"Ave Caesar" – unter diesem Motto fand sich am Samstagabend nicht römisches, sondern auch allerlei anderes buntes Volk zum Bürgerball der Narrenzunft im Kolosseum der Gemeinde Zimmern ob Arae Flaviae ein.
Zimmern o. R. - Weiße Tischdecken mit goldenen Bändern, rote Kerzen und rote Stoffbahnen an der Decke sorgten für festliche Stimmung im Kolosseum Zimmern. Das Dekorationsteam der Narrenzunft hatte für den 57. Bürgerball alles gegeben. In der Turn- und Festhalle tummelten sich Caesar und sein Gefolge, sowie allerlei Soldaten, hübsche Dienerinnen und Co. – und alle bestens gelaunt, denn endlich durfte wieder gefeiert werden.
Mit dem Narrenmarsch eröffnete der Zimmerner Musikverein den Abend und die Narren zogen durch die Halle auf die Bühne zum "Lebenden Bild" – wobei sie sich über die Sprungführung wohl, bedingt durch die zweijährige Pause, nicht so ganz einig waren. Narrenmeister Daniel Rühle – als ägyptische Kleopatra mit schwarzer Perücke kaum wiederzuerkennen – begrüßte das Volk auf den Rängen. Auch hohe Gäste der Rottweiler Mutterzunft – allen voran Rottweils Narrenmeister Christoph Bechtold, dessen Vize Georg Hauser und Zunftschreiber Frank Huber weilten im Kolosseum.
Auf dem Kaiserstuhl
Caesar, alias Günter Kopf, der standesgemäß von Sklaven in einer Sänfte auf die Bühne gehievt wurde, freute sich ebenfalls über das volle Haus. In badischem Dialekt hieß auch er die Gäste herzlich willkommen. Aber wieso badisch? "Ha weil i scho’ seit 20 Johr uff’m Kaiserstuhl hock", witzelte er. Das Schicksal Roms, also Zimmerns, stehe auf dem Spiel, denn eine Kohorte Horgener sitze vor den Toren des Dorfes. "Der Sportverein, oder vielmehr einer davon", so die Auskunft der Späher. Des sei deswegen, weil die Kaiserin Carmen beim Jubiläum des Vereins entschuldigt ferngebliegen sei. "Lass se hocke", so Caesar, dem das Mittagessen wichtiger war, als die Horgener.
Achilles bleibt Caesar auf den Fersen
Als Achilles, Sohn von Caesar, hatte Fabi Maier die Lacher auf seiner Seite. "Achilles, bleib mir auf den Fersen", forderte Caesar ihn immer wieder auf. Zudem wurden Pläne geschmiedet, wie man sich das benachbarte Städtle Arae Flaviae zu eigen machen könne – um das Reich zu vergrößern. Die Stadt habe Reichtümer wie den Fundus des Herrenkramers oder auch Bodenschätze... "Außer Salz und Taubenscheiße gibt es doch da nix", so die Soldaten kopfschüttelnd.
Humorig, aber durchaus mit Haaren auf den Zähnen, stieg Zenturio Diaboli, alias Pasi Teufel, in den römischen Streitwagen und zog ordentlich vom Leder. Da blieb keiner verschont – schon gar nicht die Bürger von Arae Flaviae. Dass die neue Zimmerner Sporthalle nun endlich gebaut werde, das sei ein großes Glück. Die Römer hätten allerdings ihr Kolosseum schneller hochgezogen, als Zimmerns Räte den Bau beschlossen hätten, kritisierte er die Carmen‘sche Herrschaft. Auch dass es für die Zimmerner Vereine noch immer keine ordentliche Bleibe gebe, sei nicht nachvollziehbar. Nichts Gutes ließ Diaboli zudem am geplanten Zusammenschluss des FV 08 Rottweil und des FC Suebia Charlottenhöhe. Der Name Fußballunion Rottweil gehe seiner Meinung gar nicht, aber nachdem es 15 Mitglieder gewesen seien, die den FC Suebia seinerzeit gegründet haben, könne man den neuen Verein doch vorzüglich "08/15 Rottweil" nennen.
Die Spitze der Mutterzunft kam ebenfalls nicht ungeschoren davon. Auch dem Wadelkappenreigen aus Rottweil drohte Diaboli unruhige Zeiten an. Mit der neuen Sprungregel habe man in Rottweil "eine Bombe gezündet. Was die Manne dann wohl nächstes Jahr verkündet?", reimte Pasi Teufel. "Am Mentigmittag werdet ihr gucke, wenn hier in Zimmern 2000 Narre jucke", kündigte er an.
Was man mit "Zewa" alles so machen kann, das vermittelten die Narrenzunftfrauen in ihrem Beitrag. Die Narrenzunftballettgruppen aus Zimmern und aus Villingendorf begeisterten mit beeindruckenden Choreographien.
Das gut vierstündige Programm endete traditionell mit den Darbietungen der Jukebox, bei der es die Römer der Narrenzunft so richtig krachen ließen. Im Anschluss ging es dann in die Bar, wo bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert wurde.