Soeben hat die Narrenzunft um Timo Bossenmaier (am Mikrofon) den Rathausschlüssel von Sabine Breil erobert, die von zwei Stoagwaldmale aus dem Rathaus geholt wurde. Foto: Fahrland

In Sigmarswangen ist das Motto klar: „Fahr nicht fort, trink im Ort“ heißt es, nachdem Ortsvorsteherin Sabine Breil den Narren den Rathausschlüssel überlassen hat.

Biestiges Wetter mit Wind und strömendem Regen konnte die Narrenzunft nicht davon abhalten, vier Wochen nach dem großen Jubiläumswochenende zum 30-jährigen Bestehen das Rathaus zu stürmen und den Machtwechsel einzufordern.

 

Auf das nachmittägliche „Zuddla em Flegga“ folgte am Schmotzigen der abendliche „Fleggadapp“. Narrenräte, gut beschirmte Gardemädchen, Mofänger und Stoagwaldmale reihten sich zum Narrenmarsch des Musikvereins malerisch vor dem Rathaus auf. Narrenpräsident Timo Bossenmaier als Vertreter der versammelten Bürgerschaft proklamierte humorvoll die Errichtung der blau-gelben Narrenrepublik und erklärte „Dorfschultes Sabine“ für abgesetzt.

Ein feuchtfröhlicher Abend

Nach anfänglicher Verweigerung blieb Sabine Breil nichts anderes übrig, als den Rathausschlüssel herauszurücken. Bossenmaier verkündete die närrischen Ausnahmegesetze und verdonnerte die „Ortsverdreherin“ zum Schmieren der Friedhofstore und zum Fegen, obgleich die Narrenzunft mit der Kehrmaschine den Flecken bereits auf Vordermann gebracht und den Frühjahrsputz unentgeltlich für die Gemeinde übernommen habe.

Allzu traurig schien die zur „Fasnetsfronmeisterin“ degradierte Dorfchefin über die Zwangspause nicht zu sein und lud zu einem kleinen Umtrunk ins Rathaus ein. Schutz vor dem Regen fanden Musiker, Narren und Gäste an diesem feuchtfröhlichen Abend außerdem im „Bürgerstüble“ und in „Märde’s Kuhstall“, wo nach der von der Zunft ausgerufenen führerscheinschützenden Devise „Fahr nicht fort, trink im Ort“ munter weitergefeiert wurde.