Was für eine Show, was für ein Abend! Die Glonki-Gilde übertraf sich wieder einmal selbst mit begeisternden Tanzaufführungen, Wachsfiguren und Bildern, die zu neuem Leben erwachten.
Ein enthemmter Elvis mit zahlreichen Marilyn Monroes sowie ein gnadenlos direkter Terminator alias Nenad Grzan – dies und vieles mehr bot der Zunft-Obed der Glonki-Gilde.
In diesem Jahr ging er unter dem Motto seiner Namensgeberin Madame Croissant alias Kasiana Teleki an den Start und begeisterte an zwei Abenden das Publikum in der Neuen Tonhalle.
Die viel beschäftigte Madame Croissant war nicht nur im Moderatorenteam des Abends aktiv, sondern hatte auch die Ballregie in Zusammenarbeit mit Ben Läßig und Steve Kuschal übernommen. Das Resultat konnte sich zu jedem Zeitpunkt sehen lassen und bot den närrischen Gästen während Stunden ein Spektakel der Narretei.
Beiläufig zeigte zeigte die Veranstaltung auf, dass Brauchtum und Vergnügen nicht durch künstliche Intelligenz zu ersetzen sind. Was sich zwischen dem ohrenbetäubenden Lärm der Trommelwirbel des Trommlerzugs der Glonki und dem stimmungsvollen Auftritt der Glonki-Guggen Krawazi Ramblers abspielte, war ein Erlebnis purer Unterhaltung.
Zum Auftakt defilierten Glonkimotter Ulrike Heggen, Glonkivatter Günther Reichenberger, der erste Gildemeister Michael Walther und alle anderen Vorstandsmitglieder in Begleitung der trommelnden Glonki vom Halleneingang bis auf die Bühne. Der traditionelle blau-weiß-rote Brauchtumsteil begann mit der Erwähnung von zwei 75-Jahr Jubiläen, welche in diesem Jahr der Fanfarenzug und die Fasnetssuche am Bickentor feiern. Bernd Mager bekam einen Orden für seine langjährige Mitwirkung im Hintergrund der Ballvorbereitung, der Kammerverwaltung oder bei der Fasnetsuche.
Mit dem Gardetanz startete das Spektakel. Lautstarke Zugaberufe belohnten die einzelnen Tanzgruppen für ihre Aufführungen, die ihnen einiges an Kondition, Ausdauer und Geschick abverlangten. Durchs Programm führten an diesen Abend neben Madame Croissant, Laura Hönig, Finn Schneider, Sebastian Stehle und Mira Vorpahl, die zwischen königlichem Ambiente und Piraterie erheiterten.
Der Fanfarenzug brachte im Schatten des Romäus-Turms mit seinem Auftritt die Stimmung zum Kochen. In der Folge erschienen auf der Tanzfläche so viele englische Königinnen, wie sie die Stadt noch nie gesehen hat. Das Damenballett der Glonki legte mit einem schwungvollen Tanz sein anfänglich höfisches Mauerblümchendasein rasch ab und entfaltete sein Können in vollem Umfang als Killer Queen.
Den Charme der 1950-er verbreitete Elvis alias Dominik Armbruster, der an das Marilyn Monroe-Männerballett sein Herz verlor. Einmal mehr tobte die Halle vor Begeisterung. Auch während den Auftritten der Majoretten oder den Glonkinchen bebte die Halle.
Einziger Akteur, der an diesem Abend wenig mit Tanz und Musik im Sinn hatte, war Nenad Grzan. Der Terminator war gekommen, um mit seinem Wortwitz den Problemchen und Problemen des städtischen Alltags in Gesellschaft und Politik auf den Zahn zu fühlen.
Nichts und niemand von Jung bis Alt, zwischen OB, FC 08, Führerscheinen und Brückenschäden wurde geschont. Das finale Ausrufezeichen setze die Glonki-Band Guns’n’ Romäus, die zum Abschluss dem Publikum zur Melodie des alten Kinks-Hits Lola ein lautstarkes „Cola“ entlockt hatten.