Der Narrenrat mit Zunftmeister Timo Holst (hinten links) und Bürgermeister Jens Keucher (rechts daneben). Foto: Schwind

Menschenmassen auf dem Sulzer Marktplatz warteten gespannt auf das traditionelle Spektakel am Schmotzigen. Mit dem Hexentanz und der Narrenformation eröffneten die Sulzer Narren den wichtigsten Tag in ihrer Fasnet.

Voluminös mit dem durch alle Gassen hallenden Sulzer Narrenmarsch marschierte der Narrenrat und dem Polizeischantle samt Keucher als Hanickel in die Sulzer gute Stube ein.

 

Furchteinflößende Hexengestalten krochen mit viel Rauch und Feuer aus allen Ecken und Gassen des Marktplatzes. Ein raunen geht durch die Zuschauerreihen als sich die Sulzer Flughexen waghalsig vom Becherberg auf den Marktplatz herunter stürzten.

Ein hartes Wortgefecht

Dichter Rauch und lodernde Flammen auf dem Marktplatz dienten den Sulzer Hexen als Kulisse für den schönen schaurigen Sulzer Hexentanz der mit Zwölf Glockenschlägen und Donnergroll lautstark angekündigt wurde.

Der Hexavadder mit seinen Hexen Foto: Schwind

Mit dem traditionellen Narrensprung und dem Einmarsch der Sulzer Narren mit Polizeischantle, Optimist, Pessimist Breagler, Narros und Salzsieder in großer Zahl schickte Zunftmeister Timo Holst seine Narren mit drei kräftigen Narri, Narro Hexabolla saure Bria in die letzten fünf Fasnetstage.

Er braucht den „Joker“

Doch vorher hielten zwei freudestrahlende Sulzer Fasnetserprobte – der Zunftmeister Timo Holst und Bürgermeister Jens Keucher – ein hartes Wortgefecht.

Die Sulzer Hexen kamen aus allen Richtungen. Foto: Schwind

Der Bürgermeister hielt dem Zunftmeister vor, dass seine Busplanung in Leinstetten keineswegs professionell gewesen wäre, sonst hätte Holst den Bus nicht verpasst und bräuchte nicht in der Nacht zuhause anrufen „i brauch mein Joker, do isch dein Bua“.

„Den Wal ins Meer“

Holst hielt dagegen, dass die Gemeinderatssitzung wichtig sein müssen – fliege doch extra der erste Beigeordnete vom Urlaub heim. War dies wegen der Nachsitzung in der Grotte oder eher ein Windkraftbefürworter mehr.

Beeindruckendes Bild: die Sulzer Hexen Foto: Schwind

In den Herbstferien wollte Holst auf dem Schiff in den Pool, hatte aber keine Badehose dabei und das war gut. „Greenpeace kommt wahrscheinlich mit am Heli und fliegt den Wal zurück ins Meer“

„Das Gummi fehlt“

Nachhaltigkeit macht auch auf dem Rathaus nicht halt und so sind die neuen „Dienstwaga nur noch Elektrokärra“. Für seine Tour nach Brüssel nahm Keucher aber lieber den Zug und ist prompt sechs mal gestrandet, da hätte auch sein E-Schüssele nehmen können.

Ein Meer in den Sulzer Stadtfarben Gelb und Rot. Foto: Schwind

Der Alpirsbacher Abt Timo Holst hätte beim Jubiläum der NZ Leinstetten ein Fass anstechen sollen, doch, oh Schreck, die Gummidichtung für den Hahn war weg. Gaffa-Klebeband war dann die Rettung. „Jo lieber Timo, do isch mer schon gequält, wenn em entscheidende Moment da Gummi fehlt“.

Jetzt wird’s schwierig

Beim Neujahrskonzert nahm Keucher den Taktstock zum Dirigieren mit vollem Elan. „Mensch Jens, ob das überall so funktioniersch, dass älle machet was du dirigiersch.“

Die neue Location der Narrenzunft im Mühlkanal stehe direkt vor ma Garagator, so Keucher. Die Narren waren allerdings der Meinung, dass die Garage leer sei - jetzt wird’s für des Auto zum Rausfahra bissle schwer...

Es ist vorbei

Der Gührings Hans hatte am Flipchart der Stadtkapelle mit lauter Abkürzungen skizziert, wo der neue Standplatz ist. Ob seine Musiker den Buchstabasalat kapiert haben? „Herzlichen Glückwunsch Hans Gühring – i hoff das die Kapell au Steno kann“.

„Mit ma Schultis der uff d´ Fasnet goht lässt es sich schon ganz gut leba Aber jetzt isch es erstmol fünf Tag vorbei mit der Bürgermeisterei“, schloß Holst den Dialog.