Stefanie Weber hat ein besonderes Hobby: Sie macht Fasnetkunst für Villingen und verkauft von Hand bedruckte Jutebeutel, Pullover und Anhänger in ihrem eigenen Online-Shop.
Stefanie Weber, oder auch „Steffi“ wie sie sich vorstellt, liebt Villingen, die Fasnet und das Malen.
Seit vergangenem Jahr vereint sie diese Leidenschaften in ihrer Kunst auf Pullis, T-Shirts und Taschen, die sie in ihrem Onlineshop „beutelliebe“ verkauft.
Die 24-Jährige wohnt schon ihr ganzes Leben lang in Villingen – nur für ihr Studium hat sie die Stadt verlassen. „Wenn man einmal weg war, merkt man, wie schön diese Stadt ist.“, sagt sie begeistert. Besonders die Villinger Fasnet fasziniert die studierte Produktdesignerin. Jede Zunft hat ihre eigenen Traditionen und auch eigene Fanartikel, aber „es fehlt so bisschen was Allgemeines“, erklärt sie. Steffis Kunst soll für Jedermann sein, auch wenn man wie sie selbst nicht Teil einer Zunft ist.
„Mein Vater hat auch schon immer viel Acrylbilder gemalt“. Die Kreativität liegt Steffi also in den Genen. Ihr Onlineshop und die Fasnetkunst für Villingen entstanden aus einer spontanen Idee: Es fing alles an mit einem Hand bestickten Jutebeutel, den sie auf Instagram zeigte. Durch ihre Freunde ermutigt, versuchte sie diesen auch auf der Internetseite Etsy, eine Art Online-Marktplatz, zu verkaufen. „Vor drei Jahren habe ich dann mein Kleingewerbe angemeldet“, erzählte sie. Sie eröffnete einen eigenen Online-Shop und erstellte die Website www.beutelliebe.de, schließlich fing mit den Jutebeuteln alles an.
Linoleum-Druck bringt den Durchbruch
Anstatt die Stofftaschen zu besticken, begann sie diese mit den verschiedensten Motiven von Hand zu bemalen. Seit einer Weile arbeitet die 24-Jährige jedoch mit einer neuen Technik: Linoleum-Druck. Jedes Stück ist ein handgefertigtes Unikat, doch durch Linoldruck ist es Steffi möglich, mehr und schneller zu produzieren. Sie zeichnet das Motiv auf ihrem I-pad vor und überträgt es dann mit Kohlepapier auf eine Linoleum-Platte. Diese wird entsprechend geschnitzt, mit Farbe bestrichen und wie ein Stempel auf den Stoff gedrückt. Damit ist das Grundgerüst des Motivs auf den Pulli gedruckt. Die bunten Details malt Steffi mit einem Pinsel. Wenn alles getrocknet ist, wird die Farbe mit einem „großen Bügeleisen“, wie die Künstlerin es beschreibt, durch Wärme fixiert.
Vom Kinderzimmer zur eigenen Werkstatt
Die 24-Jährige opfert gerne ihre Freizeit für die Kunst. In den Wochen der Fasnet oder rund um Weihnachten hat sie viel zu tun und verbringt nach ihrer eigentlichen Arbeit in der Produktentwicklung mehrere Stunden pro Tag und das ganze Wochenende mit Bestellungen. In den Anfängen ihres Online-Shops lebte sie noch in ihrem alten Kinderzimmer. „Meine Schwester hat gemeint, ich wohne in irgendeiner Packstation“, erzählt sie lachend und erinnert sich an die vielen Kisten voller Pullover.
Mittlerweile hat sie einen extra Raum als Werkstatt in ihrer Wohnung eingerichtet. „Das ist schon ein Traum, der Stück für Stück in Erfüllung gegangen ist“, meint die junge Künstlerin.
In diesem Jahr darf Steffi ihre Kunst auch im Restaurant „Zum Kuckuck“ in der Färberstraße ausstellen. Außer auf Stoff druckt sie jetzt ihre Motive auch auf Poster, die dort die Wand zieren. Dass ihre Fasnetkunst von Jahr zu Jahr beliebter wird, ist für Steffi etwas Besonderes. Für die Zukunft erträumt sie sich ein eigenes Lädchen in der Villinger Innenstadt.