Regen beim Oberndorfer Narrensprung und Sprungbändel für 2027? Zunftmeister Marco Pfisterer klärt die Narren am Fasnetsdienstag beim Essen in der Wasserfallhalle auf.
Seit dem Oberndorfer Narrentag 2024 gilt Zunftmeister-Vize Hans-Jörg Kopf, genannt „Mummel“, als Garant für Kaiserwetter. Das hatte Zunftmeister Marco Pfisterer auch für den Narrensprung 2026 bei seinem Kollegen bestellt, „aber das ging gehörig in die Hose“, stellte der Narrenzunft-Chef am Fasnetsdienstag in der Wasserfallhalle fest. Dafür kann die Narrenzunft mit etwas anderem punkten.
Sie scheint ihrer Zeit nämlich weit voraus zu sein. Nicht nur die Essensmarken trugen schon das Datum „2027“ – auch die Sprungbändel waren gleich fürs nächste Jahr ausgegeben worden. „Ihr habt keinen anderen Elferrat als uns verdient, wir sind total innovativ“, rief Pfisterer den Narren zu, die diese Worte mit mächtigem Glockenschellen bekräftigten.
Gäste aus Puerto Rico
Das hatte sich offenbar bis nach Puerto Rico herumgesprochen. Jedenfalls kamen die für den Narrensprung wohl am weitesten angereisten Gäste von dort.
Und der Zunftmeister war mehr als zufrieden mit dem, was die Oberndorfer da beim Dienstagmorgen-Sprung gezeigt hatten. „Landauf landab schwärmt man vom wunderschönen Bild, das unsere Hansel abgeben“, meinte er unter beifälligem Glockenschellen und hob auch die „Königsklasse Weißnarr“, den Narro, hervor.
Ob viele der Schantle – sie stellten in diesem Jahr erneut die größte Gruppe unter den Narren – beim kommenden Narrensprung als Hansel und Narro unterwegs sein werden? Diese Frage stellte Marco Pfisterer jedenfalls in den Raum und meinte, für die Jungen unter den Narren wäre das ja durchaus eine Option. Wunderschön sei es, dass 191 Nachwuchsnarren am Sprung teilgenommen hätten, meinte der Zunftmeister weiter.
Stadtkapellen-Musiker geehrt
Ehre gebührte am Fasnetsdienstag neben den Narren, den Zuschauern und dem Elferrat aber auch den Musikern. Zunftmeister Pfisterer durfte einigen von ihnen zu einem Sprungteilnahme-Jubiläum gratulieren.
So waren Martina Frick und Jan Hezel bereits zehn Mal dabei. Jörg Hezel kann indes auf 25 Jahre zurückblicken. Tosenden Applaus gab es für Steffen Lemperle, der seit sage und schreibe 40 Jahren dabei ist und den Narrenmarsch „sicher schon weit mehr als 100 Mal gespielt hat“. Er ist übrigens ein Nachkomme des Narrenzunft-Gründungspräsidenten Adolf Lemperle.
Bevor die Narren sich langsam wieder in Richtung Mittagssprung aufmachten, hatte Pfisterer noch einen Appell: „Es ist etwas ganz Besonderes, das wir hier pflegen“, meinte er. So sei es nicht die Aufgabe des Elferrats, die Fasnet zu erhalten, sondern vielmehr die eines jeden Einzelnen. Der Zunftmeister wünschte allen einen freudenreichen Mittag. Sie sollten noch einmal „so richtig schön narren“, ehe man um 18 Uhr für den letzten Narrenmarsch 2026 zusammenkomme.