Der Flusspegel in Sulz hat der Fasnetsverabschiedung von Optimist und Pessimist mit Ruderboot und Ruderhexe einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Am Schmotzigen Donnerstag gab es mit den Regenschauern reichlich Wasser von oben – am Fasnetsabschluss reichlich von unten. Der Narrenrat wollte deshalb kein Risiko eingehen und reagierte vernünftig – und hat aufgrund des hohen Wasserstandes am Neckar die Ruderbootfahrt kurzfristig abgesagt.
Aber auch ohne diese Wetterkapriolen gab es mancherlei Begebenheiten und Missgeschicke, die dafür sorgten, dass die Fasnet für manchen einfach nur „domm gloffa“ ist. Der Optimist und der Pessimist hatten jedenfalls reichlich Stoff für ihr traditionelles Zwiegespräch am Narrenbrunnen.
Die Hexe als Helfer
So kann es etwa sein, dass einer Frau – die auch „Dildofee“ genannt wird – von der Band ein vorweihnachtliches Ständle angekündigt wird. Und zwar unter dem Titel „Adventsblasen“. Ein Schelm, der dabei schlechtes denkt.
In Felldorf bei der Abendveranstaltung vermisst die Anne als Optimist ihre Optimistenjacke. Sie rennt zurück ins Zelt – und verpasste deshalb den Bus. Dabei hatte die Hexe Michi doch die Jacke bereits in den Bus mitgenommen.
Alter vor Schönheit?
Das Ergebnis einer „Abkürzung“ über die Theke auf dem Weg zur Toilette musste Hexe Tschaina beim Jubiläum in Sigmarswangen mit Bremsspuren im Gesicht und lädierten Rippen büßen. Und am Sonntag spielte der Vollblutmusiker Torsten beim Umzug zuerst bei Sigmarswangen und dann bei Sulz – da wäre eine Wendeuniform wirklich praktisch.
Am eigenen Leib mussten die Heindelbrüder erfahren, wie es enden kann, wenn man Schönheiten für das 2027 anstehende 90. Jubiläum nach Sulz einlädt. Die „Schönheiten“ waren nämlich im Gründungsjahr nominiert worden.
Zunft- und Bürgermeister
In Bergfelden vor dem Umzug fehlt der Kaba für die Hexenbrühe. Da nimmt ihn der Breitling Tobi der Not einfach seinen Kindern beim Frühstück weg.
Zunftmeister Timo und Bürgermeister Jens als Vogelscheuche hatten sich zu ihrem Zwiegespräch am Schmotzigen reichlich Mut angetrunken. Der Timo wurde nur lautstark – aber der Jens hatte die Muttersprache verloren.
Zurück in die Zukunft
Bei der Sonntagabendparty beim Amerika-Hans waren alle „gekrönte Häupter“ willkommen. Stilecht holt sich der Jochen als „Sissi“ in Geislingen beim Kleider-Müller extra ein Brautkleid in Größe 64 dafür – des war der Knüller.
Da der musikalische Hans nun in Amerika lebt, hat er sich extra Flüge nach Deutschland gebucht, um an der Fasnet in der Musik mitspielen zu können. Doch hat er im Kalender 2025 geschaut. Zum Glück konnte er umbuchen – sonst wäre er im März zur Fasnet gekommen.
Gespenstische Rauchschwaden
Und was sagen die Narren dazu? „Wenn Sorge drückt, wenn Not und Pein dich zwingt ein Pessimist zu sein – schau‘ auf tu es dem Optimisten gleich. Ein fröhlich-hoffnungsvoller Blick den Weg zum Licht, zur Sonne weist“, lautet der traditionelle Rat des Optimisten.
Zur endgültigen Verabschiedung der Fasnet marschierte ein Trauerzug mit dem Narrenrat im schwarzen Frack oder Anzug unter Wehklagen und Heulen als letzten Gang zum Stadtpark, wo die beiden Leitfiguren der Sulzer Narrenzunft – der Optimist und der Pessimist – mit einer ansprechenden Variante zum Ruderboot in einer Rauchwand bis zur nächsten Fasnet im kommenden Jahr entschwanden.