Die Schülerbefreiung an der Grundschule Tennenbronn findet bei trübem Regenwetter statt. Foto: Benner

Der Schmotzige machte seinem Namen alle Ehre. Teilweise schon gut eingeweicht, aber pünktlich erschienen die Narren am Morgen zum Ortsstreich an der Grundschule und am Rathaus.

Unter den Vordächern sammelten sie sich bis für die Rettungsmission grünes Licht erteilt wurde. Mit schwungvoll froher Musik und der geballten Macht aller hiesigen Zünfte wurden die Tore der Schule gestürmt. Schon bald waren alle Schüler gefunden, versammelt und mit närrischer Heiterkeit infiziert.

 

Die Gewalt über die Durchsage hatte Markus Moosmann übernommen und verkündete den Umzug zum Rathaus zum zweiten Ortsstreich, denn es galt noch einen Schlüssel zu übernehmen. Schüler und Musiker dagegen durften in diesem Jahr direkt den Marsch zur warmen, trockenen Halle antreten. Hästräger hatten die Wahl.

Einige mehr oder weniger wetterfeste Narren wohnten der Amtsübernahme von Gildemeister „Kalten“ jedoch bei. Dabei kamen zum Schutz vor Nässe Regenschirm, Poncho und Pavillon zum Einsatz.

Leider ohne den Narrenmarsch, aber mit einer Einladung zum Asyl vor dem Wetter schickte der Gildemeister die Hästräger ins Rathaus. So wurden Oberbürgermeisterin und Ortsvorsteher rasch aus der guten Stube getrieben.

Fehlen von neuer Halle

In seiner Amtsantrittsrede rügte „Kalten“, dass es bisher nicht zur Fertigstellung der geplanten Halle gekommen ist. „Zur Fasnet stehen wir hier vereint, auch wenn die neue Halle nur geplant erscheint. Denn wo wir tanzen, feiern, lachen – sollt längst ein Neubau Freude machen… Der Spaten liegt bereit, seit gefühlter Urzeit… Wenn das Tempo so bleibt bestehen, kann man die Halle nur im Traume sehen.“

Bei aller Kritik gab es doch auch warme Worte für die alte Halle: „Ernst und wahr, wir lieben was schon immer war. Die alte Halle schief und krumm, mit Balken starr und manchmal stumm. Rustikal in schönstem Kleid, gezeichnet von der langen Zeit. Sie knarrt und ächzt bei jedem Schritt, doch jedes Fest macht sie gern mit.“

Bei Entgegennahme des Schlüssels verkündete Kaltenbacher feierlich: „Für diese Zeit so närrisch schön, soll Narrheit über Ordnung stehn.“

Kontra von Ortsvorsteher

Doch das Kontra von Ortsvorsteher Manfred Moosmann ließ nicht auf sich warten. Der Spatenstich sei für Sommer oder Herbst geplant. Doch seit heute nicht mehr sicher, da die Narren Angst vor Regen haben. Sogar die Musik scheine in der Halle lieber auf „Zuckerpanflöten“ zu spielen. Seine Rede solle „Kalten“ daher besser gleich wegwerfen, statt sie die nächsten fünf Jahre zu wiederholen.

Der Ortsvorsteher, bewusst im Leoparden Kostüm, wähnt sich schlau und wachsam. So rügte er die Rechnung vom letztjährigen Zunftmeisterempfang, aufgrund der abwesenden Schüler nicht jugendfrei, als „hoch wie vom Puff“. Zum Abschied neckte er „Wenns Chaos gibt, bin I net do … Macht die Stadtkass wieder voll! Machets wie de verrückte Trump so toll - verlanget Fasnets-Zoll. Wer durchs Dorf läuft und net lacht, zahlt. Ob morgens 5 oder abends 8.“ Nun hätten es die Narren in der Hand: Den Schlüssel zur Macht und 35 Quadratkilometer Land.