Die Kürnach-Hexen wurden 1995 in Unterkirnach gegründet. 1996 waren sie das erste Mal im Häs und feiern jetzt ihr 30-jähriges Bestehen mit dem zweiten Hexenball seit ihrer Gründung.
Am 14. Februar ist es soweit, und die Hexen entern die Bühne der Schlossberghalle mit einem Hexenprogramm, das sie noch streng geheim halten.
Unsere Redaktion sprach mit Anton Peter, der mit seiner vor einigen Jahren viel zu früh verstorbenen Frau Alexandra die Idee zur Hexenzunft hatte und auch das Häs mit der Scheme kreierte.
„Wir hatten damals die Idee, irgend etwas zu bringen, damit im Ort mehr los ist“, berichtet er. Zuerst habe man gedacht, einen Schalmeien-Verein zu gründen, aber das sei zu speziell gewesen.
In Unterkirnach sei auch das Thema „Drei Burgen“ aktuell gewesen – er und seine Frau hätten an einen Verein mit Namen „Schlossberghexen“ gedacht, aber auch wieder verworfen, weil es schon in Kappel Schlossberghexen gegeben habe.
Die Kürneck-Burg
„Dann kam uns die Idee mit der Kürneck-Burg und der Frau von Kürne, so entstanden in unseren Köpfen die „Kürnach-Hexen“, so Peter. Nachdem sich Toni und Alexandra für die „Kürnach-Hexen“ entschieden hatten, kamen sie in die Gänge. „Wir wollten keine bunten Hexen, wie man sie überall sieht, sondern richtig alte Hexen, nicht lustig.
Alexandra habe sich so lange nach Stoffen umgeschaut, bis sie mit einem grauen Stoff fündig wurde, berichtet er. Spinnweben und Spinnen hätten natürlich dazu gehört.
Vorschlag hat nicht gefallen
Dann sei es um die Scheme gegangen, und das Ehepaar suchte einen Schnitzer auf, dessen Vorschlag ihnen jedoch nicht gefallen habe, die Hexe sei zu freundlich gewesen: „Düster und vermodert sollte schon sein“, betont er.
„In St. Blasien fanden wir einen Schnitzer, der uns eine Scheme schnitzte, so, wie wir uns das vorgestellt hatten“, so Peter. Als Haarschmuck gab es für die Hexe Bisonhaare, dann war die Scheme fertig.
Eine Schneiderin wurde gefunden, und es sei durchgesetzt worden, dass die Kürnach-Hexen schwarze Schuhe trugen. Das Häs sei mit damals 1800 Mark nicht billig gewesen. Er habe den neuen Kürnach-Hexen jedoch das Geld für das Häs vorgestreckt. 1995 wurde der Verein gegründet, so Peter.
Ein Hexenmeister
„Nun brauchten wir noch einen Hexenmeister. Simone Weißer und ich fuhren wieder zu unserem Schnitzer, der die Scheme für den Hexenmeister schnitzte, mit einem dritten Auge auf der Stirn, damit er alles im Blick hat“, lacht Toni Peter.
Er erhielt ein Häs aus Heidschnuckenfell – und Toni Peter war zuerst einmal der Hexenmeister. Die Hexen waren, nachdem sie aus der Gruft gekommen waren, nicht mehr aus der Fasnet-Welt wegzudenken gewesen, nicht in Unterkirnach und auch nicht in der Region.
Umbau eines Busses
Durch seine Bekanntschaft zur Familie Ciampa habe er in den neuen Bundesländern einen Bus gekauft und nach Unterkirnach geholt. „Den habe ich umgebaut mit einer Bar. Der stand auch auf dem Parkplatz vor den Schlossbergstuben, wo früher das Dorffest gefeiert wurde, und war der Hit. Aber, von Amts wegen benötigte ich für den Umbau des Busses eine Baugenehmigung“, berichtet er trocken.
Dichten kann Toni Peter auch. So dichtete er unter anderem den Text „In de Kirne ist Fasnetzeit“, Simone Weißer schrieb dazu die Melodie.
Im Forst tätig
Anton (Toni) Peter war seit 1984 Forstunternehmer und war für den Forst mit drei Vollerntern und einem Holzrücker tätig. Heute macht er immer wieder Arbeiten, wie Winterdienst im Forst, steht dann auf Abruf bereit.
Der Ball
Tickets
Der Hexenball findet am Samstag, 14. Februar, um 19 Uhr in der Schlossberghalle in Unterkirnach statt. Für Unterhaltung mit einem abwechslungsreichen Programm und Verpflegung ist gesorgt. Nach dem Programm heizt ein DJ die Stimmung zum Feiern und Tanzen richtig an. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Information „#EchtUnterkirnach“. Erwachsene zahlen 6,50 Euro, Kinder vier Euro.