Das närrische Denkmal soll am Bergsee als „Pilgerstätte“ aufgestellt werden. Darüber freuen sich (von links) Michael „Gallus“ Duffner, Bürgermeister Pfiffer III, Gallus Strobel und Felix Kentischer Foto: Hans-Jürgen Kommert

Darum erhält Altbürgermeister Gallus Strobel beim Tag der Oberstadt in Triberg eine besondere Ehrung.

Mit einer aufsehenerregenden „Denkmals-Übergabe“ endete der Tag der Oberstadt – bedacht wurde damit ein wichtiger Mann, der die Oberstädtler Fasnet so richtig in Schwung brachte: Altbürgermeister Gallus Strobel erhielt dieses Denkmal für seine langjährige Mitwirkung bei „Gallus und seine Hühner“ und dem Wohlwollen, mit dem er der Oberstädtler Narrengemeinde beiseite stand.

 

Vorausgegangen war eine Reminiszenz an den Altbürgermeister, der bekanntlich am Zunftabend der Narrenzunft in den Himmel entschwebte: Pfiffer III. war sich sicher, dass der gute Mann noch um sie herum existierte. Und tatsächlich – wohl nur für die Zuschauer sichtbar – stand Gallus (Michael Duffner) vor ihnen und versuchte, sich bemerkbar zu machen.

In Verbindung mit ihnen konnte er sich aber erst, als ein Gedeck (Pils und roter Rossler) bereitstand. Der nun mit Flügeln und Heiligenschein versehene beschwerte sich herb – schon drei Wochen fort und noch keine Straße nach ihm benannt, kein Denkmal errichtet. Daneben war das Strählen angesagt mit so manchen Geschichten und Gerüchten.

Gekonntes Strählen

Besonders betroffen waren diesmal Stefanie und Gunner Rotter. Und „Fiddle geht immer“ – gab es den einen oder anderen eher unter die Gürtellinie zielenden Spaß.

Matthias Klausmann, erst im Jubiläumsjahr 2025 erneut zum Bürgermeister gewählt, rang sich zu einem Geständnis durch: Nachdem der Schredder kaputt ging, seien noch brutal viele Wahlzettel herumgelegen – und eigentlich sei ja nicht er, sondern tatsächlich Maike Fenski gewählt worden. Die wagte sich anschließend an das Geständnis in die Bütt und las dem Betrüger heftig humorvoll die Leviten. Dabei war es gar nicht so einfach, bis zu Klausmann durchzudringen – das eigentlich kleine Café erlaubte es keinem, umzufallen, so viele Gäste waren anwesend.

Der Wohlfühlorden

Doch gab es auch das bekannte Prozedere. Bereits seit 2003 verleiht die Narrengemeinde Oberstadt den Wohlfühlorden in Form ein es Kissens, in Anlehnung an die Worte Gallus Strobel, der die Wasserfallstadt als „Wohlfühlstadt“ bezeichnet hatte. Der Mann, der diesen Orden eingeführt hatte, war der damalige Oberstadt-Bürgermeister „Schappi I.“, Klaus Dieter Trapp. In diesem Jahr hielt der neue Bürgermeister Sven Ketterer die Laudatio für einen Mann, der die Fasnet genauso hochhalte wie ein Zunftmeister, aber zugleich das Geschichtsbewusstsein in die Stadt bringe – Klaus Nagel.

Foto: Hans-Jürgen Kommert

Eine Klasse für sich war ohne Zweifel „Spättle“ Jens Wallishauser in der Bütt: Vom Weltuntergangsgefühl durch despotische Herrscher über Sozialismus durch die Hintertür bis hinein ins Städtle wusste er durch seine gereimten Ungereimtheiten zu überzeugen – unter anderem über die Strobelsche „Demokratur“. „Da fragt das Spättle – ist es zum Weinen oder Lachen“, fragte er nach jedem Block.

Extra aus den USA angereist

Passive Mitglieder wurden geehrt. Einer der beiden Anwesenden war extra aus den USA angereist: Axel Fenski wurde für 15 Jahre geehrt. Seit 40 Jahren ist Christa Wernet Mitglied. Geehrt wurden sie von Lina Kentischer und Henry Klausmann.