Reichlich Beifall gab es am Ende des Gottesdienstes. Foto: Vögele

Zum 14. Mal fand in der katholischen Kirche St. Johann Sulz die Narrenmesse statt – und auch dieses Mal war sie „genagelt“ voll. Die Predigt regte zum Nachdenken an.

Gemäß dem Anlass war die Kirche mit Luftballons und Wimpeln in den Zunftfarben gelb und rot geschmückt. Sulzer Masken, die Narrenfahne und die Figuren des Optimisten und Pessimisten grüßten die Besucher und strahlten Freude aus.

 

Lächelnd begrüßte man einander. Viele Besucher waren im Häs erschienen. Die Liturgie hielt Urs Thiel in gereimter Form. Ein Highlight war seine tiefgreifende Predigt, die trotz allem vordergründigem Humor jedem auch einen Spiegel vorhielt und Impulse setzte. Zunächst ließ er nochmals den Zunftball mit seinem Motto „Weltraum – ein Fenster zu den Wundern der Galaxie“ Revue passieren, wunderbar interpretiert, garniert mit dem Gute-Laune-Song und begleitet von vielen Lachern.

Gerechtigkeit und Unzufriedenheit

„Völlig erlöst zwischen Himmel und Erde“ – unter diesem Motto beleuchtete Thiel zunächst die Freude an der Fasnet und am Leben, die Kraft, Power und Mut geben kann. Gemeint ist nicht die Freude durch Alkohol, sondern die, die von innen kommt. Und wenn dann die Freude durch das Evangelium, frei von Etikette und jedem Zwang, hinzukommt, spürt man: Da fängt der Himmel an.

Die St. Johann Singers umrahmten die Narrenmesse. Foto: Vögele

Hinterfragt wurde auch die Gerechtigkeit, denn im Narrenkleid sind alle gleich. Die weitere Predigt spürte der Unzufriedenheit nach, ihren Folgen für andere und zeigte Lösungswege zum Frieden auf. Freiheit, bedingt durch den Glauben, wurde von den St. Johann Singers an dieser Stelle musikalisch bekräftigt. Es wurde mitgesungen und -geklatscht. Zusammenfassend rief Thiel auf, „mit Freiheit, Freude, Gerechtigkeit, Friede und Liebe“ loszulegen, „so wie jeder kann“.

Wichtig ist, dass man´s mache, denn genau da fange der Himmel an. Die Botschaft war angekommen und ein langer Applaus nach dem „Amen“ kam als Dank der Besucher zurück. Hästräger mit Kindern sprachen die Fürbitten. Jules Jesse geleitete mit dem auf der Orgel intonierten Narrenmarsch am Ende alle hinaus zu einem gerne eingenommenen Narrenimbiss.