Der Narrenrat beim Fasnet-Umzug in Horb. Foto: Juergen Lueck

Wer hat da am Wetterknopf beim Fasnets-Umzug in Horb gedreht? Erst Sonnenschein, dann strömender Regen. Doch hinterher im Fasnetsdorf scheint wieder die Sonne.

Verrückte Zeiten. Trump, Putin, Epstein und Co. Da bleibt auch die Horber Fasnet nicht verschont.

 

Vor einem Jahr tanzt Horb die Fasnets-Samba bei strahlendem Sonnenschein. Diesmal war es der Klimawandel live: 15 Minuten Sonne, dann trüb. Dann wieder Sonne, bis strömender Regen zum Abschluss die Reihen an der Straße lichtet.

Dem bunten Treiben tut dieser Klima-Wandel keine Abbruch. Der Umzug startet mit 15 Minuten Verzögerung. Eine Verspätung, die sich später als fatal herausstellen wird.

Die Guggenmusik Fleggazoddler fetzt als erstes die Menge hoch. Das rot-weiße Häs der Kropfer rundet das perfekte erste Bild in der Sonne vor dem rotweißen Gebäude vom Morgenland ab. Der Narrenrat schmeißt die Süßigkeiten in sonnige Gesichter: Narri, Narro und Horrido.

Galaktische Helden

Darth Maul und Darth Vader heben die Fäuste: „Möge die Macht der Sonne mit euch sein.“ Das schaffen sie zumindest für das Grafenpaar Karo und Sascha Company, die von den Hobby-Horsing-Ladies eskortiert werden. Die Turmschurken sammeln fleißig Mädels ein – bis zu drei rein in den Wagen. Fleißig mit Sägespänen garniert.

Auf der Ehrentribüne feiern die Promis: Bürgermeister Ralph Zimmermann (FDP) gönnt sich ein Bier und genießt mit Silke Wüstholz den Fasnetsumzug, Neu-OB Michael Keßler (CDU) feiert mit Pilotin Katrin Schindele (CDU) den Umzug.

Die Peitsche knallt

Bei den düsteren Steinach-Hexen ist der Himmel schon dunkel. Eine holte die Peitsche raus und lässt sie knallen – ein kleiner Donner. Ein Haufen Elben führt die Zuschauer nach Mittelerde, dann stürmen die Geißböck der Narrenzunft Nordstetten die Straße. Und schon wieder hoppeln Ladies von der SVE 2026 mit dem Steckenpferd über den Asphalt. Viele Regenschirme sind inzwischen aufgespannt.

Und als die Baurawald-Hexen ihre spektakuläre Pyramide vor der Ehrentribüne machen, gießt es in Strömen.

Das hält die Funkenmariechen nicht von ihrem eleganten Marsch ab. Und die Herbertinger Strohbutzen legen noch einen drauf: „Dancing in the Rain“.

Warnung an den OB

Dann hauen die Bodenbach Symphoniker aus Wernau auf die Pauke – und die stilisierten Zäpfchen in den Mündern der Sousaphone-Trichter wackeln im Takt. Alexander „Locke“ Guth warnt die Promis: „Keßler, zieh deinen Gemeinderat zurück. Jetzt wird es gefährlich.“ Und schon lassen die Laichleshex die Peitschen knallen.

Der Regen wird nicht besser – doch die Schmellenhopfer kümmert es nicht: Fröhlich tanzen die gelb-blau gekleideten Mädchen die Neckarstraße runter.

Noch ein Hexensprung der Köhlerhexen aus Baiersbronn im strömenden Regen, während die Hexenkollegen die letzten Mädels abgreifen und wie einen Tannenbaum einnetzen. Viele haben schon Schutz beim Krankenhaus, in der Tiefgarage oder beim Bäcker Saur gesucht.

Doch als die Party im Narrendorf auf dem Flößerwasen startet, ist die Sonne wieder draußen. Was ein irrer Klima-Wandel. Menschengemacht ist die gute Laune – Gott sei Dank!