Ringpräsident Thomas Fischer stellt die eigentliche Traditionsfigur vor.
Auferstehung feiert der Spüllomb in Salzstetten, wo seit vielen Jahren der Fasnet-Schlachtruf „Spüllomba ahoi“ ertönt. Am Schmotzigen Donnerstag wurde von einem närrischen Ortsprominenten eine „neue“ Salzstetter Fasnetsfigur präsentiert, zu welcher es einen historischen Bezug gibt.
In einem passenden Häs und einer speziellen Maske zeigte sich Thomas Fischer, Ehrenzunftmeister der Narrenzunft Salzstetten und zugleich amtierender Ringpräsident, bei der örtlichen Seniorenfasnet 2026 im katholischen Gemeindezentrum. Wiederbelebt hat Fischer, was auf einer alten Aufnahme von einem Umzug 1934 in Salzstetten zu sehen ist.
Neue Gruppe für die Narrenzunft wäre super
„Das aktuelle Häs habe ich vor rund fünf Jahren für mich wieder in den Ortsfarben neu genäht.“, berichtet Fischer. „Die Drahtgaze-Maske habe ich schon damals so geplant, wie ich sei heute vorstelle.“ Beim Ehrenzunftmeister keimt die Hoffnung auf eine neue Gruppe: „Ich hoffe, wir können weitere Narren zur Nachahmung animieren. Gerne auch für Jedermann ohne Bindung an die Zunft. Als eine neue Gruppe in der Narrenzunft wäre natürlich richtig super!“
Zur Historie: Der Spüallomb ist Salzstettens Identitätsfigur in der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Thomas Fischer erklärt die beiden möglichen historischen Versionen, auf welche diese Figur zurückgeht: Zum einen ermittelte der Salzstetter Heimatforscher Theologie-Professor Dr. Dr. Paul Zepp (1917-2002), und das steht in der Ortschronik, dass früher im Ort an fast jedem Fenster Spüllappen zum Trocknen hingen. Die zweite Variante: Früher gab es mal Eintopf bei einem Fest des Gesang- oder Musikvereins. Und ein Gast meinte beim Schöpfen: Unten ist das Dicke und dann kam der Spüllompa heraus.
Als einfaches günstiges Häs auch für Nichtmitglieder
Schon in den Anfangsjahren der „Lustigen Tuders-Musiker“ ist Thomas Fischer zeitweise als Spüllomb mitgelaufen. Als einfaches Häs diente ein Bettüberzug, in welchen für den Kopf und die Hände Öffnungen geschnitten und diese mit Knöpfen fixiert wurden. „Als Zunftmeister wollte ich dieses als einfaches günstiges Häs auch für Familien und Nichtmitglieder einführen. Mein Gedanke war: Das könnten auch Kinder in der Schule selbst anfertigen.“ Aber: „Dann kamen die Schellenbergnarren und wir hatten ein Familien-Häs. Die Spüllomba Kapelle, die späteren Tuders, setzte Jahre später den Spüllomb anders um.
Eine alte Tradition
Drahtgaze-Masken
haben eine alte Tradition, insbesondere in Oberschwaben. Holzmasken waren früher viel zu teuer und da die Vollvermummung zur schwäbisch-alemannischen Fasnet dazu gehört, wurde oft Gardinenstoff, wie heute in Empfingen, oder günstige Rohlinge aus Gaze verwendet. Die Rohlinge konnte man schon vor 1900 in größeren Städten kaufen.