In Vollmaringen hat die Narrenzunft die Macht übernommen. Bei der Schlüsselübergabe lieferten sich Ortsvorsteher und Zunftmeister augenzwinkernd ein Wortgefecht.
Mit einem lautstarken „Narri – Narro!“ wurde die fünfte Jahreszeit in Vollmaringen offiziell eingeläutet. Traditionell trat der Ortschaftsrat zunächst zu einer Sitzung im Dorfgemeinschaftsraum zusammen, ehe die Narrenzunft diese stürmte, Ortsvorsteher Daniel Steinrode sowie die anwesenden Ortschaftsräte fesselte und im Kettenzug auf den Dorfplatz führte.
Begleitet vom Vollmaringer Musikverein zog der närrische Tross durch den Ort. Auf dem Dorfplatz spielte der Musikverein unter anderem den Vollmaringer Narrenmarsch, während im Festzelt bereits Partymusik für ausgelassene Stimmung sorgte. Mit der offiziellen Schlüsselübergabe übernahm die Narrenzunft symbolisch für sechs Tage die Macht im Dorf.
In seiner traditionellen Rede machte Ortsvorsteher Daniel Steinrode deutlich, dass hinter der närrischen Fassade durchaus politische Botschaften stecken. Gleich zu Beginn stellte er fest: „Politik im Flegga isch mehr als an Streich!“ In seinem humorvoll verpackten Jahresrückblick ging er auf zentrale Projekte ein: den Naturkindergarten, die Baugebiete Obere Röte und Röte 4, die Planungen für das neue Feuerwehrgerätehaus sowie den wachsenden Raumbedarf in Kindergarten und Grundschule.
Ortsvorsteher erteilt Auftrag
„Vollmaringen hat Zukunft – ond zwar real!“, betonte Steinrode mit Blick auf die positive Entwicklung im Neubaugebiet. Zugleich formulierte er einen augenzwinkernden Auftrag an die närrische Regierung: „Plant uns an neuen Kindergarten – ohne Verzug!“
Zunftmeister Wolfgang Stein nahm den Ball in seiner Erwiderung gekonnt auf. Selbstbewusst kündigte er an: „Mir Narra brengat die längst ersehnte Wende!“ Mit ironischem Blick auf die Kommunalpolitik meinte er weiter: „Als I agfanga han zom überlega, war dia Liste glei aus!“ Neben lokalen Themen schlug er auch ernstere Töne an und warb für politischen Zusammenhalt: „Stets das Wohl der Bürger im Sinn, so soll es sein, dann ist Politik ein Gewinn!“
Aufruf zur Gemeinschaft
Zum Abschluss rief er zur Gemeinschaft auf: „Hänget euch nochher zom schonkla bei euerm Nochber ei, egal wie der aussieht, Mensch, des isch doch einerlei!“
Nach dem offiziellen Schlagabtausch wurde im Festzelt weitergefeiert. Der Vollmaringer Musikverein sorgte für die musikalische Umrahmung der Schlüsselübergabe, während die Narrenzunft nun bis Aschermittwoch symbolisch die Geschicke des Dorfes lenkt.
Die Schlüsselübergabe bleibt damit auch 2026 ein Höhepunkt der Vollmaringer Fasnet – mit Humor, klaren Worten und starkem Gemeinschaftsgefühl.