Die Fasnetszeit der Narrenzunft Schlossbergturm Ebingen im Jubiläumsjahr ist eingeläutet. Turm, Teufel, Hexen und die Gugga wurden durch ein imposantes Schauspiel erweckt. Im Februar steht ein Nachtumzug auf dem Programm.
Auf die Narrenzunft Schlossbergturm um Zunftmeister Patrick Ferrari und Stellvertreter Ralph Simmack warten anstrengende Tage und Wochen. Vor allem das Wochenende Mitte Februar zum 40. Jubiläum soll als Höhepunkt lange in Erinnerung bleiben. Dieses wird mit einem Nachumzug am Freitag, 14. Februar, mit 60 Gruppen und mit 2500 Hästrägern eingeläutet, danach geht es zum bunten Treiben in die Festhalle. Tags darauf ist Kinderfasnet, abends das Jubiläumsfest.
Am Sonntag nach dem morgendlichen Zunftmeisterempfang geben 83 Gruppen und Zünfte mit etwa 3800 Hästrägern ihr Stelldichein beim großen Jubiläumsumzug. Die Ebinger Innenstadt soll einige Stunden zu einem fröhlich-bunten närrischen Tollhaus werden.
Offiziell wurde die Schlossbergturm-Fasnet am Samstagabend eröffnet. Schon eine Woche zuvor wurde das sichtbar: Der stattliche Weihnachtsbaum vor dem Rathaus wurde bis zu den oberen Kronen entastet, mit bunten Bändeln geschmückt und zum Narrenbaum gemacht.
Rund 200 Schaulustige kamen abends bei kaltem Winterwetter zum Rathaus. Vor der Kulisse „wollen wir die Ebinger Narren aus dem Schlaf erwecken“, rief Patrick Ferrari lautstark. „Narri, Narro groß ist die Freud’, willkommen zur fünften Jahreszeit“, fuhr er fort. Die örtliche Fasnet wolle man pflegen bei jedem Wetter, ob Schnee oder Regen, die kleinen Narren könnten es kaum erwarten und auch die großen Narren wollten bald starten.
Auch der Büttel mit seiner Glocke als alter Bekannter kehrte zurück, um mitzumischen. „Du Ebinger Büttel, erwecke nun offiziell den Turm“, so die Aufforderung des Zunftmeisters. Nachdem dieser seine Aufgabe erledigt hatte, gab Patrick Ferrari allen Närrischen grünes Licht: „Von heute bis Aschermittwoch wird der graue Alltag vertrieben, es regiert der Schelm und Schabernack!“
Musikalisch übernahmen die „Hannäbler Gugga“ nach deren Auferweckung lautstark das Kommando in der Innenstadt und weckten mit ihrer Musik die Schlossberg-Hexen, die aus allen Ecken kamen, um die Narretei zu beginnen. „Zu guter Letzt in bestem Glanz, setzt ihr nun den Hexentanz“, verkündete Zunftmeister Ferrari.
Die Darbietungen mit dem Teufel und verschiedenen Pyramiden begeisterten die Besucher, die als Lohn viel Applaus spendeten.
Die Zeit des Hexenmeisters war gekommen. Im großen Kessel auf offenem Feuer mischte er den Zaubertrank für die neuen Mitglieder zu deren Taufe an. „Brennesel, Vogelbeere, graue Mäuse, Spinnenbeine, Krötenblut und Haferschleim wurden umgerührt, der Trank ist nun parat“, verriet er sein heißes Ergebnis. 15 Neulinge legten den Narreneid ab, verbanden diesen mit der Bitte „nehmt uns auf in eure Mitte“. Was prompt geschah, alle wurden der Narrentaufe unterzogen. Somit steigt die Zahl der Mitglieder auf 252 an, auf deren helfende Hände die Narrenzunft bei den anstehenden Aufgaben zählen wird.