Foto: Kienzler

Tobias Kratt und Olli Kienzler moderieren. Fasnetfans kaufen online bereits an die 1000 Tickets.

Die Bühnenfasnet aus der Doppelstadt ist dieses Jahr ein internationaler Renner: Wenn die Fasnetshow ­"Late Night VS" am Samstag, 6. Februar, per Live­stream in die Wohnzimmer kommt, dann sitzen Menschen aus dem In- und Ausland vor den Bildschirmen. Der Vorverkauf hat jedenfalls bundesweit und in den Nachbarländern eingeschlagen.

Villingen-Schwenningen - Schon am ersten Wochen­ende nach dem Start des Vorkaufs hätten Fasnetfans online an die 1000 Tickets geordert, zeigt sich Olli Kienzler überrascht. Und auch bei den verschiedenen Einzelhändlern sei die Nachfrage groß, stellt der Sprecher der Regie-Gruppe fest, insgesamt seien sicher schon 2000 Karten verkauft. "Mit so einem Hype haben wir alle nicht gerechnet."

Gespannt verfolge er nun mit seinen Mitstreitern die weitere Entwicklung. Die erste vorsichtige Schätzung, dass vielleicht wie beim virtuellen Weinfest des Lions-Clubs Villingen im Sommer gut 3000 Zuschauer das Spektakel verfolgen, sei so wohl locker zu erreichen. "Von null auf 100" beschreibt Kienzler die Reaktion, als die Webseite "latenight-vs.de" an Drei­könig freigeschaltet und in den sozialen Medien vertreten war.

Gute Stimmung im Team

"Das begeistert alle", schildert er die Stimmung im Team, in dem sich die Zuggesellschaft Villingen und die Narrenzunft Schwenningen zusammengeschlossen haben. "Dass Villinger und Schwenninger Vereine einen gemeinsamen Ball auf die Bühne bringen, war eigentlich undenkbar", gibt Kienzler zu. "Das ist der positive Aspekt in Corona-Zeiten." Von den ersten Treffen im Herbst bis heute hätten sich tolle Ideen entwickelt, auch wenn sich alles nach wenigen Treffen der Ballregisseure in der Neuen Tonhalle wegen der neuen Pandemievorschriften ins Internet verlegt hat. So schließen sie sich seit Wochen mindestens ein Mal in der Woche per Videokonferenz zusammen und sind erstaunt, welche Beiträge nach und nach eingetrudelt sind. "Es gibt Sprechnummern, Musik und sogar Tanz", verrät Kienzler. Natürlich keine gemeinsamen Auftritte mit vielen Akteuren, dennoch habe sich ein Weg gefunden, auch die Ballettgruppen mit ins Boot zu nehmen.

Ein großes Lob gelte dem Ordnungsamt des Landratsamts sowie der Stadt mit Oberbürgermeister Jürgen Roth und dem Bürgeramtsleiter Ralf Glück, die das Projekt von Anfang an gefördert und bei der Erarbeitung eines strengen Hygienekonzepts geholfen hätten. "Die Zusammenarbeit mit den Behörden ist top", stellt Kienzler fest und ist froh über diese Unterstützung, spiele die Gesundheit aller Beteiligten doch die wichtigste Rolle. Nicht nur die Abstandsregeln und das Tragen von FFP2-Masken seinen selbstverständlich, sondern auch Schnelltests vor einzelnen Filmdrehs.

Einkaufsliste im Internet

Beim Ball fügen sich viele zugespielte Beiträge der Vereine zu einem abendfüllenden Programm zusammen. Live in der Tonhalle sind nur die Moderatoren Tobias Kratt und Olli Kienzler sowie Isabel Kratt, die über die sozialen Medien den Kontakt zu den Zuschauern hält und für den interaktiven Charakter des Spektakels sorgt. Schon zum Auftakt besteht die Möglichkeit, mit den am Bildschirm zugeschalteten Vorsitzenden der Vereine und dem Oberbürgermeister einige Klassiker der VS-Fasnet wie saure Leberle oder Wurstsalat zuhause zuzubereiten. Eine Einkaufsliste steht im Internet zum Download bereit und ist den zum Abend passenden Getränkepaketen beigelegt. "Und die Zuschauer können sich immer wieder einbringen", schildert Kienzler den Ablauf, beispielsweise bei einem Fasnetquiz mit exklusiven Preisen.

Ticketverkauf geht zu 100 Prozent an die Vereine

Dass nach wenigen Monaten solch ein Ergebnis herauskommt, habe selbst die Organisatoren erstaunt, erklärt der Teamsprecher. Dank professioneller Begleitung durch die bewährten Balltechniker und Multimediaspezialisten aus der Region sei ein qualitativ hochwertige Fasnetshow mit tollen Filmproduktionen entstanden, bei denen 150 bis 170 Akteure aus der Doppelstadt mitwirken und auch so manch Überraschung parat haben, verspricht Kienzler.

Angesichts dieses Aufwands appelliert er an alle, sich eine Eintrittskarte zu sichern. Der gesamte Ticketverkauf gehe zu 100 Prozent an die Vereine, die in den vergangenen Monaten ohnehin keine Einnahmen durch Bewirtung oder Feste hatten. Ebenso könne jeder den Einzelhandel und die doppelstädtische Fasnet mit dem Kauf eines Getränkepakets fördern, das in Villingen beim Wein Riegger und in Schwenningen beim Weinhaus Hess in einer limitierten Auflage von 1000 Stück erhältlich ist – samt einer eigens kreierten pinken Einkaufstasche.

Aus den ersten Plänen für eine Online-Fasnet hätten die Vereine ein gelungenes Gesamtpaket geschnürt, ist Kienzler beeindruckt, was sie gemeinsam auf die Beine stellen: "Ich ziehe den Hut vor allen, die vor und hinter den Kulissen mitwirken."

Weitere Informationen: https://latenight-vs.de

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