Beste ausgelassene Stimmung zum Auftakt – so wie in Pfaffenweiler beim Nachtumzug darf die närrische Saison fortgesetzt werden. Foto: Zimmermann

Es ist soweit: Die Fasnetsumzug-Saison im Villinger Umland ist mit dem Pfaffenweiler Nachtumzug eröffnet.

Fast zwei Stunden schlängelten sich 1200 Narren aus 55 Gruppen durch den Ort. Sie taten das bei ordentlicher Kälte, aber trotzdem bester Stimmung.

 

Narren und Zuschauer haben geradezu aufeinander gewartet.

Überfallartig ist alles anders

Beim närrischen Empfang vor dem Umzug brauchten die Narren keinem prominenten Vertreter aus Politik und Wirtschaft zu strählen. Diese sollten wohl überall und nirgends sein, möglicherweise war das dem Bundestags-Wahlkampf geschuldet.

Bürgermeister Detlev Bührer kam als Einheimischer pünktlich zum Umzug. Aber auch die Zuschauer. In kürzester Zeit füllte sich der Ort überfallartig mit mehr närrischen Zuwanderern als Pfaffenweiler Einwohner hat. Und auch nicht zum ersten Mal, dass sich Narren und Zuschauer im gegenseitigen Wohlfühlmodus befanden, man harmonierte bestens miteinander.

Premieren und alte Bekannte

Die Zünfte und Gruppierungen kamen zwar aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Hochschwarzwald bis hin zur Schweizer Grenze. Viele nahmen erstmals am Nachtumzug teil, aber auch viele bekannte Gesichter, ein Narrentreffen der eher kleineren Narrenvereine der Region.

Die weiteste Anreise hatten die Waldmännle aus Bühlertal und die Spessarter Eber aus Ettlingen. Musikalisch aufgelockert wurde der Umzug von zahlreichen regionalen Musiken und Guggenmusiken.

Man hatte auch das Gefühl, dass die Gruppen in größtmöglicher Hästrägerstärke anrückten, bei der Hexenzunft Villingen konnte man quasi von Armee-Stärke sprechen. Es gab Vorführungen im Karbatschenschnellen, die Mecker-Gilde Villingen wurde erstmals von einem Steampunk-Trommlerzug mit Feuerschlucker verstärkt. Und wer Näheres über die teilnehmenden Gruppen wissen wollte, erfuhr es von den Umzugssprechern. Die markantesten Plätze am Umzugsweg waren auch illuminiert, so dass sich Zuschauer und Narren nicht nur im Schummerlicht begegnen mussten.

Noch lange nicht Schluss

Nach dem Umzug war noch lange nicht Schluss. Die Festhalle, das Festzelt auf dem Bolzer und der Besen der Schanzelzunft in der Schulaula waren proppenvoll, die anderen Besenwirtschaften doch eher sehr übersichtlich. Vielleicht auch der knackigen Kälte geschuldet.

Für die anwesenden Ordnungskräfte vom Ordnungsamt, der Landespolizei, von Security, Technischem Hilfswerk, Malteser Hilfsdienst zwar ein stets angespannter aber doch ruhiger Abend, wie von Ortsvorsteher Martin Straßacker zu erfahren war. Alles in allem: Gastgeber und Gäste waren zufrieden und hoffen, sich mal wieder über den Weg zu laufen, gern närrisch.