnerstag, 27. Februar. Da wird nicht nur das Rathaus gestürmt, sondern auch das 25-jährige Bestehen gefeiert. Und am 4. März wird die Fasnet dann verbrannt.