Beim farbenfrohen Jubiläumsumzug mit originellen Figuren aus über 30 Gruppen ist in Vöhringen allerlei Schabernack und Frohsinn am Straßenrand zu sehen.
Schlag 13.33 Uhr setzte sich der behäbige Broatschua, die Symbolfigur der Zunft, zu den Klängen des Vöhringer Narrenmarsches in Bewegung. Von der Bergfelder Straße her führte er gut 1600 Hästräger, die zum 44. Geburtstag gekommen waren, auf der geschmückten Prachtallee durch den Ort bis zum Autohaus Schmid.
Sich seiner wichtigen Aufgabe bewusst, hatte er sich mit seinem besten Sonntagshäs fein herausgeputzt. Ihm folgte der Elferrat, ebenfalls im Ausgehstaat, und das winkende Heer der Gardemädels. Überhaupt waren alle charmant winkenden Gardemädels des Umzugs eine richtige Augenweide. Und damit jeder den Namen Broatschua versteht, wurde eine anschauliche Version davon im Handwägele mitgeführt. Die Begleitung durch den eigenen Musikverein war Ehrensache.
Farbenpracht bunter Kostüme
Der Wettergott zog auch rechtzeitig den Nebelrolladen hoch, so stand dem farbenprächtigen Bild, das die nachfolgenden Narren und Musikgruppen abgaben, nichts mehr im Wege. Und der neue Vöhringer Hexenvater, nämlich der Teufel persönlich, setzte sich dann immer wieder richtig in Positur. Die Narrenrufe „Broatschua-Hexa“ bescherten auch gleich einen Brezel- und Süßigkeitensegen, der die Augen der zahlreichen Zuschauer, besonders der Kinder, zum Strahlen brachte.
Immer wieder verlangsamte sich der Zug. Insgesamt trugen 31 Zünfte, Musiken und Wagen zur guten Stimmung bei. Geister und Vogelscheuchen tanzten mit den Zuschauern. Eine Farbenpracht an bunten Kostümen und individuellen Masken war zu bewundern. Bärentatzen streichelten und verhalfen flugs zu einer neuen Frisur. Pyramiden türmten sich auf, „Wildschweine“ brachen aus.
Es gibt Extra-Applaus
Eine Kanone donnerte. Immer wieder stiegen Rauchsäulen in den Zunftfarben auf. Die sportlichen Hexen trieben ihre einfallsreichen Späße, zeigten sich aber von der besten Seite. Neben den Freunden aus der näheren Umgebung, hatten einige einen weiten Weg in Kauf genommen. Den Seitenbach-Geistern aus Tuttlingen (etwa 100 Kilometer) und den Murreder Hinterwäldlern aus Murrhardt (rund 90 Kilometer) gebührte ein extra Applaus.
Die Zünfte, traditionelle und jüngere, zeigten ein breites Spektrum an originellen Figuren der Schwäbisch-Alemannischen Fasnet. Die Zuschauer standen in der Dorfmitte in Dreierreihen und machten die Späße mit. Nach zwei Stunden mündete der Umzug in eine Straßenfasnet im Ortskern.