Die für viel Stimmung sorgende Gruppe des Narrenvereins „Bettschoner“ feierte beim Zunftball in Weitingen ihr 60-jähriges Bestehen.
Mit Trompetenklang und ihrem Schlachtruf „Aaattacke“ blies die fidele Truppe am Samstagabend zur Erstürmung der Bühne in der Narrenhalle. Mit dabei hatten sie ihre Kanone „Dicke Berta“. So sorgen sie nicht nur bei der Schlüsselübergabe, sondern vor allem bei Fasnetsumzügen im Narrenflecken und auswärts mit ihrer Konfettikanone für Riesenstimmung.
Gegründet wurde die Kanoniersgruppe im Jahr 1966 von Bruno Bok, Arno Gulde, Heinz Körner, Alfred Straub und Karl Sauter. Seit der Gründung gab es 55 aktive Mitglieder. Alfons Katz war mit seinen 37 aktiven Jahren am längsten dabei und Manfred Braun ist mit über 80 Jahren bei den Umzügen mitgelaufen. Zurzeit stürmt die Truppe mit zwölf Aktiven durch die Umzüge.
Die Bürgerwehr wurde bereits 1727 nachgewiesen
Die Truppe geht auf die schon 1727 nachgewiesene Weitinger Bürgerwehr zurück, von der noch die Fahne vorhanden ist. Entsprechend sind die Kanoniere auch gekleidet. Die Kanone, die „Dicke Berta“, soll die letzte noch verbliebene einsatzfähige Kanone aus der „Urnburg“ der Herren von Weitingen sein. „Böse Zungen behaupten allerdings, das Kanonenrohr besteht aus einem Teil eines alten Dorfbrunnens“, meinten die beiden Vorsitzenden in ihrer Laudatio. Und damit haben sie auch recht.
Nach ihrer Erstürmung erklärten sie die Bühne zum Hof für ihren humorvollen Großen Zapfenstreich, wobei Oberst Ewald Schwab seine Kadetten zuvor penibel unter die Lupe nahm. Dazu gehörten Meldungen, wie „Melde gehorsamst, der Rucksack ist mit Schwarzwurst vollgepackt“, oder es gab Liegestützen als Strafe für nicht ganz auf Hochglanz geputzte Stiefel, ehe die Abnahme durch hohe Staatsgäste erfolgen konnte.
Dies waren keine Geringeren als die beiden Königinnen Julia I. und Larissa I., die zum Narrenmarsch von Bettträgern im Bett des Narrenvereins dem Narrenvolk zuwinkend auf die Bühne getragen wurden. Nach der Abnahme des Großen Zapfenstreiches mit würdevollen Schritten wurde den beiden „Staatsgästen“ der Orden „Schwarzwurst-Orden“ der Kanoniere verliehen.
Zu Königinnen geadelt, würdigten die beiden Vorstandsdamen die Kanoniere als „das Umzugs-Highlight“ schlechthin und bestätigten, dass sie zu den beliebtesten Foto- und TV-Motiven zählen. Denn mit ihrer Kanone und deren Konfetti-Böllerschüssen brächten sie viel Stimmung und Farbe ins Spiel, wenn sie fulminant mit ihrer Trompete zur „Aaattacke“ blasen.
Sie bezeugten ihnen sehr hohe Trefferquoten bis manchmal in den dritten Stock hinauf. Manchmal blieben aber auch „Kollateralschäden wie getroffene Wurstbuden, Autos oder glostende Haare von Zuschauern nicht aus“. Nach den Umzügen nehme die Truppe ihr verdientes üppiges Schwarzwurst-Vesper ein.
Mit einem kräftigen Konfettischuss verabschiedet
Die sehr gute Kameradschaft zeige sich auch mit der Feier des jährlichen Barbarafestes am Barbaratag, der Schutzpatronin der Artilleristen und Sprengmeister. Mit einem kräftigen Konfettischuss aus ihrer Kanone verabschiedeten sich die Truppe frenetisch gefeiert von der Bühne.