Die Urviecherguggä unter Dirigent Raphael Bucce ließen es schon zum Auftakt wieder ordentlich krachen und sorgten für klasse Stimmung. Foto: Martin Gruhler

Schon zum Auftakt der neuen Fasnetsaison ist die Stimmung bestens. Kein Wunder: Ist man doch dafür gut gerüstet – und hat jetzt auch noch zwei neue Ehrenmitglieder.

Ein riesengroßes Rambazamba veranstaltete wie üblich die Urviecherzunft beim Abstauben am Dreikönigstag. Die grünen Schreckgesellen präsentierten sich beim Fasnetsauftakt in allerbester Laune.

 

Für das traditionelle Abstauben waren man ob der permanenten Jan-Ulrich-Rennrad-Ausstellung im Weinbrennersaal dieses Mal ins Kurhaus ausgewichen.

Das musste nicht unbedingt zum Nachteil sein, denn der neugenutzte Saal bot sicher drei Mal mehr Platz.

Überaus gut besucht

Indes ähnelte die Fasnachtsouvertüre trotzdem einer voll gepropften Sardinendose. Gefühlt waren von den über 600 Urviecher-Mitgliedern fast alle dabei. Zunftmeisterin Daniela Schwarz wunderte sich: „Wie haben wir das in den letzten Jahren im Haus des Gastes überhaupt hinbekommen?“

„Dra-na-schnuggle“ war deshalb angesagt und alle fühlten sich wohl. Die Urviecherguggä, die Musikabteilung mit den gekonnt schräg intonierten Brasstönen und dem brachialen Trommelgetöse, heizte gekonnt dem Saal ein. Die schräge Combo um Dirgent Raphael Buccelli alias „Butch“ zeigte sich schon zu Beginn der fünften Jahreszeit sehr mit viel Karacho sehr gut aufgestellt.

Die „ursymbadische Guggä“ war in neuem Outfit angetreten: Der neue Look der Oberbekleidung fällt im Zebradesign aus, indes in orange-schwarz gestreift.

Aus dem Holzsarg

Traditionell mit einem Wiederauferstehungsritual wurde die Fasnet dann tatsächlich wiederbelebt. Für die Wiederfleischwerdung transportierten kräftige Kerle einen rustikalen Holzsarg ins Auditorium.

Die Kapfwaldlerche Dietmar Wursthorn zwitscherte nach Ausstellung der Kiste würdevolle Reime, während sich der Narrensamen daran machte, den Holzkörper abzustauben. Mit einem lauten Überraschungsmoment stand plötzlich ein kleines Urviech im Raum - die Reinkarnation der Fasnet war somit vollendet.

Ein tolles Gemeinschaftsgefühl wurde da beim Eröffnungsfest generiert. Die Fasnet offenbarte sich mit ihrem Frohsinn so auch sozial wieder einmal als besonders wertvoll.

Auch die Narrenzunft war vertreten

Die langen, dunklen Raunächte und die kalten mit viel Nebelsuppe verhangenen ersten Jahrestage gingen wohl schon vielen Dieremern gehörig aufs Gemüt. Da kam das Fest der ersten Herzensfreude sicher gerade recht. Nach der langen Begrüßung – es waren zum Beispiel auch Vertreter der befreundeten Narrenzunft trotz deren 100 Jahre-Jubiläum-Stress gekommen – musste Daniela Schwarz auch viele Formalien wie eigene Termine, Arbeitsdienste oder Busfahrten zu Umzügen zur jetzt beginnenden Fünften Jahreszeit erläutern. Die besondere Information: Der Kuhstall, die Besenwirtschaft der 1979 gegründeten Urviecher, ist zuletzt von fleißigen Helfern räumlich erheblich maximiert worden.

Zwei neue Ehrenmitglieder

Mehr Spaß bereitete es ihr, zwei lang gediente grüne Zottelgesellen zu Ehrenmitgliedern zu ernennen.

So wurde Moritz Nann ausgezeichnet, der über zwölf Jahre hinweg im Vorstand wertvolle und wichtige Arbeit geleistet und wichtige Expertise eingebracht hatte.

Der frühere Guggä-Dirigent Christian Schulz wurde für die über zehnjährige Leitung der musikalischen Visitenkarte der närrischen Kurstadt ausgezeichnet. Noch bis heute sind seine vielen Arrangements vergnügliche Ohrwürmer bei den Fasnetsbällen.

Der jährliche Kleidle-TÜV wurde nach dem offiziellen Abstauben vorgenommen. Die strenge Untersuchung auf Korrektheit dauerte schon eine geraume Zeit.