Ziehen an einem Strang: Köhler-Narrenmutter Claudia Rokoschoski und Kirnburghexe Jenny Heirich. Foto: Lutz Rademacher

Der „Schmutzige Dunschtig“ läuft dieses Jahr ein wenig anders ab. Das sind die Neuerungen.

Schon in alten Zeiten zogen in Unterbränd an diesem Tag närrische Gruppen von Haus zu Haus und sangen Fasnetliedle, nicht zuletzt, weil man etwas zum Essen und Trinken bekommen wollte. Wenn in einem der damals 20 Höfe geschlachtet wurde, blieb von der Sau nicht viel übrig.

 

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg soll ein Narrenbaum gestellt worden sein und es soll einen Narrenvater gegeben haben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Elferrat mit Narrenvater Anton Mantel gegründet. Am „Schmutzige Dunschtig“ 1983 stellte die damalige Narrenmutter Sieglinde Hepting eine Köhlergruppe vor. Feierlich wurde die Köhlertaufe vorgenommen. Es war die Geburt der heutigen Zunft, die fortan das Fasnetgeschehen prägte und mit ihrem umfangreichen Programm am bunten Abend regelmäßig viele auswärtige Gäste anzog.

Erst 2019 gegründet

Die Kirnburghexen wurden erst 2019 gegründet. Legendär sind deren mystische Hexentaufen, die bisher an der Kirnburg oder auf Privatgelände stattfanden. Ebenso verlief deren Fasnetprogramm parallel zu dem der Köhler, von gelegentlichen gegenseitigen Besuchen abgesehen.

2024 hatten die Köhler den bunten Abend auf Freitag verlegt, was neue Perspektiven eröffnete. Um 9.30 Uhr wird der Ortsvorsteher abgesetzt. Anschließend gibt es ein Frühstück für alle unter der Regie der Köhler. Gemeinsam wird der Narrenbaum gestellt, das Fasnetausrufen in einzelnen Gruppen im Ort wird beibehalten. Ab 13 Uhr startet die Hexenparty der Kirnburghexen im Zelt am Gemeindeschopf. Nach der Hexentaufe um 19 Uhr steigt eine Party mit DJ.

„Es ist Ortsfasnet und wenn alles klappt, freue ich mich“, kommentiert Köhler-Narrenmutter Claudia Rokoschoski. „Wir finden das megacool“, sagt Jenny Heirich, Vorsitzende der Kirnberghexen, und hofft auf viele Besucher.