Zum Jubiläum überreichen Narrenvater Benedikt Schanz (rechts) und sein Vize Aaron Broghammer den Frauen eine Torte mit ihren vier Narrenrufen. Foto: Sauerland

In Villingendorf kullern am Schmotzigen die Lachtränen – zwischen einem Jubiläum, Schwiegermutterdrama und einer Silvesterbegegnung.

Mit einem Feuerwerk aus Humor, Selbstironie und lokalem Insiderwissen hat die Schmotzigengruppe „Die Vier“ am Schmotzigen Dunschtig ihr Jubiläum zum zehnjährigen Bestehen gefeiert. Der Auftritt begeisterte das Publikum und zeigte, warum die Gruppe längst Kultstatus erreicht hat.

 

Schon zu Beginn machten die vier Frauen klar, worum es geht: Dankbarkeit für ein Jahrzehnt Fasnet, für unzählige Ideen und für ein Publikum, das jeden Spaß mitträgt.

Ein humorvoller Rückblick In ihrem humorvollen Rückblick erzählten sie von ihren ersten Auftritten, vom legendären „Nix“-Jahr, vom digitalen Corona-Schmotzigen und vom Traum, einmal als Schantle mitzulaufen. Mit einem Augenzwinkern erinnerten sie an die Hauptstraßen-Debatte, an den selbstgebauten Weinberg am Schützenhaus und an die Herausforderungen des Alltags – von Haushalt bis Wechseljahre.

Mit spitzer Zunge Besonders viel Applaus gab es für ihre Kritik am neuen Online-Ticketsystem des Bürgerballs. Mit spitzer Zunge, aber viel Herz, machten sie klar: Fasnet lebt von Menschen, nicht von Klicks. Musikalisch untermalt wurde der Abend mit zahlreichen Parodien bekannter Melodien – vom „Hochmössinger Narrenmarsch“ bis zu „Schön ist es auf der Welt zu sein“.

Noch lange nicht genug Zum Abschluss versprachen „Die Vier“, dass sie noch lange nicht genug haben. Die nächsten zehn Jahre seien fest eingeplant – was sie dafür vorbereitet haben, bleibe aber streng geheim.

Zwei weitere Auftritte sorgten für besonders viele Lachtränen – und das lag nicht nur am ausgelassenen Fasnetstreiben. Den Anfang machte Archie Armleder, der mit seinem gewohnt derben, aber charmanten Humor über sein Eheleben und vor allem über seine Schwiegermutter herzog. In einem Feuerwerk aus Pointen schilderte er, wie er „zweigeteilt“ aus Rottweil herbeigeeilt sei, wie ihn der „Schwiegermonster-Drache“ täglich zur Weißglut treibe und warum er sich regelmäßig frage, „oh wenn i bloß nie g’heirotet hett“.

Mit drastischen Bildern – vom nächtlichen Kampf ums Bett bis zur kulinarischen Dauerbelastung durch „Grießbrei“, „Bibbeleskäs“ und „8 Pfund Nuddle aus oim Ei“ – trieb er das Publikum von einem Lacher zum nächsten. Besonders seine Schilderung der gemeinsamen Autofahrten, bei denen er zwischen Lenkkrad, Kommentaren und Schwiegermutterkrallen fast kapitulierte, brachte den Saal zum Toben. Am Ende blieb kein Zweifel: Archie Armleder ist und bleibt ein Meister des schwäbischen Ehedramas in Reimform.

Archie Armleder (links) und Clemens Hummel sorgen für viele Lacher. Foto: Sauerland

Investigativer Humor Im Anschluss übernahm Clemens Hummel, Ex-Ex-Narrenvater, der den Abend mit feinsinnigem, fast schon investigativem Humor fortsetzte. Ausgangspunkt seiner Überlegungen war eine unscheinbare Silvesterbegegnung beim Brezelpaschen in der Zunftstube. Dort hatte er Narrenvater Benedikt Schanz gefragt, wo dieser den Jahreswechsel verbringe. Die Antwort – ein knappes, zögerliches „In Konstanz“ – ließ Hummel nicht mehr los. Mit augenzwinkernder Akribie stellte er Fragen, die von „Folgt er seinem Zweitnamen Konstantin?“ bis hin zu „Wohnt sie in Konstanz?“ reichten. Je spekulativer, desto besser.

Das Publikum genoss die gewagten Gedankensprünge unter und über die Gürtellinie. Geklärt wurde letztlich nichts – doch Hummel versprach, die „Recherchen“ fortzuführen. So bot der Abend völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen brillante Auftritte.