Wenn Frauen tanzen, sieht das immer elegant aus, auch beim Freiamt Foto: Hans-Jürgen Kommert

Einen wieder einmal höchst närrischen Abend erlebten rund 300 Besucher in „Tribergs zweitgrößtem Festsaal“ im Daheim: Die Stabhalterei Freiamt feierte die recht kurze Fasnet 2026.

Das Motto lautete diesmal „Scho widder andersch“. Mit einer Ausnahme: Musiker Andy Hehl sorgte erneut für Stimmung im Saal. Sie sind ein eher kleiner Verein, doch dafür zeigten sehr engagierte Mitglieder eine echt bunte Show – kein Wunder bei einem Chef, der für buchstäblich für jede Narretei zu haben ist.

 

Zunächst begrüßten Oberstabhalter Weissi I mit seiner Vertreterin Heike Reffler alle raumschaftlichen Narren, dazu befreundete Vereine wie den Skiclub, der Turnverein oder die Feuerwehr und alle anwesenden Mitglieder des Gemeinderats. Nach dem triumphalen Einmarsch der Gutseleschlecker und des Elferrats mitsamt den Blechschleckern begrüßten sie als Engel 1 und Engel 2 – die sich verflogen hatten auf dem Weg nach Malle – die Gäste. Neu aufgenommen als Narrenräte wurden nach dem Probejahr Joanna Krauß, Mario Schätzle und Andreas Strauch.

Durch das Programm führte auch in diesem Jahr wieder ein Wolfgang Baumann, der vor Witz einmal mehr nur so sprühte. Ein Hammer war seine Verlosung, bei der es „eine Sektdusche“, ein Gourmet-Menü für zwei sowie eine schöne Woche“ zu gewinnen gab.

Mit dem Rollator dabei

Ein echter Schenkelklopfer war der Auftritt der „Golden Girls“ der Stabhalterei, die am Rollator unterwegs waren. Rebecca Weissenberger hatte dabei die wohl schwerste Rolle – sie konnte nicht mehr sprechen, da sie bei der Bürgermeisterwahl ihre Stimme abgegeben hatte. Bärbel Breisch, Heike Reffler und Tamara Schwer zerrissen sich derweil ihr Mundwerk über viele Dinge im „Schdättle“. Dabei wurde auch das Thema „vegan“ angesprochen, vor dem Tamara eindrücklich warnte: „Wegen eines Apfels wurden wir aus dem Paradies vertrieben, nicht wegen eines Fleischkäswecken“. Und bei einer Diät, so Heike, habe ihr Mann gesagt, sie küsse viel besser – nein, sie suche nur nach Essensresten.

Joanna Krauß und Dominik Schneider bewiesen sich als Quizmaster, die über zwei Vertreter die beiden Saalhälften gegeneinander antreten ließen. Fast schon berühmt ist „Aschenputtel“. Dabei taucht hinter einem Tuch immer wieder einer der Beteiligten auf, spricht einen Satz oder ein Wort – am Ende brüllt das Publikum vor Lachen.

Witzige Einlage

Eine witzige Einlage zum Thema „Spätheimkehrer und der Getränkeautomat“ gaben Rolf Schwer und Jürgen Schwer. Wie zuvor schon der Moderator festgestellt hatte, waren die Wirtschaften bereits geschlossen, ohne Rücksicht auf den Durscht. Nun – in Triberg gibt es ja einen Automaten, der den geneigten Nutzer auch mit Getränken versorgt. Doch wer denkt, das sei einfach, irrt – ein Bier gibt es nur, wenn man seinen Ausweis dabeihat. So blieb nur „Blemberliswasser“. Doch ist das noch haltbar, gibt es Pfand? Jürgen rubbelt und rubbelt, bis auf einmal ein grünes Männchen auftaucht – der Geist der Flasche. Dieser schenkt ihm einen Freiwunsch, doch „wähle mit Bedacht, dann wird dein Wunsch vollbracht.“ Was nicht ganz einfach erscheint, denn zu jedem Wunsch äußert der Geist Bedenken. Bis es dem durstigen Jürgen zu dumm wird und er Götz von Berlichingen zitiert – und hier würde sein Wunsch erfüllt. Die Tänze der Frauen wie der Männer sorgten für Begeisterung im Publikum.