Die Fasnet ist eines der wichtigsten Ereignisse in der Region – die Kostüme gibt es bei Schilling in der Villinger Innenstadt oder in der Kleiderkammer der Narrenzunft Bad Dürrheim.
Die Fasnet ist für viele Menschen in der Region einer der Höhepunkte des Jahres. Wochenlang bereiten sich Narrenzünfte, Musiker und Zuschauer auf die närrischen Tage vor. Musik, Umzüge, gute Laune und aufwendig gestaltete Kostüme sind Pflichtprogramm. Offiziell beginnt die Fasnet am 6. Januar und endet am Aschermittwoch. In Villingen-Schwenningen erreicht sie 2026 mit den großen Umzügen ihren Höhepunkt.
Am Montag, 16. Februar, zieht ab 8.45 Uhr der Historische Umzug durch die Innenstadt von Villingen. Mit den traditionellen Figuren der Narrozunft gehört er zu den festen Bestandteilen der schwäbisch-alemannischen Fasnet.
Der Große Umzug der Zuggesellschaft folgt am Dienstag, 17. Februar, ab 13.30 Uhr. Zahlreiche Narrenzünfte und festlich geschmückte Wagen ziehen dann durch die Villinger Innenstadt und bilden den Höhepunkt der Straßenfasnet.
Das perfekte Outfit ist wichtig
Zum perfekten Fasnetsumzug gehört natürlich das passende Outfit – und das bietet das Schilling in der Villinger Innenstadt. Yvonne Schaumann führt den Laden bereits in sechster Generation: „Es ist eine Familiensache, die schon über 100 Jahre geht“, sagt sie stolz. Hauptsächlich verkauft das Geschäft Unterwäsche, Fasnetskostüme und die Ausstattung der Hästräger der Narrozunft machen nur einen Teil des Sortiments aus. „Die Fasnetsartikel gibt es das ganze Jahr, in den Fasnetmonaten verkauft sich natürlich am meisten“, erklärt Schaumann.
Zu den beliebtesten Produkten zählen Halstücher, Handschuhe und Zipfelkappen. Gleichzeitig gibt es immer wieder Neuerungen: „Einige Produkte sind in den letzten Jahren neu hinzugekommen, zum Beispiel Nachthemden, ‚Hemdglunker‘ und Ringelhemden“, so die Inhaberin.
Auch zur Preisspanne gibt Schaumann Auskunft: „Ein Ringelhemd mit Stülpen kostet etwa 40 Euro, dazu kommt noch das Halstuch. Mit Hemdglonker liegt man in einem ähnlichen Bereich. Bei der traditionellen Fastnacht mit Scheme und kompletter Ausstattung kommt man schnell auf rund 1000 Euro.“
Ein Trend aus früheren Generationen sind die Blauhemden. Laut Schaumann wurden sie in den 1950er- und 1960er-Jahren sehr oft getragen, in den 1990er- und 2000er-Jahren verschwanden sie fast vollständig. „Damals verkleidete man sich ganz anders, zum Beispiel als Biene“, erzählt Schaumann mit einem Lächeln.
Die Tradition der Fasnet ist für sie eine Herzensangelegenheit: „Das ist tief verwurzelt und wird mit Herzblut gelebt. Familien sind über Generationen dabei, und es ist wichtig, diese Tradition zu bewahren. Für die Zukunft mache ich mir keine Sorgen“, sagt Schaumann gelassen.
Eine Tradition die bleibt
Ein Fasnetkostüm ist für viele aus finanzieller Sicht nicht möglich. Die Narrenzunft in Bad Dürrheim bietet daher einen Verleih an: Für 25 Euro kann ein Kostüm für die gesamte Fasnet ausgeliehen werden.
Melanie Wildgruber, Carina Dommermuth und Gaby Kaltenbach, die sogenannten Zunftwieber, kümmern sich um die Kleiderkammer der Narrenzunft. „Uns gibt es schon seit über 30 Jahren“, sagt Wildgruber stolz.
Die Kleiderkammer öffnet jeweils am ersten Freitag nach dem 6. Januar und danach jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr bis zur Fastnacht. Während der Fasnet bleibt die Kammer geschlossen, die Rückgabe erfolgt an den beiden Freitagen danach.
Bei den Kostümen zeigt sich ein Mix aus Tradition und aktuellen Trends. „Bei der Jugend orientieren sich die Wünsche oft an Filmen oder Hypes – Vampire waren mal modern, Piraten durch ‚Fluch der Karibik‘ besonders beliebt“, erklärt Wildgruber. Klassiker wie Hexen, Piraten oder Tierkostüme gingen aber immer gut, egal welcher Trend gerade lief.
Die Narrenzunft setzt auf handwerklich hochwertige Kostüme und sieht die Online-Kostüme als keine ernste Konkurrenz an. „Nein, das kann man nicht vergleichen. Die Online-Kostüme sind meist billigere Ware“, betont Kaltenbach.
Viele Stammkunden schätzen zudem den Verleih: „Wir haben wirklich Leute, die fast jedes Jahr kommen. Sie sehen den Vorteil darin, dass man sich nicht den Keller zumacht und nicht alles aufheben muss, wenn man sich etwas Neues kauft“, erklärt Wildgruber. Carina Dommeruth ergänzt: „Bei uns sieht jedes Piratenkostüm anders aus.“
Für die Narrenzunft ist die Fasnet mehr als ein Fest: „Es wird sich verändern, weil jede Generation sie anders feiert. Aber der Grundgedanke bleibt derselbe“, sagt Wildgruber. Damit bleibt die Tradition auch für kommende Generationen lebendig.