Sie repräsentieren als Narreneltern die Tannheimer Fasnet 2026: Rainer Strobel und Marina Müller. Foto: Willi Zimmermann

Wer in Tannheim Narrenmutter wird, das bestimmt der Narrenvater. Wer Narrenvater wird, bestimmt das so genannte Tannheimer Roulette.

Die Elferratsmitglieder setzen sich nach der Jahreshauptversammlung kurz vor aller Blicke zusammen und lassen sich vom Wirt ein Serviertablett mit hochprozentig gefüllten Stampern bringen.

 

In einem Glas ist aber reines Tannheimer Leitungswasser. Dieses Mal war Rainer Strobel der Glückliche. Der ehemalige langjährige Finanzchef der Osemali hat auch in diesem Job schon Berufserfahrung, auch wenn das Jahr 2012 lange her ist.

Bis zur Vorstellung der Glücklichen in der Festhalle im Anschluss an die Taufen der neuen Hästräger treibt in Tannheim der Wunderfitz um und die Gerüchteküche kocht fast über. Verblüffung zunächst, als Rainer Strobel einen närrischen Kern-Reaktor mit allerlei Narrenhäsern fütterte, wie Clown-Kostüm, Gardehäs, abgeschmeckt mit einer geballten Ladung Konfetti. Das mache schon Sinn, tat er kund und zu wissen, für jede Eigenschaft, die eine Narrenmutter haben sollte, sollte etwas dabei sein.

Eine steile Karriere

Närrisch muss sie sein, aber auch lustig und sogar trinkfest. Nachdem der Reaktor mit lautem Getöse ob der anspruchsvollen Aufgabe fast ex- und implodiert ist, kam aus dem Dunst Marina Müller hervor. Allseits im Ort bekannt, strahlende Gesichter in der Halle. Aber da war doch noch was: richtig. Es war dieselbe Marina Müller, die ganz wenige Stunden zuvor am Narrenbrunnen den närrischen Amtseid leistete und winterlich mit reinem Tannheimer Brunnenwasser getauft wurde. Wenn das keine steile Blitzeis-Karriere ist.

Silas Baumgartner (links) und Ben Kreuz haben die Aufnahmeprüfung bei den Tannheimer Osemali bestanden. Foto: Willi Zimmermann

Das von Zunftmeister Tobias Baumgartner höchst persönlich geleitete, närrische Elferrat-Wettbüro hatte natürlich wieder die Tipps der Gremiumsmitglieder entgegen genommen, wer Narrenmutter werden könnte. Im Beisein der Presse konnte festgestellt werden, dass sechs Richtige im Hut lagen. Also sozusagen ein Favoriten-Sieg mit absoluter Mehrheit.

Die Gewinnausschüttung an die glücklichen Tipper war daher nicht allzu riesig. Für ein Schorle zum Anstoßen hat es gerade noch gereicht.

Die jungen Osemali

Und in Tannheim dürfen die jungen Osemali ab dem zehnten Lebensjahr mit Scheme „uf d’Gass“. Nachdem Silas Baumgartner und Ben Kreuz in einer kleinen Aufnahmeprüfung gezeigt hatten, dass sie wissen, was es mit den vier Tannenzapfen an der Scheme und den zwölf Glöckchen am Häs auf sich hat, gehören sie auch dazu, sehr zur Freude von Zeremonienmeisterin Mira Jochum, Zunftmeister Tobias Baumgärtner und Vize-Zunftmeister Mirco Steiner.