Zahlreiche Besucher strömten trotz schlechtem Wetter am Schmotzigen Donnerstag auf den Marktplatz, um den Höhepunkt der fünften Jahreszeit in Sulz mitzuerleben.
Mit dem Hexentanz und der Narrenformation eröffneten die Sulzer Narren dann den wohl wichtigsten Tag in ihrer Fasnet und läuteten gleichzeitig die heiße Endphase der diesjährigen Fasnet ein.
Es ist die wohl die beeindruckendste Vorstellung der Sulzer Hexen der Schmotzige Donnerstag. Sie fliegen in der Dunkelheit mit ihren brennenden Besen den Becherberg herunter.
Teure Taxifahrt
Ihre Schwestern krabbeln aus Gullydeckeln – andere kamen aus allen Ecken und färbten den Marktplatz in ein mystisches Rot-Schwarz. Beim generationenübergreifenden Markenzeichen der Sulzer Hexen – ihrem Hexentanz – war Gänsehautfeeling vorprogrammiert.
Mit Spannung erwartet wurde der offene Schlagabtausch beim Zwiegespräch zwischen Bürgermeister Jens Keucher und Zunftmeister Timo Holst. So viel soll vorne weg gesagt sein: Beide mussten mächtig einstecken. Denn dumm gelaufen und 80 Euro teuer für die Bürgermeisterfrau samt Sohn war eine Taxifahrt im Skiurlaub zurück zum Hotel – und zwar nur, weil die Batterie vom Autoschlüssel leer war.
Bahnhofsstraße und ein Fehler
Das Rathaus bekam Solarmodule aufs Dach, wozu es erstmal eingerüstet werden musste. Leider hatte es Jens Keucher versäumt, rechtzeitig die Fensterläden am Rathaus aufzumachen. Das Ergebnis: Der erzeugte Strom ging fürs Licht drauf.
Es ist in Sulz Tradition, dass vor der Kreissparkasse ein großer Weihnachtsbaum aufgestellt wird. Jetzt wurde allerdings die Bahnhofstraße neu gerichtet und gepflastert. Dabei wurde es allerdings versäumt, eine Hülse für den Baum zu verbauen.
Kleine blaue Pillen
Ein weiteres Missgeschick: Als Timo Holst in Urlaub ging, wies er zuvor seinen Vater Sigge in die Feinheiten des Pools ein. Pflichtbewusst wie dieser ist, warf er nach der Hälfte des Urlaubs die ihm aufgetragene Tablette in den Pool. Als Timo vom Urlaub zurück kommt, wollte er bei 30 Grad unverzüglich in den Pool springen.
Es war allerdings so viel Chlor drin, dass das unmöglich war. Vielleicht hätte Timo ja seinem Vater sagen sollen, er muss anstatt drei kleinen blauen Tabellen eine weiße in den Pool geben.
Die „große Gosch“
Der Timo, bei seinen Freunden auch als „Schleichgang-Timo“ bekannt, erhält turnusmäßig wieder ein neues Dienstfahrzeug – dieses Mal einen roten Flitzer. Hatte er bisher immer ein Nummernschild mit FDS-AK für die Brauerei und 687 für sein Geburtsdatum, wandelte es sich nun in 180.
Jens Keucher hatte dann nach kurzer Recherche die Lösung parat: Wenn Timo schon niemals 180 km/h fährt, so soll es doch wenigstens auf dem Nummernschild stehen. „Ja dei große Gosch, die zeichnet dich aus – scho eh und je, doch bei oim Thema do bisch du wora fascht he“, so Jens Keucher.
Alle Macht den Narren
Gemeint ist ein Heiratsantrag an seine Steffi. Denn nach dem Motto „Selbst ist die Frau“ nahm seine Auserwählte am letzten Urlaubstag das Mikrofon in die Hand und machte ihm solch einen. Wenigstens hat er dann mit Ja geantwortet.
Mit dem traditionellen Narrensprung und dem Einmarsch der Sulzer Narren mit Polizeischantle, Optimist, Pessimist, Breagler, Narros und Salzsieder in großer Zahl und der Entmachtung vom Bürgermeister schickte Zunftmeister Timo Holst seine Narren mit drei kräftigen Narri, Narro Hexabolla suwere Bria in die letzten fünf Fasnetstage.