Drei tolle Musikgruppen, drei Startpunkte fürs närrische Treiben und mit dem „Narrengässle“ ein Ziel des großen Sternenlaufs. Am Sonntag wurde in Sulz einfach nur gefeiert.
Nach Tagen von Wetterkapriolen mit dem Dauerregen-Höhepunkt am Schmotzigen Donnerstag hatte der Wettergott letzten Sonntagnachmittag ein Einsehen mit den Sulzer Narren.
Er verbreitete zwar kein T-Shirt-Wetter wie im vergangenen Jahr, aber bei Temperaturen knapp über null Grad gab es wenigstens trockenes Wetter zum Sulzer Narrensternlauf. Die Neckarstadt hat den Luxus, mit den 18-Stundenmusikern und den „Pink Pämpärs“ gleich zwei Guggenmusiken in ihren Reihen zu haben.
Am Erfolg festhalten
Zusätzlich mit der Narrenzunft eigenen Narrenkapelle kann die Sulzer Zunft so hausgemachte Fasnet machen – ganz ohne auf die Unterstützung auswärtiger Zünfte angewiesen zu sein.
2025 gab es erstmals den Narrensternlauf am Fasnetssonntag in Sulz – er war vom Start weg ein großer Erfolg. Da war es nur die logische Konsequenz, auch in diesem Jahr mit den beiden starken Guggenmusik-Partnern und der Narrenkapelle daran festzuhalten.
Party am „Narrengässle“
So starteten drei bunt durcheinander gewürfelte Fasnetsumzüge durch die Stadt – alle mit dem Ziel, das gemeinsame Finale „Am Mühlkanal“, der während der Fasnet als „Narrengässle“ umbenannt wird, ausgiebig zu feiern.
Schon beim Treffen an den drei Stellen – die Zunftstube, wo die Narrenkapelle wartete, der ehemalige Krankenhausparkplatz mit den 18-Stundenmusikern und die Realschule mit den „Pink Pämpärs“ – war die die Stimmung bestens. Am „Narrengässle“ angekommen, organisierte sich das Programm von ganz alleine.
Tanz und Süßigkeiten
Zunächst im Wechsel und dann gemeinsam stimmten die „Pink Pämpärs“ und 18-Stundenmusikern ihre Musikstücke an, brannten ein Feuerwerk der guten Laune ab und ließen damit das Narrengässle lautstark beben.
In den engen Gassen verstärkte sich die Akustik der Guggenmusiken, so dass ihre Musik wirklich weithin zu hören war und etliche Zuschauer anlockte. Die Sulzer Zunftnarren tanzten auf der Straße, verteilten Süßigkeiten und ihre Glocken unterstützten und verstärkten den Rhythmus der Guggenmusiken.
Offen für die Zukunft
Die umtriebigen Sulzer Hexen neckten mit den Zuschauern und zeigten ihre Kletterkünste auf nahegelegenen Dächern. Das „Narrengässle“ zeigte sich wieder als idealer Standort und bestens als Epizentrum der Sulzer Narren geeignet.
Der Sulzer Zunftmeister Timo Holst war mit der Veranstaltung sehr zufrieden und dankte allen Teilnehmern mit dem Sulzer Narrenruf Narri, Narro, Hexa-Bolla ... saure Brüah.
Auf der Suche nach einer Nachfolgeveranstaltung für den Fasnetssonntag-Umzug scheinen die Sulzer Zunftverantwortlichen mit dem Sternlauf ein glückliches Händchen zu besitzen. So möchte man einerseits die Traditionen bewahren, aber um eine lebendige und zukunftsfähige Fasnet zu organisieren, will die Sulzer Zunft auch ein Stück mit der Zeit gehen und offen sein für Neues – wie dem Narrensternlauf.