In Villingen ziehen zahlreiche Narren durch die Stadt. Foto: Marc Eich

Die Stadt Villingen-Schwenningen hat das närrische Treiben in der Villinger Innenstadt scharf kritisiert. Oberbürgermeister Jürgen Roth ruft die Narren dazu auf, nach Hause zu gehen.

VS-Villingen - Mit einem spontanen Umzug am Morgen des Fasnetmendig hat es begonnen, nun zieht sich das Narrentreiben schon über den kompletten Tag. Für die Stadtverwaltung ein Unding, wie sie in einer Stellungnahme betont.

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"Vor Ort müssen leider zahlreiche Verstöße gegen die Corona-Verordnung festgestellt werden. Es kommt zu Menschenansammlungen, der Mindestabstand und die Kontaktbeschränkungen werden nicht eingehalten", erklärt die städtische Pressesprecherin Oxana Brunner. Wenn es sich nicht vermeiden lasse, würden auch Bußgelder ausgesprochen. Brunner: "Wenn wir Stüble oder unzulässige Feste im Privaten oder sonstiges gemeldet bekommen, werden wir vor Ort gehen, diese unzulässigen Veranstaltungen auflösen und diese ganz sicher mit Bußgeldern belegen."

OB Roth findet Verhalten unverantwortlich

Auch Oberbürgermeister Jürgen Roth zeigt für das Treiben kein Verständnis. "Das Verhalten erschreckt mich, weil es so konzentriert erfolgt", erklärt er in einer Stellungnahme. Dass ein paar Narren in der Stadt umherlaufen, sei absehbar und auch kalkuliert gewesen. Roth betont aber: "Dieser Auflauf an Menschen und dies auch noch in vorheriger Absprache halte ich in der pandemischen Gesamtsituation für unklug, unangemessen und leichtsinnig – und vor allem: unverantwortlich allen Mitmenschen gegenüber."

Auch für die Zuschauer, die eng beieinanderstehen und dem Treiben folgen würden, als ob nichts wäre, würde er kein Verständnis aufbringen. "Ich appelliere dringend an alle im Städtle: Gehen Sie nach Hause!", so OB Jürgen Roth.

Narrozunft zeigt sich zufrieden

Bei der Historischen Narrozunft Villingen zeigt sich Zunftmeister Anselm Säger "hochzufrieden, dass es nur ein paar wenige Hästräger waren – die sind zu vernachlässigen". Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten erklärt Säger, dass man damit gerechnet habe, dass vereinzelt Narren unterwegs sind. "Es waren aber natürlich besser gewesen, wenn alle daheim geblieben wären", so Säger. Aus seiner Sicht seien nicht "die 20 Hästräger" beim morgendlichen Umzug, sondern viel mehr die Zuschauer das Problem gewesen. Diese seien schnell in Gruppen zusammengestanden, während Hästräger ihren Abstand gewahrt hätten.

Polizei hat nichts zu beanstanden

Aus Sicht der Polizei habe es bislang keine Probleme gegeben. "Es gibt nichts zu beanstanden", so Jörg Kluge auf Nachfrage unserer Redaktion. Es seien ein paar Hästräger unterwegs gewesen, die aber Abstände eingehalten und zudem Masken getragen hätten. Aus Sicht der Polizei sei es – mit Blick auf den Umzug am Morgen – nicht möglich zu überprüfen, ob die Hästräger verabredet waren. Kluge: "Man hat sich getroffen und ist dann gemeinsam in eine Richtung gelaufen – da müssen wir erstmal das Gegenteil beweisen." Die Polizei sei verstärkt unterwegs, um die Vorschriften zu kontrollieren. Fremdkräfte, wie etwa die Bereitschaftspolizei, habe man nicht hinzugezogen.

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