Die Wirtsleut‘ „Eugen und Lena“ (Marcel Wochele und Andreas Gaus) konnten wieder ein volles Haus begrüßen und machten mit ihrem Spott auch vor sich nicht halt. Foto: Hermann Nesch

Die „Fasnet handg’macht“ der Weitinger Musiker erfüllte wieder einmal die großen Erwartungen. Fasnet aus Herzenslust und mit Begeisterung.

„Willkommen in der Sauna!“ Mit diesen Worten begannen die beiden „Wirtsleut‘ Eugen und die Lena“ (Marcel Wochele und Andreas Gaus) ihre Begrüßung am Samstagabend bei der „Fasnet handg’macht“ des Musikvereins im Narrenheim, das schon kurz nach der Eröffnung randvoll besetzt war.

 

Die „Fasnet handg’macht“ sprühte wieder vor Witz, Einfallsreichtum, Lokalkolorit und vielfältiger Musikalität. Und der kleinere Rahmen weg von der großen Hallenfasnet schaffte wieder das behagliche Gefühl von der Gemütlichkeit eines Dorfgasthaues mit einer traditionellen und urigen Wirtshausfasnet.

Die beiden schafften es mit ihrer Hauskapelle „Die blauen Kappen“ folglich erneut, ihren Gästen einen Abend mit „urtümlicher und authentischer Fasnet“ zu bereiten, wie Bürgermeister Markus Tideman betonte.

Gaus und Wochele lieferten auch als „Kiffer vom Süderhof“ mit viel Sprachwitz Pointen wie am Fließband. Foto: Hermann Nesch

Sorge machte den Wirtsleuten aber, ob er schon getrennt sei. Schließlich heiße sie Frau Tideman und er Herr Bürgermeister. Doch die Sorge war unbegründet. Der Schultes saß mit ihr gemeinsam am Tisch. Neben ihrer Chorleitertätigkeit in Rohrdorf und Eutingen lernt sie im Musikverein derzeit Klarinette und zählt auch schon zu „meinen Blächspucker-Mädels“, wie sie die „Lena“ stolz nannte.

Krönung der Königin von Eutingen

Dass die Truppe auch fetzig showtanzen und „rocken“ kann, bewies sie später mit ihrem mitreißenden „Queen“-Medley unter der Leitung von Jacqueline Teufel und mit Dominik „Kemmich“ Schmid als Freddie Mercury. Krönung im doppelten Sinne ihrer langen „Begrüßung“ war die mit Fanfare angekündigte „Krönung“ von Petra Schwab als „Königin von Eutingen“, denn „wenn dr Jong Prinz isch, isch‘s et anders möglich, als dass die Mutter Königin isch!“

Auch die „Blächspucker-Mädels“ sorgten mit ihrem „Queen“-Showtanz für viel Schwung. Foto: Hermann Nesch

Das Duo strapazierte auch in ihrer traditionellen Rolle als „Kifferbrüder vom Süderhof“ die Lachmuskeln, nun aber in etwas feinerem Humor zwischen den Zeilen mit Wortspielereien und Fragen, auf die man nur beim Kiffen kommt. So fiel ihnen auf, dass Bäckermeister Dieter Kalbacher „so schlank wie seine Laugenstangen“, die Lieblingsspeise von Fasnetsdirigent und Bankberater Frank Sauter „Zinseneintopf mit saftiger Rendite“ und „Geldau-tomaten“ das teuerste Gemüse sei.

Aus Börstingen kamen die „Baizenkrageler“ der Musikkapelle, die unter der Leitung von Nils Schmider für weitere Stimmung sorgten. „Da kann heute Abend niemand mehr zu Hause sein“, so die beiden „Kiffer“ angesichts der Anzahl aus dem kleinen Dorf im Neckartal.

„Kesselpauken“: Für was ein schöner Bauch alles gut ist! Foto: Hermann Nesch

Danach brillierten „Edes Doofmänner“ (und „-frauen“), die „so doof gar nicht sind“, deren einfallsreichen Geschichten sich meist an historischen und hochkulturellen Stätten abspielt, mit einer mit einer „Hochzeitsagentur“ vor Ort, um die prekäre Vereinskasse auffüllen zu können. Ein Seitenhieb auf den Schultes durfte vom Agenturchef und „Haozigläder“ Andreas Gaus dabei natürlich nicht fehlen: „Und mit leere Beutel kennt sich einer aus: die Gemeinde ond ihr Rathaus.“

Petra Schwab als „Königin von Eutingen“ und Mutter des dortigen Fasnetprinzen. Foto: Hermann Nesch

So werde auch der Musikverein gemolken und müsse fürs Probelokal immer mehr berappen: „D‘ Gmeind hôt ons schao Tür und Fenster eingezäunt. Wenn mir net zahle, isch schnell ausgeträumt.“ Und so präsentierten sie ein überaus witziges, breitgefächertes und und auch optisch faszinierendes Angebot auf , mit Orchester und Stardirigent, Dekorateur, Zauberer, Braut mit Blumenmädle und der Kutsche vom „Paul mit sei‘m Gaul“.

Über den Schellenkönig gelobt

Das Narrenheim bebte vor Applaus. Musikalisch rundeten „Die musikalische Resterampe“ und weiter die unermüdlich aufspielenden „blauen Kappen“ eine wirklich spritzige und fetzige „Fasnet handg’macht“ ab, die nicht nur der Schultes und die „Ortsherumsteherin“ über den Schellenkönig lobten.