Ob im Regal, am Kleiderständer oder aus dem Katalog – Wer suchet, der findet. Foto: Holzer-Rohrer

Magische Anziehungskraft besitzt "Möhrle’s Narrenshop" in der Scheuergasse 1 in Bochingen. Hier lässt sich alles finden, was das närrische Herz an Kleidung und Accessoires begehrt, um wieder in die Fasnachtssaison einzutauchen.

Oberndorf-Bochingen - Ob für das Zutteln am Schmotzigen, die rauschenden Ballnächte oder die Straßenfasnet – alles wird bedient. Die Kleiderständer mit bunten Kostümen dicht bestückt, die Regale voll mit Hüten, Masken, kreativen Kopfbedeckungen, Westen, Jacken, T-Shirts, Perücken in unglaublicher Vielfalt und ganz viele Körbe, in denen es etwas zu entdecken gibt, nachdem man nicht unbedingt gesucht hat. Narrenhandschuhe und Hanselkörbe, Peitschen für die Bennerrössle, Clownsnasen bis hin zu Schminkanregungen – an alles ist gedacht.

Im Narrenshop geht’s eng zu

Wer für Barraum oder Besen eine einladende Wanddeko sucht, wird sie ebenfalls in der ehemaligen Bäckerei Schneckenburger entdecken. Wo früher Brezeln über die Ladentheke gingen, sind es jetzt Artikel für die närrische Ausnahmenzeit. Für Ingrid und Harald Möhrle ist es eine Freude zu sehen, wenn ihre Kunden fündig werden und es im Narrenshop eng wird, dann ist das für den Friseurmeister und seine Frau die Bestätigung, dass sie nach so vielen Jahren in diesem Metier es immer noch verstehen, erfolgreich zu agieren.

Sie haben sich einen Ruf erarbeitet, der ganz weite Kreise gezogen hat. Harald Möhrle, bekannt für seinen Humor, seinen Witz, sein Herzblut für die Fasnet, hat den Verkauf von Fasnetsartikeln im ehemaligen Salon Möhrle von seinen Eltern übernommen und in der Region zu einer – in dieser Form – sicherlich einzigartigen Anlaufstelle für Einzelpersonen, Familien und ganze Fasnetsgruppen ausgebaut.

Online-Händlern die Stirn bieten

Ein Selbstläufer? Weit gefehlt, denn Leidenschaft alleine reicht nicht, um sich in einem solchen Umfeld oben zu halten. Wenn Harald Möhrle den Narrenshop nach Dreikönig öffnet, dann liegt ein halbes Jahr Arbeit hinter ihm. Den Markt erkunden, sich über Trends informieren, bestellen und auszeichnen – er investiert viel Zeit.

Er hat sich ein Netzwerk geschaffen und ist bei den Firmen, mit denen er zusammenarbeitet, bekannt. Das erlaubt ihm auch Sonderwünsche. Der direkte Kontakt ermöglicht ihm zudem, die Großhandelspreise an seine Kunden weiterzugeben. So bleibt er mit dem Internetverkauf konkurrenzfähig.

"Made in Germany"

Wer sich von den Katalogen inspirieren lassen will und dort sein Lieblingsteil findet oder sich ganz gezielt auf die Suche nach etwas ganz Bestimmten macht, bekommt in der Regel seine Bestellung am nächsten, spätestens am übernächsten Tag. Das ist schon ein Alleinstellungsmerkmal, erklärt Harald Möhrle. Stolz ist er auch auf seine Ware "Made in Germany", trägt er doch damit auch dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung.

Als Tochter Sandra 2017 den Friseursalon übernahm, passte der "Fasnetstrubel" nicht mehr in das neue Konzept von "Hairstyling Möhrle". Dass er diese Marktlücke weiterhin füllt, stand für Harald Möhrle aber außer Frage.

Die einen stöbern in Regalen, Kisten, Schachteln und Kleiderständern, andere setzen sich und nehmen die Kataloge zur Hand, und wieder andere nehmen die Beratung des Ehepaars in Anspruch. "Diese Perücke passt nicht zu Ihnen" – hört man Ingrid Möhrle schon mal sagen, die jahrzehntelange Erfahrung in Beratung und Verkauf hat.

Lichtblick in der Pandemie

Oft weiß sie sogar, welches Fasnetsutensil bereits im Schrank einer Kundin oder eines Kunden hängt und greift gleich zum passenden Teil, das aufpeppt, für die gewünschte Veränderung sorgt oder als neuer Hingucker dient. Man merkt, dass die beiden in ihrem Element sind, dass sie sich freuen, ihre Kundschaft wieder bedienen zu dürfen.

Insbesondere Harald Möhrle ist glücklich, dass er nach der zweijährigen Pause wieder seinem Hobby frönen kann, denn er habe diese Zeit des unbeschwerten Umgangs mit den Menschen schmerzlich vermisst. Der einzige Lichtblick sei sein Auftritt bei Radio Neckarburg am Schmotzigen 2021 gewesen, als er seine Witze über den Äther schicken durfte.

Sich in diesem Jahr auf den Markt einzustellen habe herausgefordert, denn das Kaufverhalten infolge von Corona sei schwer einzuschätzen gewesen. So sei er zurückhaltender mit Vorbestellungen gewesen und habe sich stattdessen entschieden, seine Lagerware zum halben Preis abzugeben.

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Freitag: 15 bis 18 Uhr; Samstag 10 bis 13 Uhr. Der Narrenshop hat bis einschließlich Fasnachtssamstag, 18. Februar, geöffnet.